Überfall auf Fanbus Bewährungsstrafen für drei Bayern-Anhänger

Der Angriff auf eine Fangruppierung des 1. FC Nürnberg hat für drei Anhänger des FC Bayern Folgen: Sie wurden heute vom Amtsgericht Würzburg zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.


Würzburg - Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Fans im Mai 2007 an einer Schlägerei mit zahlreichen Verletzten auf einem Parkplatz nahe Würzburg beteiligt waren. Ein 21-Jähriger bekam eine Jugendstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Der ein Jahr ältere Mittäter wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt. Der 26-Jährige bekam eine Strafe von eineinhalb Jahren, ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt.

Gewalttätige Fußball-Anhänger: Schwerwiegendes Problem
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Gewalttätige Fußball-Anhänger: Schwerwiegendes Problem

Grund war ein Angriff von Bayern-Fans auf Anhänger des 1. FC Nürnberg. Beide Gruppen waren zufällig auf einer Raststätte in Würzburg aufeinandergetroffen. Dabei wurde die Frau des Nürnberger Busfahrers von einer vollen Cola-Flasche am Kopf getroffen und verlor ihr linkes Augenlicht. Wer tatsächlich die Flasche geworfen hat, konnte im Prozess nicht geklärt werden. Insgesamt wurden vier Menschen bei der Prügelei verletzt. Nach Polizeiangaben gingen die Bayern-Anhänger "blitzartig und ohne Vorwarnung" auf die Nürnberger Fans los.

Der 21-Jährige aus dem Allgäu wurde unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch schuldig gesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte für den jungen Mann eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren ohne Bewährung gefordert. Der 22-Jährige aus Oberfranken sollte nach dem Willen der Anklage ein Jahr und zehn Monate hinter Gitter, ebenfalls ohne Bewährung. Das Jugendschöffengericht sprach ihn der gefährlichen Körperverletzung und des Landfriedensbruchs schuldig. Der dritte Angeklagte, ein 26-Jähriger aus dem mittelfränkischen Emskirchen, wurde wegen schwerer Körperverletzung und Landfriedensbruch verurteilt.

Die drei München-Anhänger waren gemeinsam mit 70 weiteren in zwei Bussen auf dem Weg zum Auswärtsspiel nach Mönchengladbach. Wie viele Anhänger genau auf die Nürnberger losstürmten, ist bis heute nicht geklärt. Augenzeugen sprechen von sechs Randalierern, andere von einem Dutzend, die nächsten von zwanzig. Kurze Zeit nach dem Vorfall verhängte der FC Bayern gegen alle 73 Insassen der beiden Busse ein bundesweit gültiges Stadionverbot.

pav/dpa



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