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17. September 2014, 12:08 Uhr

Protest gegen RB Leipzig

Union-Fans hüllen Stadion in Schwarz

Schweigen, Spruchbänder und ein schwarzer Fanblock: Die Fans von Fußball-Zweitligist Union Berlin wollen beim Heimspiel am Sonntag gegen den finanzstarken Aufsteiger RB Leipzig protestieren. Der Klub stehe für den "Tod des Fußballs".

Hamburg - Die Union-Fans wollen ihr Stadion an der Alten Försterei nutzen, um eine in ihrer Größe bislang einmalige Protestaktion gegen Aufsteiger RB Leipzig zu realisieren. Demnach sei geplant, im ersten Aufeinandertreffen der beiden Klubs am Sonntag (13.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), das komplette Stadion in Schwarz zu hüllen. Dazu sollen etwa 20.000 Einweg-Regenjacken benutzt werden, die an den Kassen an die Zuschauer verteilt werden.

Mit dem Protest soll der "Tod des Fußballs" ausgedrückt werden, den der von Red Bull finanzierte Klub nach Meinung der Ultras heraufbeschwört. Als Zusammenschluss von Zweitliga-Fanszenen gründete sich im Juli die Initiative "Nein-zu-RB". Ihr gehören etwa die Fans aus Darmstadt, Kaiserslautern, Karlsruhe, München, Aue und Braunschweig an. Bereits am ersten Zweitliga-Spieltag gab es stadionübergreifende Proteste gegen RB Leipzig.

Zehn Minuten schweigen

Nun wollen die Union-Anhänger eine besonders große Aktion umsetzen. Neben dem in Schwarz getauchten Stadion sollen zahlreiche Spruchbänder aufgehängt werden. Der Protest könnte allerdings auch die eigene Mannschaft schwächen: Die Union-Fans wollen die ersten zehn Spielminuten schweigen, ehe sie ihr Team wieder unterstützen.

Bereits in der Vergangenheit haben der Klub aus der Hauptstadt und dessen Fans immer wieder Aktionen gegen RB gestartet. Als die Köpenicker 2011 um Aktionäre für den Stadionkauf warben, gab es ein Werbeplakat mit einer zerquetschten Red-Bull-Dose und dem Spruch: "Wir verkaufen unsere Seele, aber nicht an jeden."

Auch ein geplantes Testspiel wurde vor drei Jahren unter anderem auf Druck der Fans abgesagt. "Nicht alles, was aus sportlicher Sicht sinnvoll erscheint, passt zu Union", sagte Präsident Dirk Zingler damals.

In der bisherigen Zweitliga-Saison ist RB Leipzig besser aus den Startlöchern gekommen: Die Sachsen liegen auf dem zweiten Rang, während Union Berlin als Vorletzter noch auf den ersten Sieg wartet.

rzi/sid

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