Nach Anfeindungen von BVB-Anhängern Hoeneß und Rummenigge verteidigen "Ehrenmann" Hopp

"Wir verurteilen die schamlosen Gesänge und Transparente auf das Schärfste": Der FC Bayern ist Hoffenheims Mehrheitseigner Dietmar Hopp mit deutlichen Worten zur Seite gesprungen. Dessen Anwalt macht sich Sorgen.
Dietmar Hopp (l.) mit Bayern Präsident Uli Hoeneß

Dietmar Hopp (l.) mit Bayern Präsident Uli Hoeneß

Foto: Hasan Bratic/ dpa

Rückendeckung für Dietmar Hopp: Bayern München hat die Anfeindungen gegen den TSG-Hoffenheim-Mehrheitseigner vom vergangenen Samstag im Heimspiel gegen Borussia Dortmund scharf verurteilt und einen Appell an den deutschen Fußball gerichtet.

"Die ungeheuerlichen und völlig deplatzierten Anfeindungen gegen Dietmar Hopp in deutschen Fußballstadien haben am vergangenen Wochenende einen erschütternden Höhepunkt erfahren", teilte der FC Bayern in einem Schreiben mit, das von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß unterzeichnet war.

Man verurteile die "schamlosen Gesänge und Transparente gegen diesen Ehrenmann auf das Schärfste". Hopp sei ein "absolut untadeliger Charakter. Er hilft selbstlos, er unterstützt zahllose soziale Projekte nicht zuletzt mit großen finanziellen Mitteln". Hopp helfe, "wo man nur helfen kann", so die Bayern.

Rummenigge und Hoeneß appellierten: "Der Fußball muss sich gegen Aggressionen dieser Art solidarisieren. Wir müssen zusammenstehen, um solche Entgleisungen zu unterbinden. Es wäre fatal, wenn sich Menschen wie Dietmar Hopp irgendwann aus unserem Sport zurückziehen." Dies wäre ein verheerendes Signal und zudem ein großer Schaden für den Fußball.

Hopp und den FC Bayern verbindet eine lange Freundschaft, Franz Beckenbauer ist regelmäßiger Gast auf Hopps Golfplatz. Auch geschäftlich verbindet die beiden einiges: So sicherte sich Hopps Firma, SAP, kürzlich die Rechte an der zukünftigen multifunktionalen Sportarena in München. Dort werden in Zukunft sowohl die Spiele der Basketballer des FC Bayern (auch hier ist Hoeneß Präsident) als auch die des Eishockeymeisters Red Bull München stattfinden.

"Unsere Gesellschaftsordnung darf sich nicht machtlos zeigen"

Auch Hopps Anwalt, Christoph Schickhardt, meldete sich zu Wort und zeigte sich besorgt um seinen Klienten. "Unsere Gesellschaftsordnung darf sich nicht machtlos zeigen gegen solche Exzesse", sagte Schickhardt im Interview mit Sport1.

Der Anwalt sieht ebenfalls die Liga in der Verantwortung. "Es ist keine Frage der Strafe als vielmehr des Anstandes der Liga. Die Liga spricht immer von der Integrität des Wettbewerbs. Und dieser ist nicht mehr integer, wenn Fußballspiele unter solchen Umständen ausgetragen werden." Fußball sei nicht so wichtig, als dass er "über die Würde des Menschen gestellt wird und über Anstand und Respekt."

Am Montag hatte der Kontrollausschuss des DFB Ermittlungen gegen die TSG und auch den BVB eingeleitet. Gegen Hoffenheim ermittelt der Kontrollausschuss wegen des Verdachts auf "nicht ausreichenden Ordnungsdienst". Der BVB muss sich für das "unsportliche Verhalten der Anhänger" verantworten. Beim Spiel in Sinsheim (1:1) hatten BVB-Chaoten ein Transparent mit einem Bild Hopps gezeigt, dessen Konterfei sich in einem Fadenkreuz befand.

bam/sid
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