Auswärtsspiel in Kaiserslautern Zweitligist Union Berlin verurteilt Polizei-Einsatz

Fußball-Zweitligist Union Berlin erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Die soll bei einem Einsatz nach dem Zweitliga-Spiel in Kaiserslautern brutal und unverhältnismäßig gegen Berliner Fans vorgegangen sein und dabei auch Frauen und Kinder gefährdet haben.

Hamburg - Fußball-Zweitligist Union Berlin hat einen Polizei-Einsatz am Rande des Spiels beim 1. FC Kaiserslautern am Samstag als "unverhältnismäßig und ungerechtfertigt" verurteilt. "Insbesondere vor der Rückfahrt des Sonderzuges nach Berlin ging die Polizei am Hauptbahnhof von Kaiserslautern rücksichtslos und zum Teil brutal gegen friedliche Union-Fans vor", teilten die Berliner auf ihrer Internetseite  mit.

Nach dem Schlusspfiff trafen im Kaiserslauterer Bahnhof gewaltbereite Anhänger beider Vereine aufeinander. Daraufhin griff die Polizei ein. Fünf Bundespolizisten seien dabei laut Angaben der Behörden verletzt worden, zwei von ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Auch Bahnmitarbeiter sind demnach angriffen worden. Nach ihrer Ankunft in der Hauptstadt sei bei 193 Union-Fans die Identität festgestellt worden.

Die Berliner beklagten verletzte Fans. "Mit Pfefferspray, Schlagstöcken und Hunden wurden Hunderte Reisende, darunter Frauen und Kinder, trotz regulären Zugverkehrs auf einen Bahnsteig getrieben und in Gefahr gebracht", so der Club. Die Polizei habe "mit den eingesetzten Mitteln die Lage zur Eskalation gebracht". Der Verein kündigte an, dass Betroffene Anzeige gegen die eingesetzten Beamten erstatten werden.

Zuvor hatten schon Berliner Fans von einem überzogenen Verhalten der Polizei berichtet. Der Fanbeauftragte von Union, Lars Schnell, sprach von "gewaltsuchenden Polizisten".

Die Partie in Kaiserslautern hatten die Gastgeber 3:0 gegen die Berliner gewonnen.

max/dpa
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