Uefa-Cup Rot-weiße Fußballparty für Mainz

Die Überraschungsmannschaft der vorigen Bundesligasaison sorgt auch auf europäischer Bühne für positive Schlagzeilen. Der FSV Mainz 05 schlug in der ersten Qualifikationsrunde des Uefa-Cups den FC Mika Aschtarak aus Armenien deutlich.


 Torschützen Ruman (l.) und Auer: "Eigentlich müsste es gelaufen sein"
DDP

Torschützen Ruman (l.) und Auer: "Eigentlich müsste es gelaufen sein"

Frankfurt - Mit diesem jederzeit ungefährdeten Sieg haben die Rheinhessen ein gelungenes Debüt im internationalen Wettbewerb gefeiert: Der Bundesligaaufsteiger der vorigen Saison besiegte in der ersten Uefa-Cup-Qualifikationsrunde den armenischen Pokalsieger FC Mika Aschtarak 4:0 (2:0) und kann damit schon vor dem Rückspiel am 28. Juli (Donnerstag) in der armenischen Hauptstadt Eriwan für die zweite Runde planen. Insgesamt muss Mainz 05 zwei Qualifikations-Durchgänge sowie die erste Hauptrunde überstehen, um in die lukrative Gruppenphase des Uefa-Pokals einzuziehen.

22.000 Zuschauer hatten die Frankfurter Commerzbank-Arena an diesem Abend zu einer Mainzer Außenstelle gemacht. In einer beeindruckenden Auto-Karawane in den rot-weißen Farben des Vereins, hatten sich die Fans von Mainz nach Frankfurt aufgemacht, um im Stadion des ungeliebten Nachbarn Eintracht Frankfurt "eine Party zu feiern", wie es FSV-Präsident Harald Strutz formulierte.

Der Umzug in die Commerzbank-Arena war notwendig geworden, weil die Uefa bei internationalen Spielen ausschließlich Sitzplätze in den Stadion vorschreibt - im kleinen Mainzer Bruchwegstadion hätten daher nur 10.000 Besucher Platz gefunden. Die Mainzer hatten sich als Bundesligaelfter über die Fairplay-Wertung der Uefa für den internationalen Wettbewerb qualifiziert.

Starker Ruman erzielt frühe Führung

Und diese rot-weiße Fußballparty begann für die Rheinhessen prächtig: Der vom Zweitligaverein Greuther Fürth gekommene Mittelfeldspieler Petr Ruman erzielte mit einem Schuss aus 16 Meter bereits nach acht Minuten die verdiente Führung. Nach einem eklatanten Fehler von Gäste-Torwart Garnik Howhannisjan, der einen 30-Meter-Schuss von Benjamin Weigelt in Richtung des eigenen Tores faustete, staubte FSV-Angreifer Benjamin Auer noch vor der Pause zum 2:0 ab (36. Minute). Im zweiten Abschnitt erzielte Innenverteidiger Nikolce Noveski per Kopf das 3:0 (58.), ehe erneut Auer (67.) zum Endstand traf.

Die Mainzer setzten bei ihrer Premiere in einem europäischen Wettbewerb den Tabellenzweiten der armenischen Liga, in der bereits 13 Spieltage absolviert sind, gleich in den Anfangsminuten unter Druck. Auch nach der Führung von Ruman (an diesem Abend im Sturm eingesetzt) war der FSV überlegen, alleine der frühere "U21"-Nationalspieler Auer hätte vor seinen beiden Treffern bereits für eine Vorentscheidung sorgen können. Doch zunächst scheiterte der Stürmer an Torwart Howhannisjan (26.), drei Minuten später erkannte Referee Per Ivar Starberg aus Norwegen ein Tor wegen eines vorangegangenen Foulspiels nicht an.

"Es läuft optimal für uns"

"Es läuft optimal für uns, so müssen wir weitermachen. In den Qualifikationsrunden ist zwar nur Kleingeld zu verdienen, aber auch das ist wichtig für einen Verein wie Mainz 05", meinte Manager Christian Heidel in der Halbzeitpause. Trainer Klopp fand später nur lobende Worte für seine Mannschaft: "Was sich die Jungs nach drei Wochen Vorbereitung abverlangt haben, war großartig", meinte der Coach und ging bereits vom Einzug in die zweite Runde aus: "Eigentlich müsste es gelaufen sein. Aber wir werden trotzdem nach Armenien fahren und wieder versuchen, vernünftigen Fußball zu spielen."

Mainzer Fans: In Europa angekommen
DPA

Mainzer Fans: In Europa angekommen

Den über weite Strecken harmlosen und körperlich unterlegenen Außenseiter aus Armenien war der Respekt vor der ungewohnt großen Kulisse von der ersten Minute an deutlich anzumerken. Die Angreifer Hratscha Mikaeljan und Karen Asatrjan konnten sich kaum in Szene setzen und waren bei den starken Mainzer Abwehrtspielern Noveski und Manuel Friedrich in guten Händen. Zudem offenbarten die Osteuropäer, die insgesamt kein internationales Niveau boten, große Abstimmungsprobleme in der Defensive.

FSV-Trainer Jürgen Klopp vertraute im ersten Pflichtspiel der neuen Saison bis auf eine Änderung ganz dem Team, das in der vergangenen Spielzeit frühzeitig den Klassenerhalt gesichert hatte. Alleine Neuzugang Ruman bekam eine Chance von Beginn an und überzeugte nicht nur aufgrund seines Treffers. Dagegen zählte der vom Ligarivalen Borussia Dortmund nach Mainz gekommene Angreifer Otto Addo aufgrund einer Knieverletzung noch nicht zum Kader. Zudem fehlte US-Nationalspieler Conor Casey, der beim Einsatz für sein Heimatland beim Gold Cup einen Kreuzbandriss im rechten Knie erlitt und ein halbes Jahr pausieren muss. Beste Mainzer waren die Torschützen Ruman und Auer. Bei den Gästen gefiel mit Abstrichen nur Artjom Adamjan.

FSV Mainz 05 - Mika Aschtarak 4:0 (2:0)
1:0 Ruman (8.)
2:0 Auer (36.)
3:0 Noveski (58.)
4:0 Auer (67.) Mainz: Wache - Abel (77. Demirtas), Friedrich, Noveski, Weigelt - Gerber, Babatz, da Silva (77. Pekovic) - Thurk, Ruman (82. Jovanovic) - Auer
Aschtarak: Garnik Howhannisjan - Tahmasjan (77. Schewtschenko), Magdiew, Melojan, Wardan Howhannisjan - Ardaches Adamjan (46. Petikjan), Dawtjan, Morosow, Artjom Adamjan - Mikaeljan, Asatrjan (67. Beglarjan)
Zuschauer (in Frankfurt): 22.000
Schiedsrichter: Starberg (Norwegen)
Gelbe Karten: - / Morosow, Petikjan, Tahmasjan



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.