Uefa-Cup Bremen stürmt zum Remis, HSV siegt deutlich

Hoffnung dank Diego: Werder Bremen spielte den AC Milan zeitweise an die Wand - am Ende reichte es aber nur zum Unentschieden. Der VfB Stuttgart musste sich Titelverteidiger Zenit St. Petersburg geschlagen geben, Wolfsburg unterlag in Paris. Der Hamburger SV hatte wenig Probleme.


Hamburg - Spielmacher Diego hat die Hoffnungen von Werder Bremen auf einen Einzug ins Achtelfinale des Uefa-Cups am Leben gehalten. Der Braslianer erzielte beim 1:1 (0:1) gegen den AC Mailand den Ausgleichstreffer in der 84. Minute und verschaffte Werder damit zumindestens eine kleine Chance für das Rückspiel in einer Woche im Guiseppe-Meazza-Stadion. Wir haben in der zweiten Halbzeit auf ein Tor gespielt, haben aber die Möglichkeiten nicht in Tore ummünzen können", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. "Wenn wir in der ersten Halbzeit so nachgerückt wären, wie nach der Pause, wäre noch mehr drin gewesen."

Mit seinem 66. Europapokal-Tor hatte Filippo Inzaghi in der 36. Minute die Gäste in Führung geschossen. Der Routinier profitierte vor 36.151 Zuschauern im Weserstadion von einem fatalen Fehlpass von Nationalspieler Clemens Fritz und anschließender Konfusion in der Bremer Hintermannschaft. Diego sorgte zumindest noch für den Ausgleich, als er eine Kopfballvorlage Hugo Almeida aus kurzer Distanz verwertete. In der Nachspielzeit hatte Bremen Pech, als Weltmeister Gianluca Zambrotta den Ball mit dem Kopf an den eigenen Pfosten lenkte.

"Das Tor war unglaublich wichtig", sagte Torschütze Diego, "dennoch ist das Resultat nicht zufriedenstellend. Es gibt noch viel zu tun im Rückspiel. Dann wird es noch schwieriger als heute."

Auch ohne den verletzt in Italien gebliebenen Mittelfeldregisseur Kaká und auch ohne Superstar David Beckham, der mit Oberschenkelproblemen erst in der 89. Minute eingewechselt wurde, präsentierte sich das Starensemble abgeklärt und mit viel Routine. Die Bremer waren zwar stets bemüht, doch merkte man ihnen nach dem verunglückten Rückrundenstart in der Bundesliga immer wieder ihre Verunsicherung an.

Da konnte auch die Rückkehr von Spielgestalter Diego nur wenig ändern. Auch wenn der Brasilianer Dreh- und Angelpunkt der Aktionen der Norddeutschen war und sich permanent bemühte, Ordnung in die Aktionen seiner Teamkollegen zu bringen.

Vielleicht wäre die Partie, die Nationalspieler Torsten Frings gelbgesperrt auf der Tribüne verfolgte, anders verlaufen, wenn die griechische Neuerwerbung Alexandros Tziolis nach nur 57 Sekunden die erste und gleichzeitig bis zum Ausgleich beste Torchance der Bremer genutzt hätte. Der Nationalspieler kam aus kurzer Distanz frei zum Schuss, scheiterte jedoch an Milan-Torhüter Dida. Aber auch der Tabellendritte der Serie A hatte im weiteren Verlauf der Begegnung gute Einschussmöglichkeiten. In der 15. Minute zwang Mathieu Flamini Werder-Keeper Tim Wiese mit einem Distanzschuss zu seiner Glanzparade.

In der 66. Minute traf Inzaghi nach einem sehenswerten Konter mit einem Schrägschuss nur das Lattenkreuz. Ihre optische Überlegenheit konnte das Team von Coach Thomas Schaaf bis in die Schlussphase hinein aufrecht erhalten und wurde mit dem Ausgleich belohnt. Damit blieben die Bremer vor eigenem Publikum gegen italienische Mannschaften im zwölften Spiel in Folge ungeschlagen.



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