Unterhaching - Cottbus 2-1 Abstiegsk(r)ampf

Die SpVgg Unterhaching hat einen wichtigen Sieg im Kampf gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga errungen. Am Sonntagabend setzte sich die Köstner-Elf im Kellerduell gegen Liga-Neuling Energie Cottbus mit 2:1 durch.


Kampf war Trumpf im Kellerduell Unterhaching - Cottbus
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Kampf war Trumpf im Kellerduell Unterhaching - Cottbus

Unterhaching - Nach dem Sieg im Kellerduell war die Erleichterung bei Fußball-Bundesligist SpVgg Unterhaching fast greifbar. "Wir können nicht brillieren, wir müssen über den Kampf ins Spiel kommen. Wir sind wieder dran, und nur das zählt", sagte Trainer Lorenz-Günther Köstner nach dem glanzlosen 2:1 (2:0) gegen Neuling Energie Cottbus. Torschütze André Breitenreiter ergänzte: "Wir müssen diszipliniert und zweikampfstark spielen - nur so können wir überleben."

Denn das sportliche Überleben ist Hachings Ziel. "Einen Schönheitspreis können wir nicht gewinnen", weiß Kapitän Matthias Zimmermann. Das wollen die Kicker aus dem Münchner Süden auch gar nicht. Nach der Serie von fünf Spielen ohne Niederlage rückte die Spielvereinigung bis auf den 16. Platz vor. Mit 14 Punkten steht Unterhaching damit zwar weiterhin auf einem Abstiegsplatz, doch hat der SC Freiburg als Elfter nur einen Zähler mehr auf dem Konto. Bis zur Winterpause wollen die Hachinger laut Zimmermann 20 Punkte haben.

Dazu müssen die Bayern aber vor allem die Nervosität nach einer Führung ablegen. Denn nach dem frühen 1:0 durch Breitenreiters fünften Saisontreffer (6.) "ist uns das Herz in die Hose gerutscht", gab Zimmermann zu. Statt Sicherheit zu erlangen, "haben wir nur noch nach hinten gespielt", ärgerte sich Köstner zum wiederholten Male. Cottbus kam besser ins Spiel, doch das 2:0 machte Haching drei Minuten vor der Pause durch den starken Markus Oberleitner.

Erst als Cottbus durch den eifrigen Franklin (56.) auf 1:2 verkürzte, besannen sich die Gastgeber auf ihre Fähigkeiten. Haching hielt konsequent dagegen, stand sicher in der Abwehr und war bei Kontern brandgefährlich. Breitenreiter (64.) und Miroslaw Spizak (86.) hätten alles klarmachen müssen. Haben sie zwar nicht, gereicht hat es vor 10.500 Zuschauern trotzdem zum dritten Saisonsieg.

Die Niederlage brachte Energie-Trainer Eduard Geyer auf die Palme. "Bei uns ging es drunter und drüber. Hinten waren wir sehr konfus", motzte Geyer, der in der hektischen Schlussphase wegen Reklamierens auf die Tribüne musste. Das erste Tor sei "ein Kullerball" gewesen, und beim zweiten habe sich Ronny Thielemann "wie ein Hilfsschüler" angestellt, grollte Geyer, der mit seiner "Söldner-Truppe" weiter auf den ersten Auswärtssieg warten muss. "Haching ist am Sieg unschuldig, wir sind schuld", schimpfte Präsident Dieter Krein.

Der Energie-Boss hatte nach dem unerwarteten Aufstieg seinen Verein als "Haching des Ostens" bezeichnet. Furios starteten die Lausitzer denn auch, besiegten unter anderem Meister Bayern München 1:0, doch nach 13 Spielen steht die Kopie wieder hinter dem Original. "Jetzt sind wir die Deppen", sagte Kapitän Christian Beeck. Dabei rangieren beide Klubs auf einem Abstiegsplatz - und mit der Leistung vom Sonntag haben beide Mannschaften in der Eliteliga auch nichts zu suchen.

Von Jörg Kottmeier, sid


SpVgg Unterhaching - Energie Cottbus 2:1 (2:0) 1:0 Breitenreiter (6.)
2:0 Oberleitner (42.)
2:1 Franklin (56.)
Unterhaching: Tremmel - Strehmel - Herzog (80. Bergen), Seifert - Haber, Zimmermann, Oberleitner (61. Zdrilic), Schwarz, Straube - Breitenreiter, Rraklli (67. Spizak)
Cottbus: Piplica - Sebök - Hujdurovic, Beeck - Thielemann (75. Latoundji), Vata, Akrapovic, Micevski (75. Rödlung), Matyus - Labak (46. Helbig), Franklin
Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)
Zuschauer: 10.500
Gelbe Karten: Straube (4), Strehmel (3), Herzog (2), Spizak (3) - Helbig (4)




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