Sieg gegen Rumänien Deutschland steht im Finale der U21-EM

Erstmals waren die deutschen Junioren bei dieser EM in Rückstand geraten. Doch Nadiem Amiri und Luca Waldschmidt trafen gegen Rumänien doppelt und brachten ihr Team damit ins Endspiel.

Luca Waldschmidt feiert das 2:2
Alberto Lingria / REUTERS

Luca Waldschmidt feiert das 2:2


Deutschland steht im Finale der U21-EM in Italien. Im Halbfinale besiegte das Team Rumänien 4:2 (1:2). Im Endspiel am Sonntag wartet Spanien, das sich später am Abend 4:1 gegen Frankreich durchsetzen konnte. Es ist die Neuauflage des EM-Finales von 2017, das Deutschland 1:0 gewonnen hatte.

Vieles lief in diesem Halbfinale für das deutsche Team ähnlich, wie es auch in den drei Gruppenspielen zuvor gelaufen war. Zum vierten Mal in Folge ging die Mannschaft in Führung. Nadiem Amiri, der zuvor dreimal lediglich von der Ersatzbank in die Partie gekommen war, bedankte sich für seinen Startelfeinsatz bei Trainer Stefan Kuntz mit einem Sololauf durch die gesamte rumänische Hälfte, an dessen Ende er nach zwei Körpertäuschungen den Ball zur Führung an Keeper Ionut Radu vorbeischoss (21. Minute).

Erster Startelfeinsatz, zwei Tore: Nadiem Amiri (links)
Robin Koch / REUTERS

Erster Startelfeinsatz, zwei Tore: Nadiem Amiri (links)

Wie im gesamten Turnier agierte die deutsche Defensive aber phasenweise so ungeschickt, dass sie im vierten Spiel hintereinander einen Strafstoß gegen sich bekam und dadurch ein Gegentor kassierte. George Puscas verwandelte nach Foul von Timo Baumgartl an Ianis Hagi; DFB-Torwart Alexander Nübel erreichte den Ball zwar, konnte ihn jedoch nicht abwehren (26.).

Ebenfalls chancenlos war der Schalker Keeper, als Puscas in der 44. Minute am Elfmeterpunkt hochstieg und das 2:1 für Rumänien köpfte. Der Mittelstürmer versuchte es nur fünf Minuten später noch mal aus fast identischer Position (45.+4), dieses Mal war Nübel jedoch schnell genug in der Ecke. Beide Flanken kamen von der rechten deutschen Abwehrseite, wo das DFB-Team sichtlich Probleme hatte.

Doch es gibt noch mehr Konstanten im deutschen Spiel bei dieser U21-EM, etwa die Treffsicherheit von Luca Waldschmidt. Die zeigte er, nachdem Hagi den einlaufenden Mahmoud Dahoud nach einer Ecke zu Boden gerissen hatte, und Waldschmidt den anschließenden Elfmeter sicher verwandelte (51.). Hätte er in der 71. Minute noch mal so zielgenau agiert, wäre es die erneute deutsche Führung gewesen - doch der Freiburger schoss knapp über das Tor. Gleiches gilt für Dahoud, der in der 82. Minute aus guter Position verzog.

Knappe zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit kam Walschmidt frei aus sechs Metern zum Schuss, traf den Ball aber mit dem schwächeren rechten Fuß nicht gut und konnte die Chance nicht nutzen (83.). Genau so aussichtsreich war die Gelegenheit für den eingewechselten Luka Nmecha, doch auch der ließ sie ungenutzt (86.).

Dann machte Waldschmidt es doch noch besser: Aus 20 Metern traf er mit einem direkten Freistoß flach ins Eck des rumänischen Tores (90.). Nur vier später machte Amiri mit seinem zweiten Treffer den Sieg perfekt - ebenfalls per Freistoß (90.+4).

Deutschland - Rumänien 4:2 (1:2)
1:0 Amiri (21.)
1:1 Puscas (26. Foulelfmeter)
1:2 Puscas (44.)
2:2 Waldschmidt (51.)
3:2 Waldschmidt (90.)
4:2 Amiri (90.+4)
Deutschland: Nübel - Klostermann, Tah, Baumgartl, Mittelstädt - M. Eggestein (88. Maier), Neuhaus (79. Nmecha), Dahoud (90.+3 Koch) - Öztunali, Waldschmidt, Amiri
Rumänien: Radu - Manea, Nedelcearu, Pascanu, Stefan - Baluta, Cicaldau (69. Ciobanu), Man, Hagi, Ivan (55. Coman) - Puscas (87. Petre)
Schiedsrichter: Grinfeld (Israel)
Gelbe Karten: Baumgartl, Tah - Hagi, Ivan
Rote Karte: Pascanu
Zuschauer: 13.000

tip



insgesamt 30 Beiträge
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Seite 1
fiete8670 27.06.2019
1. So ist das eben
Glückwunsch am Luca Waldschmidt! Der HSV konnte diesen Stürmer ja nicht gebrauchen. Einen der Tore schießt! Na und nun sind Hoffmann und Co wieder am Ball. Alles richtig gemacht Herr Waldschmidt! Der HSV dümpelt in 10 Jahren noch in Liga Zwei rum, aber Sie brauchen sich mit rumzudümpeln! Es sind nur "Experten" beim HSV!
der_dr_Nickel 27.06.2019
2. Das war mal...
...ein intensives Spiel, freundlich ausgedrückt. Aber mit dem glücklicheren und völlig verdienten Sieg für die Jungs um SK. Besser Spieler auf dem Platz? Der Jung der in Frankfurt ausgebildet wurde ;-)) Verstehe immer noch nicht warum der gehen durfte (musste).
Tobi2995 27.06.2019
3. Liebe Redaktion...
... für den Leser mit wenig Zeit (Lust) wäre bei der Spiel-Zusammenfassung am Ende des Artikels durchaus wertvoll, auch den Torverlauf und die Torschützen aufgelistet zu bekommen. Bitte als Standard mit aufnehmen - das ist doch sonst auch üblich, oder?! - - - - - -Danke für den Hinweis, wir kümmern uns... MfG Redaktion Forum
interessierter10 27.06.2019
4. Die Truppe macht Spaß...
sehr sportliche Gesten auch nach dem Spiel.
nickmason 27.06.2019
5. Elfmeter zum 1:1
Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zum Sieg, der nach der guten zweiten Halbzeit auch verdient gewesen ist. Und nun zu meinem Verständnisproblem, bei dem mir vielleicht jemand helfen kann. Vorab: ich schaue viel Fußball und halte mich für ziemlich regelfest, auch in Bezug auf den Videoschiedsrichter (VAR). Doch was vor dem 1:1 abgegangen ist, begreife ich bis jetzt noch nicht. Ein deutsche Spieler begeht im Strafraum ein klares Foul. Der Schiedsrichter lässt weiterspielen und die Rumänen schießen an den Pfosten. Dann schaltet sich der VAR ein, und nach einer Überprüfung der Fernsehbilder gibt der Schiedsrichter Gelb und vor allem Elfmeter. Letzteres verstehe ich nicht, denn in meinen Augen hat der Schiri ganz klar Vorteil laufen lassen, wodurch die Rumänen eine eindeutige Torchance hatten. Wieso es dann noch einen Elfer gibt (und somit gleich zwei Torchancen in einer Spielszene ermöglicht werden), erschließt sich mir in keiner Weise. Nach der Logik hätte dann ja ein Treffer statt Pfosten der Rumänen zurückgenommen werden müssen - was aber ganz sicher nicht passiert wäre. Von daher in meinen Augen eine extrem krasse Fehlentscheidung. Oder sehe ich da etwas grundlegend falsch???
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