Uefa-Kongress in Paris Präsident Platini für vier Jahre wiedergewählt
Uefa-Boss Platini: Wiederwahl per Akklamation
Foto: PATRICK KOVARIK/ AFPHamburg - Michel Platini bleibt weitere vier Jahre Präsident der Europäischen Fußball-Union. Der 55-jährige Franzose wurde am Dienstag auf dem Uefa-Kongress in Paris ohne einen Gegenkandidaten per Akklamation erwartungsgemäß in seinem Amt bestätigt. Platini hatte sich 2007 in einer Kampfabstimmung gegen den Schweden Lennart Johansson durchgesetzt und den wichtigsten Posten im europäischen Fußball übernommen.
Der Kapitän der französischen Europameister-Mannschaft von 1984 hat sich bislang als Reformer hervorgetan. Das wichtigste Projekt seiner zweiten Amtszeit ist die Regelung zum "Financial Fair Play". Die Vereine sollen vor dem unkontrollierten Schuldenmachen bewahrt und die Chancengleichheit zwischen den europäischen Top-Ligen wieder hergestellt werden.
"Als Spieler habe ich viele intensive Momente erlebt. Einer meiner schönsten Momente war jedoch, als Sie mich vor vier Jahren in Düsseldorf zum Präsidenten dieser prestigeträchtigen Institution wählten", hatte Platini in seiner Begrüßungsrede auf dem 35. Uefa-Kongress gesagt.
Blatter überrascht die Delegierten
Platini hatte zudem Probleme bei den EM-Vorbereitungen in der Ukraine eingeräumt, sprach aber von einer erfolgreichen "historischen Premiere". Er regte eine Reform des internationalen Spielkalenders an, verkündete die Zentralvermarktung der Fernsehrechte für Qualifikationspartien und appellierte an die Politik, den Fußball im Kampf gegen Gewalt in Stadien und Wettbetrug zu unterstützen. "Bei diesen beiden großen Herausforderungen müssen wir einräumen, dass wir mehr denn je auf die Hilfe der staatlichen Behörden und der Politik angewiesen sind", sagte Platini.
Zuvor hatte Fifa-Boss Joseph Blatter als Gastredner auf dem Kongress mit der Ankündigung überrascht, nur noch eine Amtszeit anzustreben. Blatter ist zwar schon 75 Jahre alt. Trotzdem war allgemein damit gerechnet worden, dass der Schweizer noch eine fünfte Amtszeit ins Auge fassen würde. Wobei nicht sicher ist, ob er überhaupt noch lange im Amt bleiben wird. Beim Fifa-Wahlkongress Ende Mai in Zürich hat er mit Asiens Fußballchef Mohammed Bin Hammam schließlich einen Gegenkandidaten um das höchste Amt im Weltfußball.
In Paris wird auch die Neuordnung des einflussreichen Fifa-Exekutivkomitees geregelt. DFB-Präsident Theo Zwanziger hat als deutscher Vertreter den ausscheidenden Franz Beckenbauer beerbt. Die Wahl des 65-Jährigen in den Inner Circle des Weltverbandes galt schon im Vorfeld als sicher und geschah ebenfalls per Akklamation.