Uefa-Cup-Finale Sevillas Torwart Palop ist der König von Schottland

Forest Whitaker kann seinen Oscar als bester Hauptdarsteller abgeben: Andres Palop avancierte im Uefa-Pokal-Finale in Glasgow zum Held des Abends. Der Torhüter des FC Sevilla hielt gegen Espanyol Barcelona drei Elfmeter und sicherte seinem Team die Titelverteidigung.


Glasgow - Der FC Sevilla setzte sich im spanischen Finale im Hampden-Park in Glasgow nach einem 2:2 (1:1, 1:1) nach Verlängerung erst im Elfmeterschießen 3:1 gegen Espanyol Barcelona durch. Damit verteidigte Sevilla den Titel aus dem Vorjahr. Damals hatten die Spanier den FC Middlesbrough 4:0 bezwungen. Dieses Kunststück schafften bisher nur der FC Barcelona, FC Valencia und Real Madrid.

Ausgelassen feierte der FC Sevilla seinen erneuten Triumph nach den Treffern von Adriano Correia (18.) und Frederic Kanoute (105.) in der regulären Spielzeit und Elfmetern von Kanoute, Ivica Dragutonovic und Puerta. Für Espanyol, das die entscheidende Phase der Partie nach der Gelb-Roten Karte gegen Moises Hurtado (68.) in Unterzahl bestreiten musste, trafen Alberto Riera (28.) und Jonatas (115.) vor 52.000 Zuschauern jeweils zum Ausgleich. Im entscheidenden Elfmeterschießen zeigte Espanyol jedoch Nerven. Dreimal konnte Sevillas Keeper Andres Palop parieren. Nur Walter Pandiani traf für Espanyol vom Punkt.

Im strömenden Regen versuchten beide Teams von der ersten Minute an Akzente zu setzen. Beim offenen Schlagabtausch ergab sich die erste Chance für Sevilla bereits nach vier Minuten, als Enzo Maresca nur das Außennetz traf. Doch Barcelona zeigte sich völlig unbeeindruckt und hielt in jeder Phase dagegen. Für Ernüchterung sorgte Adriano Correia. Nach einem Abwurf von Sevillas Torhüter Palop spurtete der Brasilianer über das halbe Spielfeld und ließ anschließend Barcelonas Keeper Gorka Iraizoz aus spitzem Winkel keine Chance.

Doch die Freude beim Titelverteidiger währte nur zehn Minuten, als Barcelonas Alberto Riera die Unentschlossenheit in Sevillas Abwehr nutzte und mit einem leicht abgefälschten Schuss von der Strafaumgrenze zum 1:1 erfolgreich war. Die Abwehr von Sevilla, in der erneut der deutsche Ex-Nationalspieler Andreas Hinkel nicht aufgeboten wurde, wirkte in dieser Szene unentschlossen und schlecht organisiert.

Zwar wirkte das Spiel von Sevilla mit dem starken ehemaligen Schalker Christian Poulsen im Mittelfeld nach dem Wechsel ein wenig zielstrebiger, aber nicht effektiver. Wesentlich gefährlicher präsentierte sich Barcelona in der Offensive. Nach der Führungschance von Raul Tamudo (56.) lenkte zwei Minuten später Sevillas Torhüter Palop den Ball mit einer Glanzparade nach einem Distanzschuss von Riera an die Latte.

Nach dem Platzverweis gegen Hurtado benötigte Barcelona einige Minuten, um sich neu zu ordnen. Sevilla verstärkte derweil seine Offensivbemühungen, folglich musste Barcelona einige brisante Situationen im eigenen Strafraum überstehen. Pech hatte Kanoute mit einem Kopfball in der 84. Minute. Ein Reflex von Torhüter Iraizoz verhinderte die vorzeitige Entscheidung. In der Verlängerung bot sich das gleich Bild: Sevilla versuchte das Abwehr-Bollwerk von Barcelona zu knacken, Espanyol suchte seine Minimal-Chance mit Kontern.

Espanyol Barcelona - FC Sevilla 2:2 (1:1, 1:1) n.V., 1:3 i.E.
0:1 Adriano (18.)
1:1 Riera (28.)
1:2 Kanoute (105.)
2:2 Jonatas (115.)
Elfmeterschießen:
0:1 Kanouté
0:2 Dragutinovic
1:2 Pandiani
1:3 Puerta
Barcelona: Iraizoz - Zabaleta, Torrejon, Jarque, David Garcia - Moises Hurtado, de la Pena (86. Jonatas) - Rufete (56. Pandiani), Luis Garcia, Riera - Tamudo (72. Lacruz). - Trainer: Valverde
Sevilla: Palop - Daniel Alves, Javi Navarro, Dragutinovic, Puerta - Marti, Poulsen, Maresca (46. Jesus Navas), Adriano Correia (76. Renato) - Kanoute, Luis Fabiano (64. Kerschakow). - Trainer: Ramos
Schiedsrichter: Massimo Busacca (Schweiz)
Zuschauer: 52.000 in Glasgow
Gelb-Rote Karte: Moises Hurtado wegen wiederholten Foulspiels (68.)
Gelbe Karten: - Luis Fabiano, Kanoute, Puerta

bri/sid



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