U21-EM Sechs Tore in der Schlussphase - Rumänien wirft England raus

Die englische Nachwuchsarbeit hat einen exzellenten Ruf. Bei der U21-EM hat er sich nicht bestätigt: Nach einem 2:4 gegen Rumänien ist England ausgeschieden. Alle Treffer fielen nach der 75. Minute.

James Maddison nach dem Abpfiff: England am Boden
Nick Potts / DPA

James Maddison nach dem Abpfiff: England am Boden


Wenn es während eines Fußballspiels hin und her geht, ist oft vom Schlagabtausch die Rede. Für das, was die U21-Mannschaften von England und Rumänien in der Schlussphase ihrer EM-Partie zeigten, müsste man aber wohl einen eigenen Begriff erfinden. Nach der 2:4-Niederlage in Cesena ist England ausgeschieden. Sämtliche Treffer fielen dabei nach der 75. Minute.

Die Torfolge sah so aus:

1:0 für Rumänien durch George Puscas (Foulelfmeter/76. Minute).
1:1 durch Englands Demarai Gray (79.).
2:1 durch Ianis Hagi, Sohn der rumänischen Fußball-Ikone Gheorghe Hagi (85.).
2:2 Tammy Abraham (86.).
3:2 Florinel Coman (88.).
4:2 Florinel Coman (90.+3).

Zwischen den Treffern gab es sogar Torchancen, die ungenutzt blieben. Nach dem Abpfiff sank manch englischer Spieler zu Boden, das Aus stand da aber noch nicht fest. Erst durch Frankreichs 1:0 (1:0) über Kroatien später am Abend ist klar, dass die Engländer nicht mehr Gruppenzweiter werden können. Um ins Halbfinale einzuziehen, muss man bei der EM eine der drei Gruppen gewinnen oder der beste Vorrundenzweite des Turniers werden. England hatte bereits sein Auftaktspiel gegen Frankreich am vergangenen Dienstag 1:2 verloren.

Das Aus nach zwei Partien ist eine Überraschung. Denn die Engländer waren mit vielen Erstligaspielern angereist und galten als Mitfavorit auf den Titel. Aaron Wan-Bissaka, James Maddison oder Phil Foden zählen zu den vielversprechendsten Talenten der Premier League. Die meisten Fußballer aus der rumänischen Startelf spielen hingegen in der heimischen Liga, die vom Niveau weit unter der Premier League anzusiedeln ist.

Umso bemerkenswerter, dass es für Rumänien bereits der zweite Erfolg bei dieser EM war. Im ersten Gruppenspiel hatte das Team ein 4:1 über Kroatien gefeiert. Sicher ist das Weiterkommen damit aber noch nicht. Am Montag duelliert sich Rumänien mit Frankreich um den ersten Platz der Gruppe C.

Auch die deutsche U21 hat gute Aussichten aufs Halbfinale. Das Team von Trainer Stefan Kuntz führt nach dem 6:1 über Serbien am Donnerstag die Gruppe B an.

mon/dpa



insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Levator 21.06.2019
1. Tja
U21 ist eben nicht Champions oder European League. Hier gilt es, ohne die Superstars auszukommen, welche für aberwitzige Summen aus allen Herren Ländern eingekauft worden sind. Nix mit Premiere League. Premiere ist nicht gleich Premium. Fragt mal bei der gescheiterten U21 der Engländer nach, hilfsweise bei der englischen Nationalmannschaft, erfolglos seit 1966....
Levator 22.06.2019
2. Wenn es darauf ankommt
verlieren im Regelfall die Engländer immer, wohlgemerkt immer dann, wenn es sich käuflich nicht darstellen lässt, ausländische Spieler einzusetzen und alles zusammen zu kaufen, was mal fünf Meter geradeaus laufen und gegen einen Ball unfallfrei treten kann. Offensichtlich ist es mit dem eigenen Nachwuchs nicht so weit her...
schueler79 22.06.2019
3. Hybris
Und da ist sie wieder, die arrogante Haltung, die man so oft im Westen vorfindet. Ja und, was ist so besonders dran, dass Rumänien England besiegt, die können auch Fußball spielen, aber man nimmt immer unterschwellig an, dass solche kleinen Ostblockländer grau und mittelmäßig sind. Wird auch hier im Artikel deutlich. Nur weil in der Premier League zig millionenschwere Stars spielen, ist der Nachwuchs nicht automatisch Weltklasse. Steaua Bukarest hat in den 80ern auch den Europacup der Landesmeister gewonnen, Rumänien in den 90ern hat oft oben mitgespielt, dank Hagi und Co., es ist also gar nicht verwunderlich, dass es dort auch große Fußballtalente gibt, es ist nur verwunderlich, wieso man sich darüber immer wundert.
Siebengestirn 22.06.2019
4. Ein Sieg von Teamgeist und Siegeswillen!
Gegen gute aber etwas überhebliche englische Einzelspieler. Man war in der eindrucksvollen, sehr schnellen, offen hin und her wogenden Schlussphase sogar geneigt, an das bessere Ende für England zu glauben. Eine klare Fehlannahme! So ist Rumänien mit ein heißer Titelfavorit. Hoffentlich kommt es zu einem Endspiel gegen Deutschland! Jedenfalls wurde bislang toller Fußball geboten!
skeptikerjörg 22.06.2019
5. Geiles Spiel
Für die Trainer bestimmt Grund zum Nervenzusammenbruch, für den neutralen Zuschauer einfach nur Spektakel, wie beide Mannschaften nach dem Elfmetertor sämtliche taktische Korsettstangen abwarfen und bedingungslos den Punch suchten. Klar, der englische Keeper hat etwas mitgeholfen, aber die Rumänen haben gezeigt, dass der Sieg gegen Kroatien kein Zufall war.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.