Uefa-Cup Hertha hält sich schadlos

Hertha BSC Berlin hat einen ersten Schritt Richtung Erreichen der zweiten Runde des Uefa-Cups getan. Schön anzusehen war das Spiel gegen Westerlo jedoch nicht.


Westerlo - In einem schwachen Spiel vor 4500 Zuschauern im Stadion "t'Kuipke" siegten die Berliner am Mittwochabend beim belgischen Pokalsieger KVC Westerlo mit 2:0 (1:0). Die Tore für die Berliner erzielten Andreas Schmidt (42.) und Stefan Beinlich (89.).

"Das wird heute nichts für Filigrantechniker", hatte Jürgen Röber angesichts von Dauerregen und entsprechend tiefem Boden vor dem Spiel in Westerlo gemutmaßt, und der Hertha-Trainer sollte Recht behalten. Seine Mannschaft tat sich indes nicht nur schwer mit dem Geläuf, sondern auch mit dem von Beginn an äußerst diszipliniert aufspielenden Tabellenvorletzten der ersten belgischen Liga. Westerlo ließ sich tief zurückfallen und versuchte hauptsächlich über Konter zum Erfolg zu kommen.

Kaum Zweikämpfe gewonnen

Gegen diese Spielweise fand die Hertha, die zunächst ohne Nationalspieler Sebastian Deisler angetreten war, über weite Strecken der Partie keine geeigneten Mittel. Im Mittelfeld wurden kaum Zweikämpfe gewonnen, lange Bälle nach vorne erreichten so gut wie nie den eigentlichen Adressaten.

Drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff fiel dann völlig überraschend die 1:0-Führung für die Herthaner. Aus einer unübersichtlichen Situation im und am Strafraum der Belgier zog Andreas Schmidt aus 17 Metern ab und traf ins Tor.

Mit Deisler kommt die Ordnung

Zu Beginn der zweiten Halbzeit brachte Röber dann Deisler und Neuendorf für Alex Alves und Schmidt. Gegen die konditionell nachlassenden Gastgeber kontrollierten die nun besser organisiert wirkenden Berliner das Geschehen und erspielten sich Feldvorteile. In der 67. Minute verpasste Deisler nach guter Vorarbeit von Stefan Beinlich eine mögliche Vorentscheidung, KVC-Keeper Deelkens konnte den Flachschuss des 21-Jährigen gerade noch parieren.

Westerlo startete zwanzig Minuten vor dem Ende eine verzweifelt anmutende Schlussoffensive, und die Berliner Gäste verloren ob dieser Anstrengungen des Gegners wieder die Kontrolle über das Spiel. "Da wurde es noch mal brenzlig", befand Trainer Röber nach dem Abpfiff.

Kiraly pariert, Beinlich trifft

Zweimal setzte Stürmer Pelic freistehend Kopfbälle über das Hertha-Tor (73./75). Auf der Gegenseite wurde ein Schuss von Beinlich (78.) abgeblockt. Simunic konnte im Strafraum gerade noch den Routinier Severyns (83.) abgrätschen. Kurz darauf stoppte Torwart Gabor Kiraly mit dem Fuß einen Schuss von Smits, um dann vier Minuten später einen Fernschuss von van den Bossche aus dem Winkel zu fischen.

In der 89. Minute machte Beinlich im Anschluss an einen Konter und nach klugem Pass von Rene Tretschok das alles entscheidende 2:0. Das Fazit von Hertha-Manager Dieter Hoeneß war ein pragmatisches: "Die Mannschaft hat ein gutes Ergebnis erzielt, und das zählt schließlich im Europapokal."

KVC Westerlo - Hertha BSC Berlin 2:0 (1:0)
Westerlo: Deelkens - Ba, Verheyen, Machiels, De Conninck (65. Severeyns) - Lammens (65. Delen), Schaessens, Smits, Serneels - Pelic, Willemsen (65. van den Bossche)
Hertha: Kiraly - Rehmer (69. Sverisson), Tretschok, Simunic - Hartmann, Dardai, Schmidt (46. Neuendorf), Maas - Beinlich - Alves (46. Deisler), Preetz
Schiedsrichter: Sergeij Schmolik (Weißrussland)
Zuschauer: 4500



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