Uefa-Cup Remis für Herthas letztes Aufgebot

Fußball-Bundesligist Hertha BSC hat gute Aussichten, in die zweite Runde des Uefa-Pokals einzuziehen. Beim schottischen Club FC Aberdeen ließen die stark ersatzgeschwächten Berliner im Hinspiel der ersten Runde kein Gegentor zu.


Aberdeen - Das letzte Aufgebot von Fußball-Bundesligist Hertha BSC Berlin erkämpfte sich im Hinspiel der ersten Runde beim schottischen Vertreter FC Aberdeen ein 0:0. Hertha-Manager Dieter Hoeneß sagte: "Bei dieser ersatzgeschwächten Mannschaft war das Zusammenstehen besonders wichtig. Wir haben die Zweikämpfe angenommen und letztendlich ein achtbares Ergebnis erzielt." Hertha BSC ist allerdings gewarnt: Im Vorjahr kam Servette Genf in der dritten Runde mit dem selben Resultat nach Berlin und schaltete die Herthanern mit 3:0 aus.

Vor 10.180 Zuschauern im Pittodrie-Stadion von Aberdeen mussten die Berliner kurzfristig auch noch auf Marko Rehmer verzichten, der sich eine Entzündung am linken Fußballen zugezogen hatte und über Fieber klagte. Dabei waren die Berliner ohnehin nur mit einem Rumpfteam an die schottische Ostküste gereist, nachdem acht Spieler verletzt passen mussten. Für Rehmer sprang der 20 Jahre alte Amateurspieler Alexander Madlung ein und zeigte trotz anfänglicher Unsicherheiten gegen Aberdeens Laurent D'Jaffo eine solide Leistung.

Vor den Augen des schottischen Nationaltrainers Berti Vogts starteten die "Dons" engagiert in ihre 100. Europapokal-Partie und besaßen durch Darren Youngs Schuss aus 20 Metern (6.) und einem von Jamie McAllister geschossenen Freistoß (19.) die ersten Möglichkeiten.

Die erste Berliner Chance hatte Luizao in der 31. Minute, doch den Kopfball konnte Aberdeens Keeper Peter Kjaer parieren. Vier Minuten später scheiterte Herthas Kapitän "Jolly" Sverrisson an Kjaer.

Die Gastgeber ließen vor allem Berlins Spielmacher Marcelinho durch rüde Attacken die schottische Spielweise spüren. Im Spiel nach vorne blieb der Drittletzte der schottischen Liga jedoch einfallslos. Die beste Chance der Schotten war ein Kopfball von D'Jaffo, den Gabor Kiraly gerade noch um den Pfosten lenken konnte (40.).

In der 68. Minute hatte Derek Young die Führung auf dem Fuß, doch auch er scheiterte an Kiraly. Eine Minute später traf Herthas "Zecke" Neuendorf ins Tor der Gastgeber, doch Schiedsrichter Esquinas Torres aus Spanien hatte fälschlicherweise ein Foul von Luizao erkannt und verweigerte dem Treffer die Anerkennung.

"Wir haben kein Tor gemacht, deshalb bin ich ein wenig enttäuscht", kommentierte Berlins Trainer Huub Stevens. " Trotzdem muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment machen, sie hat die richtige Einstellung gezeigt. Wir haben gut gekämpft und uns Chancen herausgespielt, aber das Quäntchen Glück hat gefehlt."


FC Aberdeen - Hertha BSC Berlin 0:0
Aberdeen: Kjaer - Deloumeaux, Anderson, McGuire, McAllister (75. Fabiano) - McNaughton, Darren Young, Bisconti, Derek Young (83. Mike) - Mackie (70. Michie), D'Jaffo
Berlin: Kiraly - Madlung, Friedrich, Sverrisson, Hartmann - Dardai, Tretschok (64. Marx), Neuendorf (89. Mladenow) - Marcelinho - Luizao, Goor
Schiedsrichter: Esquinas Torres (Spanien)
Zuschauer: 10.180
Gelbe Karten: Derek Young, Anderson - Neuendorf, Luizao



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