Gewaltsamer Polizeieinsatz Uefa leitet Disziplinarverfahren gegen Schalke ein

Zwei Tage nach den Vorkommnissen beim Playoff-Spiel gegen Paok Saloniki hat die Europäische Fußball-Union ein Disziplinarverfahren gegen den FC Schalke 04 eröffnet. Dem Club werden nach eigenen Angaben das Zeigen politischer Banner und Zuschauerausschreitungen vorgeworfen.
Ausschreitungen auf Schalke: Club wird zur Rechenschaft gezogen

Ausschreitungen auf Schalke: Club wird zur Rechenschaft gezogen

Foto: PATRIK STOLLARZ/ AFP

Hamburg - Schalke 04 drohen nach den Vorfällen beim Playoff-Hinpiel zur Champions League gegen Paok Saloniki (1:1) Konsequenzen. Die europäische Fußball-Union Uefa hat ein Disziplinarverfahren gegen S04 eingeleitet und wirft dem Club das Zeigen politischer Banner, Zuschauerausschreitungen und die verspätete Abgabe der Spielaufstellungen vor.

In der zweiten Halbzeit hatte eine Hundertschaft Polizisten den Schalke-Block gestürmt, in dem sich hauptsächlich Mitglieder der Ultras Gelsenkirchen aufhalten. Zuvor war dort eine frühere mazedonische Flagge gezeigt worden, die nach Ansicht der Polizei die Griechen provoziert und den Verdacht auf Volksverhetzung gerechtfertigt habe. Die Schalker Ultras sind mit Anhängern des mazedonischen Erstligisten Vardar Skopje befreundet.

Schalke will sich juristisch beraten und auf Freispruch plädieren. Zudem haben der Verein und die Gelsenkirchener Polizei inzwischen den Dialog aufgenommen. Beiden Parteien sei an der "Aufarbeitung der Ereignisse" gelegen, sagte Vorstandsmitglied Peter Peters. Bei einer ersten Unterredung "in sehr konstruktiver Atmosphäre" sei Vertraulichkeit über den weiteren Fortgang des Austausches vereinbart worden.

Zuvor hatte der Club bereits verkündet, nach dem Rückspiel am kommenden Donnerstag auf das übliche Bankett mit dem Vorstand von Saloniki verzichten zu wollen. Schalke-Vorstand Peter Peters erklärte, man habe "Konsequenzen aus den ärgerlichen Vorkommnissen" gezogen. Er kritisierte das Verhalten der Fans und des eigenen Clubs bei dem umstrittenen Polizei-Einsatz.

Ein Versäumnis der griechischen Offiziellen sei es zudem gewesen, sich auf die mazedonische Fahne im Schalke-Block vorzubereiten. "Wenn eine solche Fahne für solchen Aufruhr sorgen kann, wäre es die Aufgabe der Verantwortlichen gewesen, in den obligatorischen Sicherheitsbesprechungen frühzeitig darauf hinzuweisen", sagte Peters: "In der aufgeregten Atmosphäre eines Spiels ist das unzweifelhaft der völlig falsche Zeitpunkt. Schalke 04 konnte das doch nicht wissen."

psk/sid
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