Gleichberechtigung US-Fußball-Frauen verklagen eigenen Verband

Die gleichen Trainingsbedingungen wie die Männer und eine gerechtere Bezahlung - das fordert das Frauen-Nationalteam der USA. Die Auswahl ist bei der kommenden WM Titelverteidiger.

US-Nationalspielerinnen
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US-Nationalspielerinnen


Alle aktuellen 28 Nationalspielerinnen der USA haben Klage wegen jahrelanger Diskriminierung gegen den US-amerikanischen Fußballverband eingereicht. Der Fall soll vor einem Bundesgericht in Los Angeles verhandelt werden. Darüber berichten mehrere US-Medien, unter anderem die "New York Times".

Die Topprofis sagten, sie würden aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden und die Organisation zahle ihnen deutlich weniger Geld als den Männern. Man verweigere ihnen zudem die gleichen Trainings-, Reise- und Spielbedingungen. Die Klage erfolgt drei Jahre nachdem bereits mehrere Spielerinnen eine ähnliche Beschwerde bei der "Equal Employment Opportunity Commission" eingereicht hatten. Diese Kommission soll Diskriminierung im Arbeitsleben verhindern.

Der Verband gab zunächst keine Stellungnahme ab. Für ihn kommt die Klage aber zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Das US-Team der Frauen ist bei der Weltmeisterschaft in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli) Titelverteidiger. Die Spielerinnen um die Topstars Megan Rapinoe und Alex Morgan sagten, dass sie durchweg weniger Geld bekämen als ihre männlichen Kollegen - obwohl die Leistungen der Frauen zuletzt deutlich besser gewesen seien. Das Männerteam der USA hatte die WM 2018 in Russland verpasst.

"Kämpfen für alle Frauen auf der Welt"

"Wir fühlen uns verpflichtet, für das einzustehen, was wir als Sportlerinnen verdienen. Gleichberechtigung ist unser Recht. Wir kämpfen für unsere Teamkolleginnen, für andere Sportlerinnen und alle Frauen auf der Welt", sagte die 33 Jahre alte US-Spielerin Rapinoe.

Das Frauenteam will mit seiner Sammelklage auch ehemalige Auswahl-Spielerinnen (unter anderem aus dem Weltmeisterkader von 2015) vertreten. Sie verlangen rückwirkend bis zum 4. Februar 2015 Nachzahlungen seitens des Verbands für alle seither nominierten Spielerinnen.

jan

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insgesamt 9 Beiträge
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holger.heinreich 08.03.2019
1. Das ist lächerlich
Sportler bekommen Lohn gemäß der Möglichkeiten des Vereins Geld zu machen. Ein Spitzenverein bezahlt mehr als ein Verein, der keinen Erfolg hat und kaum Fans hat im Vergleich zum Rest der Liga. Wollen Fußballerinnen also mehr Geld, muß Frauenfußball auf dem Markt bestehen und die Möglichkeit bieten mit einem Frauenteam Geld zu machen. Und offensichtlich kann man auch in den USA mit einem Männerteam leichter Geld machen und Männerteams haben mehr Fans und Zuschauer, mit denen sich Geld machen läßt. Fußballerinnen müssen sich halt etwas einfallen lassen, um ebenso lukrativ wie Männer zu werden.
arkon_de 08.03.2019
2. Einnahmen?
Einnahmeüberschuss der deutschen Männer-Nationalmannschaft jährlich zwischen 40 und 60 Millionen Euro, da sind die Kosten schon abgezogen. Überschuss der Frauen-Nationalmanschafft: keiner. Von Diskriminierung kann man da schlecht reden. Unternehmen und Vereine können nur das ausgeben was sie einnehmen.
q201390 08.03.2019
3. Angebot und Nachfrage
Wenn Frauenfußball die gleichen Zuschauerzahlen und TV-Gelder wie Männerfußball erreichen kann, dann sollte die Bezahlung des Verbandes auch gleich sein. Ist aber aktuell nicht so.
exite85 08.03.2019
4. Männliche Models
Nach de Logik sollten männliche Models genauso viel verdienen wie weibliche Supermodels. Frauen, wenn sie dem nachgehen sollten, können als Webcam-"Models" mehrere tausende von Euro in der Woche verdienen, Männer nicht. Schreit da jemand von Benachteiligung oder Ungerechtigkeit. Eher nicht. Wie bereits erwähnt Angebot und Nachfrage. Sollte der Verband nun die vorhandenen Gelder paritätisch auszahlen, wäre dies eine massive untragbare Benachteiligung der Männer, die überproportional dazu beigetragen haben, dass diese Gelder erwirtschaftet werden konnten. Man kann Menschen nicht dazu zwingen, Frauenfußball zu schauen. Das Argument, dass die US-Frauen mehr Titel geholt haben, inklusive WM, kann nicht hergezogen werden, denn dieser Titel, der Frauen WM, naja... so hart es klingt, interessiert kaum jemand. Wieso, weshalb... keine Ahnung. Aber es wird sich kaum ändern, besonders nicht indem den Zuschauern etwas vorgeschrieben wird.
aurichter 08.03.2019
5. @ holger.heinreichheute, 18:28 Uhr #1
Was soll daran lächerlich sein? Haben Sie, bis auf die Einleitung, den Artikel gelesen? Ich befürchte - nicht! Lächerlich ist Ihr Kommentar dazu. Es geht um Verbandsspielerinnen, die für Spielerinnen der US- Nationalmannschaft gerechtere Bedingungen - siehe Norwegen dazu! - erstreiten wollen. Es geht nicht nur um das liebe Geld, sondern auch um Umgangsweisen zum Trainingsbetrieb, zur Unterbringung etc pp Also Dinge, die eigentlich selbstverständlich bei Verbandsspielerinnen seihen sollten. Wenn man jetzt den Vergleich des Erfolges gegenüberstellt, dann müssten die Damen eigentlich vom US-Verband höher entlohnt werden. Zumindest nach Ihrem Geseiere, da der Erfolg der Damen in den letzten Jahren wesentlich größer war. Also noch einmal lesen!
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