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21. Februar 2008, 18:58 Uhr

Uefa-Cup

Nürnberg im Pech, Bayer und Bayern glänzend

Gala-Auftritt im Doppelpack: Sowohl Leverkusen gegen Galatasaray als auch der FC Bayern gegen Aberdeen haben sich mit beeindruckenden Siegen für das Achtelfinale qualifiziert. Weiter sind auch der HSV und Bremen. Nürnberg schied gegen Benfica in den Schlussminuten aus.

Hamburg - Mit einer Galavorstellung sind Leverkusen und der FC Bayern ins Uefa-Cup-Achtelfinale gestürmt. Die Münchner gewannen zu Hause gegen den schottischen Vertreter FC Aberdeen 5:1 (2:0). Bayer fertigte den türkischen Spitzenreiter Galatasaray Istanbul 5:1 (3:0) ab und steht nach dem 0:0 im Hinspiel wie im Vorjahr in der Runde der letzten 16. Damit kommt es am 6. und 12./13. März zum Aufeinandertreffen mit dem Hamburger SV, dem ersten deutschen Duell im Europacup seit 1999. Der HSV sicherte sich das Weiterkommen durch ein 0:0 gegen den FC Zürich, nachdem er im Hinspiel in der Schweiz 3:1 gewonnen hatte. Bremen trifft im Achtelfinale auf die Glasgow Rangers. Werder besiegte nach dem 3:0 im Hinspiel Sporting Braga auch im Rückspiel - diesmal 1:0.

Ausgeschieden ist dagegen der 1. FC Nürnberg nach dem 2:2 (0:0) gegen Benfica Lissabon (Hinspiel 0:1). Der Bundesligist führte bis zur 89. Minute 2:0, doch dann gelang den Portugiesen der wichtige Auswärtstreffer. In der Nachspielzeit traf Lissabon dann noch zum Ausgleich.

Podolski glänzt gegen Aberdeen

Bayern München hat souverän das Achtelfinale im Uefa-Cup erreicht. Die Mannschaft von Trainer Ottmar Hitzfeld setzte sich gegen den FC Aberdeen 5:1 (2:0) durch und zog damit nach dem 2:2 im Hinspiel ungefährdet in die Runde der letzten 16 ein. Die Tore für den nach wie vor durch den Ausfall von Franck Ribéry ersatzgeschwächten deutschen Rekordmeister erzielten das Innenverteidiger-Duo Lucio (12.) und Daniel van Buyten (36.), Lukas Podolski per Doppelpack (71./76.) sowie Mark van Bommel (85.). Den Ehrentreffer der Schotten erzielte Steve Lovell (83.).

In der nächsten Runde bekommen es die Bayern mit dem RSC Anderlecht zu tun. "Ich bin im Großen und Ganzen zufrieden, natürlich kann man noch das ein oder andere verbessern", sagte Hitzfeld, der personell einiges umgestellt hatte: "Wenn man so viele Spiele und einen ausgezeichneten Kader hat, darf man sich auch nicht scheuen, mal ein Risiko einzugehen." Auch Manager Uli Hoeneß war zufrieden: "Das war ein sehr unterhaltsames Fußball-Spiel."

Vor 66.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena hatten die Bayern bereits vor der Pause für klare Verhältnisse gesorgt. Zunächst verwandelte Lucio einen Freistoß aus 20 Metern mit rechts zum 1:0. Torwart James Langfield machte bei dem Gewaltschuss des Brasilianers allerdings eine unglückliche Figur.

In der 36. Minute traf in van Buyten auch der zweite Innenverteidiger. Der Belgier war nach einem Freistoß von Toni Kroos mit dem Kopf zur Stelle und sorgte damit schon zur Pause für die Vorentscheidung. Beinahe hätte Lucio der weitgehend beschäftigungslosen Innenverteidger unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff noch fortgestzt, allerdings traf er mit seiner Volleyabnahme nur den Pfosten.

Die Bayern ließen sich das Fehlen ihres Superstars Ribéry sowie die insgesamt sechs Veränderungen im Vergleich zum Hinspiel nicht anmerken. Überraschend hatte Hitzfeld dabei im Sturm neben Luca Toni Bundesliga-Bankdrücker Podolski anstelle von Nationalmannschafts-Kollege Miroslav Klose aufgeboten. Zudem gönnte er Zé Roberto eine Pause.

Die Bayern dominierten trotz der ungewohnten Formation über weite Strecken das Geschehen und schnürten die Schotten phasenweise ein. Zeugnis der Überlegenheit waren abgesehen von den Treffern und Lucios Pfostenschuss eine Handvoll Großchancen allein bis zur Pause. Unter anderem traf Podolski bereits in der zweiten Minute mit einer Volleyabnahme die Latte.

Das Offensiv-Spiel der Gäste fand dagegen praktisch nicht statt. Außer einigen wenigen Entlastungsangriffen war Aberdeen überwiegend darum bemüht, der Überlegenheit der Münchner standzuhalten. Einzig in der 24. Minute wurde es für Bayern-Kapitän Oliver Kahn gefährlich, als Darren Mackie auf dem Flügel der Abwehr enteilte und mit seinem Rechtsschuss nur knapp am Tor vorbeischoss.

Auch in der zweiten Halbzeit waren die Kräfte unverändert verteilt. Die Bayern blieben das überlegene und spielerisch bessere Team. Die Schotten wirkten nun zwar bemühter, konnten aber nur noch durch Lovell Ergebniskosmetik betreiben. In der Schlussphase taten die Bayern nicht mehr als nötig und schonten bereits Kräfte für das Topspiel der Bundesliga gegen den Hamburger SV am kommenden Sonntag (17 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Podolski ("Von mir aus kann es so weiter gehen") stockte dennoch per Doppelpack auf 4:0 auf, als er zunächst einen Abpraller nach einem Klose-Schuss aus spitzem Winkel einschoss und wenig später nach Ecke von Bastian Schweinsteiger per Kopf traf. Van Bommel sorgte für den Endstand.

Bayern München - FC Aberdeen 5:1 (2:0)
1:0 Lucio (12.)
2:0 van Buyten (36.)
3:0 Podolski (71. )
4:0 Podolski (77.)
4:1 Lovell (83.)
5:1 van Bommel (85.)
München: Kahn - Sagnol, Lucio, van Buyten, Jansen - Altintop (75. Schweinsteiger), van Bommel, Ottl, Kroos (69. Sosa) - Toni (65. Klose), Podolski. - Trainer: Hitzfeld
Aberdeen: Langfield - Foster, Diamond, Considine - Maybury, Mackie (72. De Visscher), Nicholson, Severin, Walker (62. Maguire) - Miller, Aluko (80. Lovell). - Trainer: Calderwood
Schiedsrichter: Robert Malek (Polen) Zuschauer: 66.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Kroos / Maybury, Walker, Aluko, Nicholson, Mackie

Nürnberg scheidet unglücklich aus

Der 1. FC Nürnberg hat die Überraschung im Uefa-Pokal nicht geschafft und kann sich nun ganz auf den Abstiegskampf in der Bundesliga konzentrieren. Eine Woche nach dem 0:1 in der portugiesischen Hauptstadt schieden die Franken als erster deutscher Club aus dem Wettbewerb aus. Vor 42.890 Zuschauern versetzten Oscar Cardozo (89.) und Angel di Maria (90.+2) dem "Club" den unglücklichen K.o. Stürmer Angelos Charisteas (58.) und Ivan Saenko (66.) hatten die spielerisch schwachen, aber unermüdlich kämpfenden Nürnberger in Führung gebracht, die auch im dritten Anlauf den ersten Sieg unter dem neuen Trainer Thomas von Heesen verpassten, aber trotz des Ausscheidens Selbstbewusstsein für das Abstiegsduell gegen Energie Cottbus am Sonntag (17 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) getankt haben dürften.

Vor 43.000 Zuschauern hätte Saenko bereits vor der Pause für die Führung sorgen müssen: Doch der Russe vergab aus kurzer Distanz. Das 1:0 ließ dann nach dem Wechsel nicht lange auf sich warten, als Charisteas nach Pass von Jaouhar Mnari einen Stellungsfehler der Benfica-Abwehr eiskalt ausnutzte.

Auch der zweite Treffer der Gastgeber wurde durch einen schweren Patzer der Gäste begünstigt. Luiz Filipes Querschläger erreichte Saenko, der umkurvte eiskalt Lissabons Keeper Quim und schob überlegt zum viel umjubelten 2:0 ein. Benfica verstärkte danach zwar seine Offensiv-Bemühungen, hatte damit aber zunächst keinen Erfolg, weil dem eingewechselten Oscar Cardozo in der 72. Minute alleine vor Jaromir Blazek die Nerven versagten. In der 89. Minute machte es der Paraguayer dann besser und sorgte mit dem 1:2 für die Vorentscheidung.

1. FC Nürnberg - Benfica Lissabon 2:2 (0:0)
1:0 Charisteas (58.)
2:0 Sajenko (66.)
2:1 Cardozo (89. )
2:2 Di Maria (90.+2)
Nürnberg: Blazek - Reinhardt, Wolf, Glauber, Pinola - Mnari (87. Abardonado), Galasek, Engelhardt - Charisteas, Koller, Sajenko. - Trainer: von Heesen
Lissabon: Quim - Luis Filipe, Luisao, Edcarlos (70. Sepsi), Leo - Petit, Katsouranis - Maxi Pereira (70. Cardozo), Rui Costa, Nuno Assis (81. Di Maria) - Makukula. - Trainer: Camacho Schiedsrichter: Bebek (Kroatien)
Zuschauer: 42.890
Gelbe Karten: Leo, Maxi Pereira, Luis Filipe, Makukula, Petit

Bayer fertigt Istanbul ab

Vor 22.000 Zuschauern in der ausverkauften BayArena machten zweimal Sergej Barbarez (11., 22.) sowie Stefan Kießling (13.) mit seinem sechsten Europapokaltor der Saison das Weiterkommen innerhalb von zwölf Minuten perfekt. Abwehrspieler Karim Haggui (55.) und Bernd Schneider per Foulelfmeter (60.) schossen in der zweiten Hälfte den höchsten Leverkusener Heimsieg im Europacup seit dem 11. August 2004 heraus. Das späte Tor der Gäste durch Ahmed Barusso (87., Foulelfmeter) war nurmehr Ergebniskorrektur.

"Das war ein wunderschöner Abend. Das sind Spiele, die Spaß machen", sagte Barbarez, der lange Jahre beim künftigen Gegner HSV spielte: "Ich freue mich auf viele bekannte Gesichter. Aber es ist schade, dass eine deutsche Mannschaft ausscheiden muss."

Die gut 5000 türkischen Fans trauten in der ersten halben Stunde ihren Augen nicht. Die Leverkusener spielten Galatasaray mit herrlichem Kombinations- und Angriffsfußball schwindelig und waren im Vergleich zum dürftigen Auftritt im Hinspiel nicht wiederzuerkennen. Bereits nach elf Minten brachte dabei Barbarez nach einer Flanke von Kießling die Leverkusener auf die Siegerstraße.

Sehenswert waren auch die weiteren Treffer vor der Pause. Nach feinem Zuspiel von Schneider war Kießling zur Stelle, beim zweiten Barbarez-Tor leistete der Schweizer Nationalspieler Tranquillo Barnetta die Vorarbeit. So machte sich das Fehlen des Leverkusener Torhüters René Adler überhaupt nicht bemerkbar. Adler fällt derzeit mit einer Muskelverletzung im Adduktorenbereich aus und wird auch am kommenden Samstag in der Bundesliga gegen Schalke 04 (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) fehlen. Stellvertreter Benedikt Fernandez machte seine Sache gut und war bei den wenigen türkischen Chancen, etwa der von Ümit (58.), zur Stelle. "Er hat keine Nerven gezeigt. Ein tolles Spiel von ihm", sagte Sportdirektor Rudi Völler.

Insgesamt enttäuschten die von Karl Heinz Feldkamp trainierten Istanbuler über die gesamten 90 Minuten. Auch der frühere Schalker Lincoln, der zur zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, konnte dem Spiel keine Wende mehr geben. Stattdessen leitete ein Fehler des Galatasaray-Keepers Orkun, der den Ball vor die Füße von Haggui abprallen ließ, das 4:0 ein. Fünf Minuten später kam dann auch Schneider zu seinem Treffer, nachdem Servet Kießling im Strafraum gefoult hatte.

Bayer Leverkusen - Galatasaray Istanbul 5:1 (3:0)
1:0 Barbarez (11.)
2:0 Kießling (13.)
3:0 Barbarez (22. )
4:0 Haggui (55.)
5:0 Schneider (60., Foulelfmeter)
5:1 Barusso (87., Foulelfmeter)
Leverkusen: Fernandez - Castro, Friedrich, Haggui, Sarpei - Rolfes, Vidal - Schneider (76. Dum), Barbarez (65. Schwegler), Barnetta - Kießling (72. Gekas). - Trainer: Skibbe
Istanbul: Orkun - Özbek, Emre, Servet, Volkan - Serkan Calik (46. Lincoln), Mehmet Topal (46. Sabri), Ayhan (65. Barusso), Arda - Ümit, Hakan Sükür. - Trainer: Feldkamp
Schiedsrichter: Skomina (Slowenien)
Zuschauer: 22.500 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Schneider, Kießling / Ümit, Sabri, Emre

Bremen in Nachtschicht ins Achtelfinale

Eine müde Mitternachts-Show hat Werder Bremen im Uefa-Cup zum Sprung ins Achtelfinale gereicht. Nach dem 3:0-Hinspielsieg kam das Team im Rückspiel bei Sporting Braga zu einem glanzlosen 1:0 (0:0)-Sieg. Der Treffer des Tages gelang dem eingewechselten Ivan Klasnic in der 78. Minute. In der Runde der letzten 16 treffen die Norddeutschen nun am 6. und 12./13. März auf den schottischen Rekordmeister Glasgow Rangers.

Vor nur 8000 Zuschauern im Stadio Municipal taten die Bremer nicht mehr als notwendig und hatten offensichtlich bereits das Bundesliga-Spiel am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) bei Eintracht Frankfurt im Kopf, das nur 39 Stunden nach der Partie in Portugal angepfiffen wird. " Einige unserer Spieler wirkten ein wenig verschlafen, vielleicht lag es an der späten Anstoßzeit", sagte Werders Vorstandsvorsitzender Jürgen Born schon nach den ersten 45 Spielminuten.

Insbesondere in der ersten Halbzeit agierten die Gastgeber beweglicher, und der Brasilianer Wander hätte in der 13. und 19. Minute seine Mannschaft gleich zweimal in Führung schießen können. Die beste Torgelegenheit des Bundesliga-Zweiten vor dem Seitenwechsel vergab der Portugiese Hugo Almeida, der im Duell mit seinen Landsleuten mit einem Distanzschuss nur die Latte traf. Elf Minuten nach Wiederbeginn zog der Stürmer erneut aus 25 Metern Entfernung ab, scheiterte aber an Bragas Torhüter Pawel Kieszek.

Selbst in der Schlussphase blieb es auf Seiten von Braga bei der unverständlichen Taktik, nur eine einzige Sturmspitze aufzubieten. Wegen des Fehlens von Mittelfeldregisseur Diego (Schambeinentzündung) hatte Werder-Trainer Thomas Schaaf die Kreativ-Abteilung der Hanseaten neu formieren müssen. Diegos Rolle übernahm der Däne Daniel Jensen, der mit einem präzisen Pass das Tor von Klasnic vorbereitete. Erstmals gehörte der in der Winterpause vom Ligarivalen Schalke 04 verpflichtete Mesut Özil zur Startformation.

Sporting Braga - Werder Bremen 0:1 (0:0)
0:1 Klasnic (78.)
Braga: Kieszek - Joao Pereira, Paulo Jorge, Rodriguez, Carlos Fernandes - Stelvio (61. Vandinho), Brum - Wender (46. Matheus), Cesar Peixoto, Ze Manuel (46. Joao Tomas) - Linz. - Trainer: Machado
Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Owomoyela - Baumann - Borowski (79. Boenisch), Özil (57. Vranjes) - Jensen - Rosenberg (70. Klasnic), Almeida. - Trainer: Schaaf
Schiedsrichter: Serge Gumienny (Belgien)
Zuschauer: 8000
Gelbe Karten: Brum, Paulo Jorge, Stelvio / Borowski, Fritz, Naldo

Hamburger schonen sich ins Achtelfinale

Der Hamburger SV hat wie erwartet das Achtelfinale im Uefa-Cup erreicht. Mit dem 3:1-Hinspiel-Erfolg im Rücken und dem Spitzenspiel bei Bayern München am kommenden Sonntag (17 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) im Kopf, kam der HSV über ein 0:0 im Rückspiel gegen den FC Zürich nicht hinaus.

Dass sich vor immerhin 33.586 Zuschauern keiner seiner Spieler vor dem Bundesliga-Hit in München verletzt hat, dürfte Trainer Huub Stevens noch am meisten gefreut haben. Bemerkenswert war die Geduld der HSV-Fans, die ihre Mannschaft und am Ende sich selbst mit pausenlosen Gesängen feierten und nur ganz selten ihrer Unzufriedenheit mit Pfiffen Luft machten. Auch die rund 3000 mitgereisten Schweizer Anhänger sangen in der Gäste-Kurve während der gesamten 90 Minuten, die auf dem Rasen nur wenige Highlights boten.

"Ich bin zufrieden mit dem Weiterkommen, mit der Leistung bin ich es nicht", sagte HSV-Coach Huub Stevens. "Die Spieler wissen genau, dass sie hätten mehr bringen können. Gegen die Bayern müssen wir uns am Sonntag natürlich steigern. Wir haben wenig Chancen zugelassen, aber in der Offensive waren wir relativ schwach."

Der FC Zürich hatte vor Spielbeginn auch nicht mehr an die Möglichkeit einer Überraschung geglaubt. "Wir brauchen schon ein Wunder, um weiter zu kommen", erklärte Trainer Bernard Challendes. Für den Schweizer Meister, der nun nur eines seiner letzten zehn Spiele gewann, ging es vor allem darum, sich achtbar aus der Affäre zu ziehen."

"Kein Tor kassiert, nicht verloren, alles in Ordnung", fasste Abwehrspieler Vincent Kompany den langweiligen Kick zusammen. Für den Belgier war der Einzug in die Runde der letzten 16 nie gefährdet: "Das 3:1 im Hinspiel war schon ein perfektes Ergebnis. Auch diesmal hatten wir den Gegner im Griff und haben nur vergessen, die Tore zu machen."

Mit zunehmender Spieldauer kamen die Hausherren, bei denen Piotr Trochowski erneut den immer noch verletzten Kapitän Rafael van der Vaart als Spielmacher ersetzte, besser ins Spiel. Trochowski (16.) hatte die erste Torgelegenheit, seinen Schuss aus 17 Metern lenkte Torwart Johnny Leoni mit den Fingerspitzen um sein Gehäuse. In der 20. Minute war es ebenfalls der deutsche Nationalspieler, der eine weitere gute Gelegenheit vergab. Nach einem Zuspiel von Guy Demel zögerte er zu lange mit dem Torschuss, der daraufhin abgeblockt wurde. Die größte Torgelegenheit hatte unmittelbar vor der Pause Collin Benjamin, der Namibier schoss allerdings freistehend aus zwölf Metern am Tor vorbei.

Nach dem Wechsel verflachte die Partie weiterhin. Die Hamburger taten nicht mehr als nötig, versuchten harten Zweikämpfen aus dem Weg zu gehen und bemühten sich, ausschließlich über Kombinationen vor das Züricher Tor zu gelangen. So einfach wollten sich die Schweizer aber nicht ausspielen lassen und waren deshalb kaum noch gefährdet. Ihre einzige ernsthafte Torgelegenheit hatten die Gäste in der 70. Minute, als Eric Hassli aus elf Metern freistehend über das HSV-Tor schoss.

Hamburger SV - FC Zürich 0:0

Hamburg:
Rost - Demel (77. Boateng), Reinhardt, Mathijsen, Benjamin - de Jong, Kompany - Jarolim, Trochowski (81. Fillinger), Olic - Guerrero (62. Choupo-Moting). - Trainer: Stevens
Zürich: Leoni - Rochat, Lampi, Barmettler, Stahel - Djuric, Tico (46. Konde), Aegerter - Chikhaoui, Abdi (59. Hassli) - Alphonse (58. Tahirovic). - Trainer: Challandes
Schiedsrichter: Kristinn Jakobsson (Island)
Zuschauer: 33.586
Gelbe Karten: Jarolim, Benjamin / Tico, Konde

fpf/sid

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