Uefa-Cup "Rassistische Diskriminierung"

Der für Menschenrechtsfragen zuständige türkische Minister hat die Aussperrung von Anhängern Galatasaray Istanbuls beim Uefa-Cup-Rückspiel in Leeds scharf kritisiert.


Istanbul - Die Anhänger von Galatasaray könnten als Opfer von Menschenrechtsverletzungen betrachtet werden, sagte der für Menschenrechtsfragen zuständige Staatsminister Ahmet Ali Irtemcelik nach einem Bericht der "Turkish Daily News": "Leider muss ich feststellen, dass es sich hierbei um eine rassistische Diskriminierung handelt."

Der türkische Sportminister Fikret Ünlü glaubte nicht, dass sich türkische Fans trotz der Uefa-Entscheidung ganz vom Halbfinal-Rückspiel am kommenden Donnerstag ausschließen ließen. "Sie können in Europa lebende Türken nicht davon abhalten, sich das Spiel anzuschauen. Ich gehe davon aus, dass Hunderte, wenn nicht sogar Tausende Türken im Stadion sein werden." Auch die türkische Zeitung "Hürriyet" schrieb "We are coming" (Wir kommen), kündigte damit aber lediglich die Anreise der Journalisten des Blattes an.

Die türkischen Zeitungen verurteilten die Uefa-Entscheidung vom Freitag. "Armes England - Das britische Empire hat sich den Hooligans gebeugt", schrieb "Milliyet" am Samstag. "Die Türken in Europa und unsere Gebete werden die Löwen aus der Falle befreien", meinte "Sabah". Vor dem Hinspiel war es in der vergangenen Woche in Istanbul zu blutigen Ausschreitungen zwischen britischen und türkischen Fans gekommen, bei denen zwei britische Fans erstochen worden waren.

Sportlich ließ sich Galatasaray am Freitagabend nicht aus der Ruhe bringen. Im Spitzenduell der türkischen Meisterschaft gegen Verfolger Besiktas Istanbul kamen die "Löwen" fünf Spieltage vor Ende der Saison zu einem 1:1 und führten damit weiterhin die Tabelle mit sechs Punkte vor Verfolger Besiktas an.



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