Gleichberechtigung US-Fußballerinnen scheitern mit Klage auf gleiches Gehalt

Erfolgreicher, aber schlechter bezahlt als die Männer - das wollten die US-Fußballerinnen mit einer Klage gegen den eigenen Verband ändern. Ein Gericht wies den Vorwurf der Lohndiskriminierung zurück.
Die amtierenden Weltmeisterinnen dürfen weiterhin schlechter bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen

Die amtierenden Weltmeisterinnen dürfen weiterhin schlechter bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen

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Richard Heathcote/ Getty Images

Die Fußball-Weltmeisterinnen des US-Nationalteams sind vor einem Bundesgericht mit einer Klage auf gleiche Bezahlung wie ihre männlichen Kollegen gescheitert. Das geht aus der veröffentlichten Entscheidung des Gerichts in Kalifornien hervor. Über die Vorwürfe des Nationalteams der Frauen, dass sie schlechtere Reisebedingungen und medizinische Unterstützung als ihre männlichen Kollegen genießen, soll es allerdings im kommenden Monat zur Verhandlung kommen.

In der Urteilsbegründung verwies das Gericht darauf, dass Beweise vorlägen, wonach die Spielerinnen ein vom Verband bereits unterbreitetes Angebot mit identischer Entlohnung wie bei den Männern abgelehnt hätten. Die Weltmeisterinnen von 2019 hätten stattdessen noch höhere Prämien, ein erhöhtes Grundgehalt sowie die Erhöhung der Zahl von Vertragsspielerinnen gefordert. Rückwirkend könnten sich die US-Spielerinnen somit nicht über Lohndiskriminierung vonseiten der USSF beklagen, hieß es.

Das Team hatte seinen eigenen Verband (USSF) im Frühjahr vergangenen Jahres wegen Diskriminierung verklagt. Die US-Fußballerinnen beklagten in erster Linie, dass ihre männlichen Kollegen weitaus besser bezahlt würden. Zudem hätten die Männer bessere Reise-, Spiel- und Trainingsbedingungen.

Die Gewerkschaft des US-Männerteams hatte bereits nach Einreichen der Klage gefordert: "Die Spielerinnen des US-Frauenteams verdienen gleiche Bezahlung und sind im Recht, diese Forderung in einem Gerichtsverfahren auch durchzusetzen." Starspielerin und Vorkämpferin Megan Rapinoe schrieb nach dem Urteil bei Twitter: "Wir werden nie aufhören, für Gleichstellung zu kämpfen."

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Teamsprecherin Molly Levinson fügte hinzu: "Wir sind schockiert und enttäuscht über die heutige Entscheidung, aber wir werden unseren harten Kampf für gleiches Entgelt nicht aufgeben." Die Spielerinnen denken nun über einen Einspruch nach.

Die Frauenfußballmannschaft in den USA ist wesentlich erfolgreicher als die der Männer, wird aber dennoch bedeutend schlechter bezahlt. Die Frauen haben für die USA bislang viermal die Weltmeisterschaft geholt, zuletzt im vergangenen Jahr.

mfu/dpa
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