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02. September 2006, 12:51 Uhr

U21-EM-Qualifikation

Frust und Ärger im DFB-Team

Gewonnen, aber unzufrieden: Nach dem Sieg in Nordirland regiert beim deutschen U21-Nationalteam die Wut - auf Gegner, Schiedsrichter und sich selbst. Das unbefriedigende Ergebnis sei vor allem durch eigenes Verschulden zustande gekommen, so Trainer Dieter Eilts.

Lurgan - "Wir haben uns leider durch Unabwägbarkeiten, wie es sie im Fußball immer gibt, von unserem Weg abbringen lassen", sagte Eilts. Mit der Leistung über 70 Minuten sei er zufrieden, so der Coach, "aber dann ist genau das passiert, was wir unbedingt vermeiden wollten: Nämlich, dass wir hektisch werden."

U21-Trainer Eilts: "Wichtige Erfahrung"
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U21-Trainer Eilts: "Wichtige Erfahrung"

Als Piotr Trochowski nach den Toren von Roberto Hilbert (13.) und Patrick Helmes (36.) nach 65 Minuten auf 3:0 erhöhte, hatte sein Team das Mindestziel vor Augen - ein Sieg mit drei Toren Differenz. Denn der härteste Konkurrent um den Gruppensieg, Rumänien, hatte die Briten vor zwei Wochen ebenfalls mit 3:0 besiegt. "Wir hatten die große Chance, das richtige Ergebnis zu erzielen. Alles, was nach der 70. Minute passiert ist, müssen wir als wichtige Erfahrung abhaken, und ich hoffe, dass wir das entsprechend nutzen werden", so Eilts.

Die Laune hatten ein unberechtigter Handelfmeter, den Dean Shiels verwandelte (69.), und das Anschlusstor durch den eingewechselten Thomas Stewart (81.) endgültig verdorben. Zuvor hatte vor allem die harte Gangart der Nordiren für Frust gesorgt. "Am Ende war das nur noch eine einzige Klopperei. Und das Kloppen haben die Nordiren eben besser drauf gehabt als wir", sagte Abwehrspieler Marvin Matip, der den Strafstoß "verschuldet" hatte. Ins Zentrum der deutschen Kritik geriet deshalb auch der völlig überforderte Schiedsrichter Peter Rasmussen (Dänemark).

Auch die Physiotherapeuten hätten eine "lange Nacht" gehabt, erklärte Trainer Eilts frustriert. Fabian Schönheim brach nach einem Ellenbogenschlag ein Zahn heraus, Kapitän Stefan Kießling musste gar bereits nach fünf Minuten mit einer Adduktorenverletzung ausscheiden und wird wohl im wichtigen Spiel gegen Rumänien fehlen. "Es war eine gute Erfahrung zu sehen, wie international gespielt und leider auch gepfiffen wird", erklärte Torhüter Michael Rensing, der beim 2:3 schlecht aussah.

Der Ärger der DFB-Junioren ("Dieses Ding müssen wir einfach cleverer nach Hause schaukeln", Schönheim) ist verständlich. Durch den zu knappen Erfolg in Nordirland benötigen die Deutschen im zweiten und letzten Spiel der ersten EM-Qualifikationsrunde am Dienstag in Wilhelmshaven gegen Rumänien zwingend einen Sieg, um sich für die Playoffs zur Endrunde 2007 in den Niederlanden zu qualifizieren. Torschütze Trochowski ist jedoch optimistisch: "Wir werden das gegen Rumänien packen. Ganz sicher", sagte der Mittelfeldspieler.

goe/sid

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