Prämienstreit US-Verband will auf Frauennationalteam zugehen

Der Kampf um finanzielle Gleichberechtigung könnte Erfolg haben: Nach der Beschwerde der Nationalspielerinnen der USA hat der Fußballverband ein Treffen angekündigt.

Becky Sauerbrunn (l.), Hope Solo und Carli Lloyd
AFP

Becky Sauerbrunn (l.), Hope Solo und Carli Lloyd


Der nationale Fußballverband US Soccer nimmt die Beschwerde der Weltmeisterinnen über Lohndiskriminierung ernst und will auf die Spielerinnen zugehen. "Wir haben Hochachtung vor dem Frauen-Nationalteam, wir wollen sie gerecht bezahlen, und wir werden uns mit ihnen hinsetzen und etwas mit ihnen erarbeiten", sagte Verbandsboss Sunil Gulati.

Carli Lloyd, Hope Solo, Alex Morgan, Megan Rapinoe und Becky Sauerbrunn hatten im Namen des Teams vor der zuständigen Behörde offiziell Beschwerde eingelegt. Die Frauen - dreimaliger Weltmeister und viermaliger Olympiasieger - fühlen sich angesichts ihrer sportlichen Erfolge im Vergleich zu den männlichen Nationalspielern zu schlecht bezahlt. Laut der Beschwerde bekommen die Frauen ein Viertel dessen, was den Männern gezahlt wird.

Unterstützung bekamen die US-Frauen von der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. "Ich würde mich mit diesen Frauen weder auf dem Platz noch vor Gericht anlegen wollen. Alle Frauen verdienen gleiche Bezahlung", schrieb Clinton bei Twitter.

Auch Nationaltorhüter Tim Howard stärkte den Kolleginnen den Rücken. "Wenn sich jemand, egal aus welchen Gründen auch immer, benachteiligt fühlt oder nicht den gleichen Lohn für seine Arbeit erhält, sollte er für diese Rechte kämpfen", sagte Howard gegenüber "Sports Illustrated".

krä/sid



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derdonster 01.04.2016
1. Diese Debatte
ist unglaublich absurd. es wäre vollkommen ungerechtfertigt wenn frauen im Fussball genauso gut bezahlt werden, die einschaltquoten und auch die gebühren für die tv rechte zeigen ein extrem viel höheres interesse an Männerfussball als an Frauenfussball, und das auch in den USA wo Frauenfussball zwar etwas populärer ist als im rest der welt, jedoch immer noch nicht mit männerfussball vergleichbar. Weibliche Models verdienen auch mehr geld als männliche, genau aus dem gleichen Grund, mehr Nachfrage halt. Gleichberechtigung heisst nicht gleichmachen, sondern die gleichen rechte zu haben.
Christoph Seifert 01.04.2016
2. Dünn recherchiert
Eine Radiomeldung des öffentlichen Rundfunks heute war qualitativ deutlich besser als dieser Artikel und hat Zahlen aus der Beschwerde geliefert, die eine bessere Bezahlung der Spielerinnen geradezu erforderlich macht - u.a. bringen die Spielerinnen dem Verband 16 Mio $ mehr ein als die Spieler. Ohne solche Belege könnten doch etliche Leute annehmen, dass der Männerfußball in den Staaten einfach attraktiver sei (Werbeeinnahmen und dergleichen) und die Spieler deswegen besser bezahlt werden müssten.
surgeon84 01.04.2016
3. nur gerecht!
Wie man hört, haben die Frauen weniger für ihren WM-Titel bekommen, als die erfolglosen Männer nur für das Antreten. Und da sie wohl auch noch dem Verband mehr Gelder einspielen, da sie in USA die Zugpferde sind und nicht die Männer, wie in D, dann ist es nur mehr als gerecht, wenn sie mindestens das Selbe bekommen, wie das Männerteam.
Celegorm 01.04.2016
4.
Das Anliegen ist ja verständlich - wer möchte nicht mehr verdienen - aber der Vergleich hinkt leider nach wie vor. Der Verdienst im Sport richtet sich wohl oder übel nicht nach konkreter physischer Leistung oder Erfolgen, sondern primär nach dem dadurch generierten Umsatz durch Zuschauer, Sponsoren, Vermarktung, etc. Weshalb die Bezahlung von männlichen WM-Teilnehmern automatisch wesentlich höher ausfällt als bei Teilnehmern der Frauen-WM, der Hockey-WM, der Trampolin-WM oder beim weltbesten Ultramarathon-Läufer. Selbst wenn der objektiv gesehen enorm viel mehr leistet als irgendein Ersatzspieler an der WM. Um der Forderung zu entsprechen, müsste man also das ganze Sportsystem entkapitalisieren bzw. sozialisieren und durch Quersubventionen und gesetzliche Regelung eine faire und gleichmässige Entlöhnung durchsetzen. Es dürfte klar sein, dass das ein nahezu unmöglicher Kraftakt wäre. Und vermutlich auch nicht sehr sinnvoll, letztlich hat professioneller Sport ja keine Existenzberechtigung aus sich selbst heraus wenn daran mässiges bis kein Interesse besteht. Bliebe noch die Alternative: Die eigentlich sowieso unsinnige Geschlechtertrennung im Profi-Sport aufheben, dann hat jeder die absolut gleichen Chancen, zum Topverdiener aufzusteigen..
Farguard 01.04.2016
5.
Wenn die Damentruppe genauso viele Gewinne wie die Herrentruppe generiert, sollten alle auch gleich bezahlt werden. Generiert sie weniger, sollte auch die Bezahlung entsprechend geringer sein. Ist rein wirtschaftlich logisch, hat nichts mit dem Geschlecht zu tun.
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