Uefa-Pokal-Finale ZSKA Moskau schreibt Fußball-Geschichte

Damit hatte wohl niemand gerechnet: Außenseiter ZSKA Moskau hat im Finale des Uefa-Cups seinen Gegner Sporting Lissabon überraschend klar besiegt und damit Fußball-Geschichte geschrieben. Zum ersten Mal holt ein russischer Club die Europacup-Trophäe.


Siegreiche Moskauer Spieler: Fußballgeschichte geschrieben
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Siegreiche Moskauer Spieler: Fußballgeschichte geschrieben

Lissabon - Der Außenseiter gewann am Mittwochabend das Uefa-Pokalfinale bei "Gastgeber" Sporting Lissabon dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit verdient mit 3:1 (0:1). Vor 45.000 Zuschauern im ausverkauften José-Alvalade-Stadion brachte Rogerio (29.) die Hausherren zwar in Führung. Doch Alexej Beresutski (57.), Juri Schirkow (66.) und Vagner Love (75.) drehten das Spiel noch zu Gunsten der Russen um. Für Sporting war es nach dem Verpassen des portugiesischen Meistertitels die zweite große Enttäuschung.

Drei Tage nach der verpatzten Generalprobe gegen Benfica Lissabon (0:1), die auch das Aus im portugiesischen Titelkampf bedeutete, begann Sporting zunächst engagiert und setzte die Gäste mit Tempo-Fußball unter Druck. Die ZSKA-Abwehr zeigte sich allerdings gut organisiert und gestattete den oft zu ungenau agierenden Portugiesen nur sehr wenige Einschussmöglichkeiten. So sorgte Sergej Ignaschewitsch (25.) für die erste gefährliche Situation, als er Rodrigo Tellos Freistoß per Kopf knapp über das eigene Tor lenkte.

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Uefa-Pokalfinale: Moskauer Maskenball

Vier Minuten später schlug es aber im Gehäuse von Igor Akinfejew ein. Nach einem Ballverlust von Moskaus Brasilianer Daniel Carvalho reagierte dessen Landsmann Rogerio am schnellsten, drehte sich um die eigene Achse und zirkelte den Ball in den Winkel. Sporting drehte nun auf, ohne vor der Pause noch zu weiteren Treffern zu kommen, während Moskau in den ersten 45 Minuten in der Offensive enttäuschte. Bei der einzigen gefährlichen Aktion verzog Vagner Love nach Ivica Olic' Zuspiel freistehend (45.).

Kurz nach Wiederanpfiff hatte Fabio Rochemback (47.) den zweiten Treffer auf dem Fuß, doch sein Schuss von der Strafraumgrenze wurde abgewehrt. Die Gäste gestalteten die Partie nun offener und kamen ihrerseits zu guten Chancen: Vagner Love schoss noch knapp vorbei (54.), Beresutskis Kopfball drei Minuten später aber landete nach Carvalhos Freistoß zum Ausgleich im Tor. Knapp zehn Minuten später war erneut Carvalho der Passgeber - Schirkow behielt vor Ricardo die Nerven und überwand den Lissaboner Schlussmann.

Im folgenden offenen Schlagabtausch traf Rogerio dann freistehend aus einem Meter Entfernung nur den Innenpfosten. Das rächte sich: Im Gegenzug nutzte Vagner Love für die nun konternden Russen seine dritte Chance und sorgte für die Entscheidung zu Gunsten des von Öl-Milliardär Roman Abramowitsch gesponserten Außenseiters.

Sporting Lissabon - ZSKA Moskau 1:3 (1:0)
1:0 Rogerio (29.)
1:1 Alexej Beresuzki (59.)
1:2 Schirkow (66.)
1:3 Vagner Love (75.)
Lissabon: Ricardo - Miguel Garcia, Enakarhire, Beto, Tello - Rochemback - Rogerio (80. Douala), Moutinho (87. Viana), Barbosa - Sa Pinto (72. Niculae), Liedson
Moskau: Akinfejew - Alexej Beresuzki, Ignaschewitsch, Wassili Beresuzki - Odiah, Rahimic, Aldonin (86. Gusew), Schirkow - Carvalho (82. Semberas) - Olic (67. Krasic), Vagner Love
Zuschauer: 48.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Graham Poll (England)
Gelbe Karte: Barbosa



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