Uefa-Cup B-Bayern spielen B-Fußball, Leverkusen wirft den HSV raus

Trainer Hitzfeld ließ rotieren, prompt verlor der FC Bayern zu Hause gegen Anderlecht. Dank des hohen Hinspielsiegs erreichen die Münchner aber das Viertelfinale im Uefa-Cup. Dem Hamburger SV reichte dagegen eine starke zweite Hälfte gegen Leverkusen nicht.


Hamburg/München - Der FC Bayern verlor mit seiner B-Elf 1:2 (1:2) gegen den belgischen Meister RSC Anderlecht und kassierte die erste Niederlage im laufenden Uefa-Cup. Durch den 5:0-Hinspielsieg war der Einzug in die Runde der letzten Acht aber nie gefährdet. Der Hamburger SV besiegte Bayer Leverkusen 3:2 (0:1), schied aber nach der 0:1-Hinspielniederlage aus.

Ersatz-Kapitän Lucio hatte die Bayern per Kopf früh in Führung gebracht (8.). Doch Serhat Akin (20.) und Alexander Jakowenko (35.) drehten die Partie zugunsten der Gäste . Der FC Bayern war zwar über weite Strecken des Duells das bessere Team, offenbarte aber sowohl im Offensivspiel als auch in der Defensive ungewohnte Schwächen.

Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld hatte erneut rotiert: Von der am vergangenen Samstag gegen den Karlsruher SC erfolgreichen Startelf blieben nur Abwehrchef Lucio und Stürmer Miroslav Klose übrig. Neben Lucio kam Neuling Breno in der Innenverteidigung zu seinem Debüt für die Münchner. Der Brasilianer konnte sich aber nicht aufdrängen und wirkte nervös.

Das B-Team des Bundesliga-Spitzenreiters startete furios. Nach nur 62 Sekunden konnte Anderlechts Torhüter Daniel Zitka einen Schuss von Lukas Podolski nach feinem Pass von Klose nur mit Mühe an den Innenpfosten lenken, von wo der Ball zurück ins Feld sprang. Sechs Minuten später machte es Lucio besser, als er aus kurzer Distanz nach einem Freistoß von Jose Sosa per Kopf traf. Die Bayern bestimmten zunächst weiter das Geschehen und hatten durch Klose zweimal die Chance zum 2:0.

Bei ihrem offensiven Drang vernachlässigten die Münchner jedoch immer wieder die Abwehrarbeit und Lucio sowie Breno unterliefen einige Fehler. So auch in der 20. Minute, als sie das Abwehrzentrum ohne Not entblößten und Serhat Akin auf Pass von Alexander Jakowenko die erste Gästechance zum 1:1 nutze. Nach dem Ausgleich war Anderlecht ebenbürtig, das Niveau der Partie verflachte aber zusehends und Chancen blieben Mangelware. So resultierte das 1:2 aus einem unglücklichen Zufall: Philipp Lahm rutschte auf der rechten Seite aus, Jakowenko nahm den Ball auf - und knallte ihn von der Strafraumgrenze in die kurze Torecke (34.). Michael Rensing im Bayern-Tor sah dabei unglücklich aus und konnte den Ball nur noch ins Netz lenken.

Hitzfeld reagierte auf die immer harmloser werdenden Angriffe seiner Mannschaft und wechselte nach der Pause Franck Ribéry für den blassen Toni Kroos ein. Der Franzose war vier Minuten auf dem Platz, als er seine ganze Klasse zeigte: Er setzte zu einem seiner unnachahmlichen Dribblings an, ließ Gegenspieler Guillaume Gillet wie eine Slalom-Stange stehen, scheiterte dann aber im ebenfalls eingewechselten RSC-Torwart Davy Schollen.

Der unglückliche Klose hatte für die bemühten, aber wenig glanzvollen Hausherren anschließend zwei Gelegenheiten zum 2:2, vergab aber erneut. Hitzfeld verstärkte in der 73. Minute seine Offensive, als er Stürmer Jan Schlaudraff für Mittelfeldspieler Andreas Ottl brachte. Doch die Bayern blieben weitgehend ungefährlich. In der 76. Minute setzte Ribéry einen Freistoß aus 17 Metern über das Tor, kurz vor dem Schlusspfiff vergab er noch eine gute Gelegenheit. Auch Podolski scheiterte einmal freistehend.

"Bis auf die ersten 20 Minuten, in denen wir sehr gut Fußball gespielt haben, kann ich nicht zufrieden sein. Wir haben uns durch die Gegentore aus dem Rhythmus bringen lassen und auch nicht mehr Tritt gefasst", sagte Hitzfeld nach dem Spiel. Manager Uli Hoeneß erklärte: "Ich ärgere mich nicht, obwohl wir schon nach einer Viertelstunde 3:0 hätten führen müssen. Wenn man auswärts 5:0 gewinnt, ist die Anspannung nicht mehr so groß."

FC Bayern - RSC Anderlecht 1:2 (1:2)
1:0 Lucio (8.)
1:1 Serhat (20.)
1:2 Iakovenko (35.)
FC Bayern München: Rensing - Sagnol, Lucio, Breno, Lahm - van Bommel, Ottl (73. Schlaudraff), Sosa, Kroos (46. Ribery) - Klose (87. Hamit Altintop), Podolski
RSC Anderlecht: Zitka (46. Schollen) - Gillet, de Man, Juhasz, Deschacht - Sare, Hassan, Biglia, Goor, Iakovenko (66. Boussoufa) - Serhat (90+1. Gillis)
Schiedsrichter: Hauge (Norwegen)
Zuschauer: 63.000
Gelbe Karten: - / Juhasz, Iakovenko, Deschacht

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