Zweite Fußballliga in den USA Schwuler Profi soll homophob beleidigt worden sein - Team bricht Spiel ab

Der ehemalige Bundesliga-Profi Landon Donovan trainiert in den USA San Diego Loyal. Dort spielt auch Collin Martin, der sich als schwul geoutet hat. Als er gegen Phoenix beleidigt wurde, reagierte sein Coach.
San Diegos Trainer Landon Donovan (l.)

San Diegos Trainer Landon Donovan (l.)

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Gregory Bull / AP

Die Fußballer von San Diego Loyal haben in der zweiten Fußballliga der USA das Spiel gegen Phoenix Rising abgebrochen, weil ihr Spieler Collin Martin von einem Phoenix-Profi homophob beleidigt worden sein soll. Das behauptete Martin, der sich 2018 als schwul geoutet hatte, nach seiner Roten Karte in der 45. Minute. Zu diesem Zeitpunkt führte San Diego - in der USL Championship im Mittelfeld platziert - 3:1.

Collin Martin im Jahr 2019 im Trikot von MLS-Team Minnesota United

Collin Martin im Jahr 2019 im Trikot von MLS-Team Minnesota United

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Roger Steinman / AP

Trainiert wird San Diego von Landon Donovan. Der ehemalige Bundesliga-Profi von Bayer Leverkusen und dem FC Bayern hatte 2019 seine Karriere beendet und den Klub wenig später mit zwei anderen Besitzern gegründet. Donovan war es dann auch, der den Spielabbruch forcierte. In sozialen Medien sind Szenen zu sehen, wie er mit dem Schiedsrichter und Phoenix-Trainer Rick Schantz über den Vorfall diskutiert und fassungslos auf die Relativierung von Schantz ("Sie spielen nur Fußball, er hat es nicht so gemeint") reagiert. Donovan und seine Spieler forderten, den vermeintlichen Täter vom Feld zu nehmen, Schantz verweigerte dies.

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Donovan begründet in einem Statement des Vereins den Spielabbruch auch mit einer rassistischen Beleidigung gegen einen seiner Spieler, die in der Partie gegen die Reserve von Los Angeles Galaxy vor wenigen Tagen stattgefunden haben soll. "Wir haben eine harte Woche hinter uns", sagte Donovan. "Und wir hatten beschlossen, bei weiteren Vorfällen zu agieren und nicht mehr zuzuschauen." Vonseiten des Klubs hieß es: "Vergangene Woche haben wir laut und deutlich gemacht, dass wir nicht für Rassismus oder Homophobie stehen. Diese Woche hat sich nichts geändert."

Die Liga kündigte an, den Vorfall untersuchen zu wollen. Das Spiel gegen Phoenix wurde zunächst als Niederlage für San Diego gewertet.

Nach dem Spiel gab Phoenix-Profi Junior Flemmings bei Twitter bekannt, er sei der beschuldigte Spieler, widersprach aber der Darstellung von Martin und Donovan. "Zu keinem Zeitpunkt habe ich eine homophobe Beleidigung gegenüber Collin Martin ausgesprochen", stand in Flemmings' Mitteilung. "Ich kenne Collin nicht persönlich, aber ich respektiere alle meine Gegner gleichermaßen, auch Collin."

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