Uefa-Pokal Schalke siegt last-minute in Warschau

Der FC Schalke 04 steht mit einem Bein in der dritten Runde des Uefa-Pokals. Beim polnischen Meister Legia Warschau gewann der DFB-Pokal-Sieger das Hinspiel durch ein Kopfballtor von Ebbe Sand in der 90. Minute.


Schalkes Varela setzt sich gegen Legias Surma (r.) durch: Der Mann aus Usruguay erzielte zwei Tore
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Schalkes Varela setzt sich gegen Legias Surma (r.) durch: Der Mann aus Usruguay erzielte zwei Tore

Warschau - Nach zuletzt enttäuschenden Leistungen in der Bundesliga feierte Schalke 04 bei Legia Warschau einen 3:2 (0:0)-Sieg und ist damit bereits vor dem Rückspiel am 14. November in der voraussichtlich ausverkauften Arena "Auf Schalke" für die dritte Runde so gut wie qualifiziert. Trainer Frank Neubarth lobte: "Es war eine sehr gute Leistung. Wir haben gut in der Defensive gestanden und uns Konterchancen erarbeitet."

Vor 13.000 Zuschauern im Warschauer Armeestadion erzielte Torjäger Ebbe Sand in der 90. Minute den Siegtreffer für die Gelsenkirchener. Bereits nach einem Doppelschlag des Uruguayers Gustavo Varela (50. und 54.) hatte der Bundesliga-Sechste wie der sichere Sieger ausgesehen. Doch Dariusz Dudek (58.) und Stanko Svitlica mit einem umstrittenen Foulelfmeter (63.) sorgten für den zwischenzeitlichen Ausgleich des siebenmaligen polnischen Champions.

Bei den Gelsenkirchenern saß der zuletzt enttäuschende Spielmacher Andreas Möller nur auf der Bank. Trainer Frank Neubarth stärkte durch die Hereinnahme von Sven Kmetsch die Defensive. Marc Wilmots, einzig verbliebener "Eurofighter" vom Uefa-Cup-Triumph 1997, übernahm Möllers Aufgaben.

Auf dem tiefen Boden gewannen die "Königsblauen" zunächst die meisten Zweikämpfe und kamen so zu ersten guten Chancen durch Niels Oude Kamphuis, der allerdings zweimal an Warschaus bulgarischem Torhüter Radostin Stanew scheiterte (2. und 5.). "Die ersten 20 Minuten haben wir gut kontrolliert, dann haben wir aber etwas den Faden verloren", kritisierte Manager Rudi Assauer zur Pause. Ernsthaft in Gefahr geriet das Tor von Frank Rost in der ersten Hälfte allerdings nicht, der Schalker Schlussmann musste nur beim 20-Meter-Schuss von Adam Majewski eingreifen (29.).

Nach dem Seitenwechsel knüpften die Gäste, die 1997 als letzter Bundesligist den Uefa-Cup gewonnen hatten, an die Leistung der Anfangsphase an. Nach schönem Zuspiel von Wilmots flankte Oude Kamphuis auf Varela, der Torhüter Stanew keine Chance ließ. Beim zweiten Tor des Uruguayers leistete Sand mit einem Traumpass die Vorarbeit.

Pech hatte das Neubarth-Team bei den Gegentoren. Dem 1:2 durch Dudek ging ein nicht geahndetes Foul an Tomasz Hajto voraus. Vor dem Ausgleich entschied Schiedsrichter Esquinas Torres (Spanien) bei einer fairen Attacke von Marco van Hoogdalem an Dudek auf Elfmeter. Am Ende aber hatten die Gäste doch wieder Grund zum Jubeln. Wilmots resümierte: "Das ist das perfekte Ergebnis, das bringt ein bisschen Ruhe. Wir haben wieder gezeigt, dass wir eine Mannschaft sind und Fußball nach vorne spielen können. Ebbe Sand ist immer da für die wichtigen Tore."


Legia Warschau - Schalke 04 2:3 (0:0)
0:1 Varela (50.)
0:2 Varela (54.)
1:2 Dudek (58.)
2:2 Svitlica (63., Foulelfmeter)
2:3 Sand (90.)
Warschau: Stanew - Zielinski - Omeljantschuk, Jozwiak - Szala (46. Dudek), Surma, Vukovic, Majewski (88. Magiera), Kielbowicz - Kucharski, Svitlica (84. Wroblewski)
Schalke: Rost - Oude Kamphuis, Hajto, van Hoogdalem, Rodriguez - Kmetsch, Poulsen - Varela, Wilmots (64. Mpenza), Böhme (76. Asamoah) - Sand
Schiedsrichter: Esquinas Torres (Spanien)
Zuschauer: 13.000
Gelbe Karten: Vukovic (2), Surma - Poulsen, Rodriguez, van Hoogdalem



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