Radikale Reformvorschläge Uefa plant offenbar Champions League mit Auf- und Abstieg

Ist es eine Revolution oder eine angemessene Anpassung an den modernen Fußball? Medienberichten zufolge gibt es konkrete Pläne der Uefa für eine dreigleisige Europaliga. 2024 könnte es losgehen.
Liverpools Georginio Wijnaldum, Trent Alexander-Arnold und Jordan Henderson (v.l.) jubeln gegen Barcelona

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Foto: Phil Noble/REUTERS

Ab 2024 könnte es im Fußball nach Plänen der Uefa eine ganz neue Wettbewerbsstruktur geben, in der Vereine zwischen drei europäischen Ligen auf- und absteigen können. Das berichten mehrere Medien. Die Presseagentur AP veröffentlichte Grafiken, die die angedachte Struktur abbilden sollen.

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Auch die New York Times  und die "Bild"-Zeitung  hatten darüber berichtet. Die Qualifikation für die Champions League würde demnach nicht mehr vor allem über die nationalen Ligen erfolgen. Stattdessen sollen den Plänen zufolge die 24 besten der 32 Champions-League-Teilnehmer automatisch auch in der Folgesaison dabei sein - vergleichbar mit der Regelung in nationalen Ligen.

Bisher wurden die Teilnehmer jedes Jahr aufs Neue über die nationalen Ligen ausgespielt. Angesichts der großen finanziellen Unterschiede haben allerdings Klubs wie Bayern München, Real Madrid oder Juventus auch jetzt de facto ein sicheres Startrecht, da es praktisch ausgeschlossen ist, dass sie in ihren jeweiligen Ligen schlechter als Platz vier abschneiden.

Den Berichten zufolge würde es ab 2024 drei europaweite Ligen geben - eine "League 1" (praktisch die heutige Champions League) mit 32 Teams, darunter eine "League 2" (entsprechend der Europa League) mit 32 Mannschaften, und schließlich eine "League 3", in der 64 weitere Klubs aktiv sind.

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Die oberste Liga würde offenbar in vier Achtergruppen ausgespielt, aus denen die jeweils besten 16 Teams das Achtelfinale erreichen, die zwei Schlechtesten jeder Gruppe würden in die League 2 absteigen. Die acht Absteiger würden durch vier Aufsteiger aus der League 2 (die dortigen Halbfinalisten) sowie vier Mannschaften ersetzt, die sich über nationale Ligen qualifizieren, nach einem noch nicht bekannten Modus.

Die Mindestanzahl an Spielen für jedes Team würde sich im neuen Modell von sechs auf 14 erhöhen, die beiden Finalisten würden am Ende 21 Spiele bestreiten. Obgleich alle Teilnehmer parallel weiter in ihren nationalen Ligen aktiv wären, würde der sportliche Wettbewerb in diesen mutmaßlich verzerrt, wenn die Europapokalteilnahme nicht mehr vom Abschneiden in den Ligen abhängig wäre. Ein FC Bayern mit sicherem Startplatz könnte dann beispielsweise in der Bundesliga seine Reservisten testen.

So verwundert es nicht, dass die Vertreter der bestehenden Ligen den Plänen kritisch gegenüberstehen. Javier Tebas, Präsident des Spanischen Liga-Verbands, wird in der New York Times zitiert, es sei "ein Format, das die nationalen Wettbewerbe sowie die sportliche und finanzielle Basis der großen Mehrzahl aller europäischen Klubs nachhaltig zerstören würde."

rae/AP
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