Uefa-Präsident kritisiert VAR "Wenn man eine lange Nase hat, ist man heutzutage im Abseits"

Uefa-Präsident Ceferin will nach Einführung des Videobeweises nun die Abseitsregeln diskutieren. In der britischen Zeitung "Daily Mirror" fordert er einen Spielraum bei Entscheidungen.

Aleksander Ceferin
AFP/Fabrice COFFRINI

Aleksander Ceferin


Gerade hat die Uefa entschieden, den Einsatz des Video Assistant Referee (VAR) auf die WM-Qualifikation 2022 sowie auf die EM-Playoffs im kommenden Jahr auszuweiten. Im Anschluss sagte Präsident Aleksander Ceferin, er wolle die Abseitsregel diskutieren - und kritisierte den Videobeweis.

"Das Spiel verändert sich. Und wir haben Angst, dass es sich zu sehr verändert", sagte Ceferin. Spieler machten Fehler und die Schiedsrichter auf dem Platz müssten die Verantwortung dafür tragen, "nicht irgendwelche Leute, die versteckt in einem Wagen oder Gebäude sitzen, 500 Kilometer vom Stadion entfernt", sagte der Uefa-Präsident.

Ceferin hatte am Dienstag seine Kritik in der britischen Zeitung "Daily Mirror" konkretisiert. Die Abseitslinie sei erstens sehr schmal. "Wenn man eine lange Nase hat, ist man heutzutage im Abseits", wird er zitiert. Zudem würden die Linien ja auch von den Videoassistenten gezeichnet. "So gesehen ist es eine subjektive Zeichnung von objektiven Kriterien", so Ceferin.

Der Slowene kündigte an, den Regelhütern des International Football Association Board (Ifab) Vorschläge zur Änderung des VAR zu machen. Im "Daily Mirror" schlägt er vor, eine Toleranz von zehn bis 20 Zentimetern einzuführen. Dass die Abseitslinie damit zwar verschoben, das beschriebene Problem aber nicht behoben wäre, blieb unerwähnt - ebenso wie weitere konkrete Änderungsvorschläge.

Ceferin reagierte damit auf die Beschwerden von Fans und TV-Experten, trotz Einführung des VAR würden Abseitsentscheidungen nicht einheitlich getroffen. Ceferin betonte jedoch, dass er nicht generell gegen den VAR sei. Dieser müsse zwar unter anderem schneller und klarer werden. "Aber er wird bleiben", sagte Ceferin.

ngo/dpa/rtr

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insgesamt 7 Beiträge
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Allein-Unter-Welpen 04.12.2019
1. Solange keine kuenstliche Intelligenz den VAR macht
sollten die Teams selbst darueber entscheiden ob eine Szene vom Schiedsrichter begutachtet werden muss oder nicht. Das Gerechtigskeitsproblem hat sich schlichtweg nur verlagert - Menschen treffen halt Entscheidungen die sowohl fehlerhaft als auch nicht-konsistent sein koennen...
hador2 04.12.2019
2. Inkonsequent
Entweder die UEFA will den VAR oder sie will ihn nicht. Wenn sie ihn will, dann muss die logische Lösung sein, dass die Abseitsregel mittels weitestmöglich automatisierter Bilderkennungstechnologie auch die Abseitsregel ahndet. Will man das nicht, dann sollte man den VAR schlicht abschaffen. Erst einen VAR einzuführen und dann darüber nachzudenken einen künstlichen Graubereich einzuführen um irgendwie weichere Kriterien zu bekommen ist jedenfalls Quark. Dann könnte man gleich auch noch einen Zufallszahlengenerator hinterherschalten. Ich persönlich würde den VAR schlicht und ergreifend abschaffen.
Kawenzmann 04.12.2019
3. Videobeweis ok
aber nur von der vermeintlich benachteiligten Mannschaft anzurufen. Und max. zweimal pro Halbzeit. Liegt man bereits beim ersten Mal daneben, verwirkt man das zweite Mal. Dadurch bleibt der Schiri im Mittelpunkt des Geschehens und die Verantwortung geht auf die Mannschaft über, bzw. des Kaptäns. Ähnlich wie beim Hockey und da klappt das gut. Alles andere ist Mumpitz. Gut Nacht.
ynwa_ 04.12.2019
4. wer
die Rugby WM in Japan verfolgt hat, konnte sehen wie wunderbar gut der TMO funktioniert. Diese geforderte Spielraum ist absurd.
realismusueberidealismus 05.12.2019
5.
Wenn die UEFA die Abschaffung des VAR's wirklich plant, würde mich das enttäuschen, da dann das Spiel wieder ungerechter werden kann. Ich würde mich auch wieder mehr über Fehlentscheidungen ärgern.
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