UI-Cup Klare Sache für Schalke

Der FC Schalke 04 hat sich im UI-Cup in starker Form präsentiert. Beim klaren Sieg über Vardar Skopje trugen sich auch die Werder-Neuzugängen Ailton und Krstajic in die Torschützenliste ein. Der HSV muss sich dagegen beim Torjäger Romeo bedanken, der er sein Team beim FC Thun vor einer Blamage rettete.


Neu-Schalker Ailton: Erstes Pflichtspiel, erstes Tor
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Neu-Schalker Ailton: Erstes Pflichtspiel, erstes Tor

Gelsenkirchen - Ailton hat sich bei seinem neuen Club Schalke 04 gleich gut eingeführt. Der Torschützenkönig der vergangenen Saison, der vom deutschen Meister und Pokalsieger Werder Bremen nach Gelsenkirchen gewechselt war, steuerte mit einem Treffer seinen Teil zum 5:0 (2:0)-Sieg im UI-Cup-Viertelfinale gegen den mazedonischen Vertreter Vardar Skopje bei. Der Brasilianer traf in der 50. Minute zur Freude der 56.054 Zuschauer in Gelsenkirchen erstmals in einem Pflichtspiel für die Gelsenkirchener, die nach dem Auftaktsieg den Einzug in den Uefa-Pokal wie im Vorjahr ins Visier nehmen.

Neuzugang Mladen Krstajic (19.), wie Ailton von Bremen nach Schalke gewechselt, Hamit Altintop (40.), Thomas Kläsener (81.) sowie Zlatko Tanevski per Eigentor in der Nachspielzeit erzielten die weitere Tore zum ungefährdeten Schalker Erfolg über den fünfmaligen Landesmeister. Das Rückspiel am kommenden Samstag können die Gelsenkirchener ganz gelassen angehen.

Auf Ailtons Premierentor mussten die königsblauen Fans allerdings einige Zeit warten, denn zunächst funktionierte das Zusammenspiel mit dem Brasilianer noch nicht wie gewünscht. Die präzisen Pässe, mit denen Ailton in Bremen immer wieder eingesetzt worden war, vermisste der Brasilianer bei seinem neuen Arbeitgeber zunächst. Vor allem Jörg Böhme offenbarte im Zusammenspiel mit Ailton noch viele Defizite. Erst Levan Kobiaschwili bediente den schnellen Stürmer nach der Pause mit einem Kurzpass mustergültig, Ailton traf in gewohnter Manier.

Bei der Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes fehlten noch die weiteren Neuzugänge Lincoln (Grippe) und Marcelo Bordon, der mit Brasilien an der Copa America teilnimmt. Zudem stoßen die beiden dänischen EM-Teilnehmer Christian Poulsen und Ebbe Sand erst am Sonntag zum Team.

Romeo rettet den HSV

Weitaus mehr mühte sich der Hamburger SV beim UI-Cup-Spiel gegen den Schweizer Erstligisten FC Thun, der in der Runde zuvor dem VfL Wolfsburg (3:2, 4:1) seine Grenzen aufzeigte. Nur dank Bernardo Romeo und einer Aufholjagd in der zweiten Halbzeit ist Fußball-Bundesligist Hamburger SV im Drittrunden-Hinspiel in Thun einer Blamage entgangen und kann nach einem 2:2 (0:2) weiter auf eine nachträgliche Qualifikation für den Uefa-Pokal hoffen. Nach dem Pausenrückstand erzielte der Argentinier beide HSV-Treffer (50. und 85.) und verschaffte seinem Team somit eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Samstag in der AOL-Arena.

Romeo (r.): Zweikampfstark und treffsicher
DPA

Romeo (r.): Zweikampfstark und treffsicher

Vor 4150 Zuschauern im Lachenstadion, wo sich vor knapp einer Woche bereits der VfL Wolfsburg mit einer blamablen 1:4-Pleite aus dem Wettbewerb verabschiedetet hatte, brachte Antonio dos Santos die Gastgeber in Führung (28.). Drei Minuten später gab Schiedsrichter Selcuk Dereli (Türkei) nach einem Zweikampf zwischen Björn Schlicke und Mauro Lustrinelli einen umstrittenen Foulelfmeter, den Mario Raimondi sicher verwandelte.

Der HSV, bei dem Daniel van Buyten und der frühere Schalker Emile Mpenza in Abwesenheit von fünf potenziellen Stammspielern ein durchwachsenes Pflichtspiel-Debüt feierten, wirkte über weite Strecken schwerfällig, zeigte zu wenig Offensivdrang und war anfällig in der Abwehr.

Thun hätte die Führung bei konsequenter Chancenauswertung in der ersten Halbzeit noch höher gestalten können. Nach dem Seitenwechsel wurden die Hamburger besser und kamen durch den eigentlich zum Verkauf stehenden Romeo noch zum am Ende verdienten Ausgleich.

Odonkor lässt BVB jubeln

Auch Borussia Dortmund darf in Zeiten schwerer Finanzkrisen weiter von der Rückkehr ins internationale Geschäft träumen. Die Borussia gewann am Samstagabend das Hinspiel der dritten UI-Cup-Runde beim zweimaligen belgischen Meister RC Genk vor 20.000 Zuschauern 1:0 (1:0). Den entscheidenden Treffer markierte David Odonkor in der 42. Minute mit einem gefühlvollen Heber.

Glück hatte die Borussia in der 90. Minute, als Paul Kapaka einen Foulelfmeter für Genk nur an den Pfosten schoss. Der erst zehn Minuten zuvor eingewechselte Nationalspieler Sebastian Kehl hatte Mirsad Beslija im Strafraum von den Beinen geholt.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc war fürs erste zufrieden: "Das war noch kein optimaler Fußball, den wir gezeigt haben, aber für den Stand der Vorbereitung auf die in drei Wochen beginnenden Bundesliga kann man schon zufrieden sein. Das Tor von Odonkar war super." Das Rückspiel findet am kommenden Samstag (15 Uhr) im Dortmunder Westfalenstadion statt.

Schalke 04 - Vardar Skopje 5:0 (2:0)
1:0 Krstajic (19.)
2:0 Altintop (40.)
3:0 Ailton (50.)
4:0 Kläsener (81.)
5:0 Tanevski (90.+4, Eigentor)
Schalke: Rost - Oude Kamphuis (85. Hoogland), Waldoch, Krstajic, Pander - Altintop, Vermant (73. Kläsener), Kobiaschwili, Böhme - Asamoah (85. Hanke), Ailton
Schiedsrichter: Sedivy (Tschechien)
Zuschauer: 56.054


FC Thun - Hamburger SV 2:2 (2:0)
1:0 dos Santos (28.)
2:0 Raimondi (31., Foulelfmeter)
2:1 Romeo (50.)
2:2 Romeo (85.)
Hamburg: Wächter - Schlicke, van Buyten, Wicky - Benjamin, Jarolim, Beinlich, Kling - Barbarez - Mpenza, Romeo
Schiedsrichter: Dereli (Türkei)
Zuschauer: 4150


RC Genk - Borussia Dortmund 0:1 (0:1)
0:1 Odonkor (42.)
Dortmund: Warmuz - Evanilson, Madouni, Bergdölmo, Dede - Kringe, Oliseh - Ricken (79. Kehl) - Odonkor, Senesie (75. Saglik), Ewerthon (90. Akgün)
Schiedsrichter: Gomes (Portugal)
Zuschauer: 20.000
Gelbe Karten: Odonkor
Bes. Vorkommnis: Warmuz hält Foulelfmeter von Kpaka (90.)



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