Gruppe C - die Ukraine Vorbilder für eine Nation

Die Ukraine hat sich erstmals auf sportlichem Weg für eine EM qualifiziert. Doch für die zerrüttete Nation geht es bei dem Turnier um mehr als Fußball.

DPA

Seit mehr als zwei Jahren herrscht im Osten der Ukraine Krieg, nahezu täglich wird die Waffenruhe gebrochen, Menschen sterben. Dass sich die Ukraine, dieses gespaltene Land, erstmals auf sportlichem Weg für eine EM qualifiziert hat, wirkt da fast nebensächlich. Was ist schon Fußball, in diesen Zeiten?

Eine Menge. Denn im Fall der Ukraine ist der Fußball ein Symbol, ein positives Zeichen. Spieler aus dem Osten und aus dem Westen haben die EM-Quali bestritten, gemeinsam qualifizierten sie sich im vergangenen Jahr für die Playoff-Partien gegen Slowenien und im Anschluss auch für die EM-Endrunde in Frankreich.

"Wir wissen, wie wichtig die Euro 2016 sein wird. In dieser schwierigen Situation sollte die Ukraine zusammenstehen wie nie zuvor", sagt der frühere Bayern-Profi Anatoliy Tymoshchuk, 37 Jahre alt und seit vielen Jahren Kapitän der Ukraine. Er weiß: Ein vorbildlicher Auftritt seines Teams in Frankreich könnte als Schablone für eine ganze Nation dienen.

"Wir müssen unsere Kräfte bündeln"

Das mit der Vorbildrolle haben noch nicht alle Spieler verinnerlicht. Anfang Mai kam es in der ukrainischen Liga beim Spitzenspiel zwischen Meister Dynamo Kiew und Vizemeister Schachtjor Donezk zu einem Handgemenge. Der Tumult endete für die beiden Schachtjor-Profis Taras Stepanenko und Yaroslav Rakitsky sowie für Kiews Andriy Yarmolenko mit einem Platzverweis. Alle drei sind Stammspieler in der ukrainischen Nationalmannschaft. Wenig später entschuldigten sich die Beteiligten beieinander. "Wir müssen unsere Kräfte bündeln, denn sonst werden wir bei der Europameisterschaft keinen Erfolg haben können", sagte Nationaltrainer Mykhaylo Fomenko.

Abhängig ist der Erfolg der Ukraine in erster Linie von zwei Spielern. Yarmolenko und Evgen Konoplyanka von Europa-League-Sieger FC Sevilla sind die Superstars im ukrainischen Team. Sie spielen wie Franck Ribéry und Arjen Robben beim FC Bayern auf den offensiven Außenpositionen. Yarmolenko beginnt häufig auf der rechten Seite, Konoplyanka links. Genau wie Ribéry und Robben tauschen sie während des Spiels die Seiten, genießen unter Fomenko viele Freiheiten. In der Qualifikation erzielte das Duo fast die Hälfte der ukrainischen Treffer.

Vielleicht schauen sich die beiden Torjäger etwas von einer Stürmerikone ab. Andrej Schewtschenko ist seit Februar Co-Trainer der ukrainischen Nationalmannschaft. Als Kapitän führte Schewtschenko die Ukraine bei der WM 2006 bis ins Viertelfinale - und damit zum größten Erfolg der Verbandsgeschichte. Ein ähnliches Ergebnis in Frankreich wäre eine Sensation. Aber auch ein Zeichen, was man zusammen erreichen kann.

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carinanavis 09.06.2016
1. Hä?
Ukraine ist die Hauptdopernation neben Russland, Wessrussland und Polän. Wasä shreimä se daä fürneä Sheisseä?
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