Gleichberechtigung US-Fußball-Frauen verklagen eigenen Verband

Die gleichen Trainingsbedingungen wie die Männer und eine gerechtere Bezahlung - das fordert das Frauen-Nationalteam der USA. Die Auswahl ist bei der kommenden WM Titelverteidiger.
US-Nationalspielerinnen

US-Nationalspielerinnen

Foto: Mike Carlson/ AP

Alle aktuellen 28 Nationalspielerinnen der USA haben Klage wegen jahrelanger Diskriminierung gegen den US-amerikanischen Fußballverband eingereicht. Der Fall soll vor einem Bundesgericht in Los Angeles verhandelt werden. Darüber berichten mehrere US-Medien, unter anderem die "New York Times ".

Die Topprofis sagten, sie würden aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden und die Organisation zahle ihnen deutlich weniger Geld als den Männern. Man verweigere ihnen zudem die gleichen Trainings-, Reise- und Spielbedingungen. Die Klage erfolgt drei Jahre nachdem bereits mehrere Spielerinnen eine ähnliche Beschwerde bei der "Equal Employment Opportunity Commission" eingereicht hatten. Diese Kommission soll Diskriminierung im Arbeitsleben verhindern.

Der Verband gab zunächst keine Stellungnahme ab. Für ihn kommt die Klage aber zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Das US-Team der Frauen ist bei der Weltmeisterschaft in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli) Titelverteidiger. Die Spielerinnen um die Topstars Megan Rapinoe und Alex Morgan sagten, dass sie durchweg weniger Geld bekämen als ihre männlichen Kollegen - obwohl die Leistungen der Frauen zuletzt deutlich besser gewesen seien. Das Männerteam der USA hatte die WM 2018 in Russland verpasst.

"Kämpfen für alle Frauen auf der Welt"

"Wir fühlen uns verpflichtet, für das einzustehen, was wir als Sportlerinnen verdienen. Gleichberechtigung ist unser Recht. Wir kämpfen für unsere Teamkolleginnen, für andere Sportlerinnen und alle Frauen auf der Welt", sagte die 33 Jahre alte US-Spielerin Rapinoe.

Das Frauenteam will mit seiner Sammelklage auch ehemalige Auswahl-Spielerinnen (unter anderem aus dem Weltmeisterkader von 2015) vertreten. Sie verlangen rückwirkend bis zum 4. Februar 2015 Nachzahlungen seitens des Verbands für alle seither nominierten Spielerinnen.

jan
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