Bayern-Präsident Hoeneß über Boateng "Würde ihm als Freund empfehlen, den Verein zu verlassen"

Im Pokalfinale gegen RB Leipzig saß Jérôme Boateng erneut auf der Bank. Nun deutet alles auf einen Abschied des Ex-Nationalspielers hin. Uli Hoeneß rät ihm, den Verein zu verlassen.

Jérôme Boateng (Mitte) saß im Pokalfinale erneut nur auf der Bank
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Jérôme Boateng (Mitte) saß im Pokalfinale erneut nur auf der Bank


Präsident Uli Hoeneß hat Jérôme Boateng den Abschied vom deutschen Rekordmeister Bayern München nahegelegt. "Ich würde ihm als Freund empfehlen, den Verein zu verlassen. Er braucht eine neue Herausforderung, er wirkt wie ein Fremdkörper", sagte Hoeneß der ARD am Münchner Rathaus.

Boateng hatte nach dem 3:0-(1:0)-Sieg im Pokalfinale gegen RB Leipzig im Berliner Olympiastadion wie bei der gewonnenen Meisterschaft vor einer Woche darauf verzichtet, mit den Kollegen vor der Bayern-Kurve zu feiern. Stattdessen ging er als erster Profi in die Kabine. Während der Begegnung mit RB hatte Boateng einen unbeteiligten Eindruck hinterlassen.

"Es ist, glaube ich, für beide Seiten nicht die optimale Saison gewesen"

Der Vertrag des Weltmeisters von 2014 läuft noch bis 2021, die Bayern würden den bereits im vergangenen Sommer wechselwilligen Ex-Nationalspieler aber bei einem entsprechenden Angebot ziehen lassen, zumal mit Benjamin Pavard und Lucas Hernández, beide 23, zwei neue Verteidiger bereits feststehen. Boateng spielt seit 2011 für die Bayern und hat neben der Champions League vor sechs Jahren siebenmal die Meisterschaft sowie viermal den Pokal gewonnen.

"Bei Bayern München, meine Situation, wie sehe ich die?", hatte Boateng in den Tagen vor dem Endspiel gefragt - und sich die Antwort selbst gegeben: "Es ist, glaube ich, für beide Seiten nicht die optimale Saison gewesen." In den entscheidenden Begegnungen spielte der Weltmeister von 2014, der im März seinen Platz in der Nationalmannschaft verloren hatte, unter Trainer Niko Kovac keine Rolle mehr. Er hätte sich gewünscht, dass er "in den wichtigen Spielen mehr gespielt hätte", sagte Boateng.

Nun stehen die Zeichen auf Trennung . "Ich war immer ein Spieler, der beim FC Bayern in den wichtigen Spielen da war", sagte Boateng, "deswegen habe ich überhaupt keine Bedenken, dass mir da irgendwas nachgesagt wird."

bam/sid



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