Uefa-Cup Tonis Torhagel holt München aus dem Tief - Bayer-Feier in Zürich

Sie zitterten sich ins Spiel und trafen dann fast mit jedem Schuss: Der FC Bayern profitierte gegen Aris Saloniki von einem extrem schwachen Torwart und dem vierfachen Torschützen Luca Toni. Leverkusen demontierte auswärts den FC Zürich.


Hamburg - Der FC Bayern und Bayer Leverkusen lieferten sich am letzten Spieltag der Uefa-Cup-Gruppenphase ein Wettschießen. Die Münchner besiegten Aris Saloniki 6:0 (2:0), Leverkusen gewann beim FC Zürich 5:0 (2:0). Beide Mannschaften ziehen als Gruppensieger in die K.o.-Runde ein.

Luca Toni schoss die Bayern mit vier Treffern zwischen der 25. und 66. Minute fast im Alleingang zum am Ende hochverdienten 6:0 (2:0)-Sieg. Christian Lell (78.) und Philipp Lahm (81.) sorgten anschließend für den höchsten Bayern-Sieg im Europacup seit 23 Jahren (damals 10:0 gegen Anorthosis Famagusta/Zypern). Der erneut starke Franck Ribéry glänzte dreimal als Vorbereiter. Allerdings sah Aris-Keeper Konstantinos Chalkias bei den ersten vier Toren schlecht aus, als er den Ball entweder abprallen oder fallen ließ - oder gleich daneben griff.

Bei eisigen Temperaturen um minus fünf Grad waren die Bayern von Beginn an bemüht, ihre Ladehemmung abzulegen. In den letzten sieben Bundesligapartien hatte die Millionen-Offensive der Bayern gerade einmal vier Treffer erzielt. Zunächst schien es, dass sich diese Serie fortsetzen sollte, denn Philipp Lahm, Lucio (jeweils 2.) und Miroslav Klose (5.) vergaben in der Anfangsphase sehr gute Möglichkeiten. Die Bayern agierten in der Folgezeit zwar weiterhin überlegen, viele Aktionen waren jedoch zu umständlich, um die kompakte Aris-Defensive zu gefährden.

Die Griechen verlegten sich zunächst wie erwartet aufs Kontern und waren dabei durchaus gefährlich. In der zwölften Minute hatten die Münchner sogar Glück, nicht in Rückstand geraten zu sein. Vladimir Ivic brachte jedoch aus fünf Metern Entfernung völlig freistehend den Ball nicht an Oliver Kahn vorbei, der mit dem Fuß rettete. Der Kapitän stand nach seiner Suspendierung in Berlin wieder im Tor des Rekordmeisters.

Erst das 1:0 von Toni konnte den Bann brechen. Nach dem Wechsel agierten die Münchner souverän, ohne sich zunächst weitere Möglichkeiten herauszuspielen. Das hervorragende Zusammenspiel zwischen Ribéry und Toni sorgte schließlich für die Entscheidung. In der Folgezeit hatten die Münchner keine Mühe mehr, das Ergebnis gegen die harmlosen Griechen auszubauen. Damit haben sich vorerst auch die Diskussionen um Trainer Ottmar Hitzfeld beruhigt, der von den Fans gefeiert wurde.

"Ich bin froh, dass wir unsere Fans mit einem Torfestival versöhnen konnten. Die Mannschaft hat Frische gezeigt und war total überlegen, so dass die Tore zwangsläufig fallen mussten. Mir wäre es allerdings lieber gewesen, wir hätten das eine oder andere Tor gegen Duisburg oder in Berlin geschossen", sagte Hitzfeld.

Als Gruppenerster können die Bayern nicht auf ein ausgeschiedenes Team aus der Champions League treffen, sondern nur auf einen Gruppendritten aus dem Uefa-Cup. Zudem genießen sie im Rückspiel der ersten K.o.-Runde am 21. Februar Heimrecht. Die Auslosung findet bereits am Freitag im Uefa-Hauptquartier im schweizerischen Nyon statt.

Bayern München - Aris Saloniki 6:0 (2:0)
1:0 Toni (25.)
2:0 Toni (38.)
3:0 Toni (64.)
4:0 Toni (66.)
5:0 Lell (78.)
6:0 Lahm (81.)
München: Kahn - Lell (79. Sagnol), Lucio, Demichelis, Lahm - Schweinsteiger, Ze Roberto, van Bommel (62. Ottl), Ribery - Klose (62. Podolski), Toni
Saloniki: Chalkias - Vangeli, Papadopoulos, Guiaro, Aurelio - Nebegleras, Prittas, Garcia Nacho (87. Karabelas) - Ivic (46. Javito) - Koke (71. Diogo), Felipe.
Schiedsrichter: Alon Yefet (Israel)
Zuschauer: 64.000
Gelbe Karten: van Bommel, Ribéry / Vangeli, Nebegleras, Chalkias, Papadopoulos



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