DFB-Präsidentschaft Ute Groth will Grindels Nachfolgerin werden

Bisher waren nur mehr oder minder prominente Männer im Gespräch - aber die erste offizielle Kandidatur für die DFB-Präsidentschaft kommt von einer Frau: Ute Groth will sich zur Wahl stellen.

Vereinsvorsitzende Ute Groth
Thomas Goetz DPA

Vereinsvorsitzende Ute Groth


Eine Überraschungskandidatin will Nachfolgerin von Reinhard Grindel an der Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) werden. Die Düsseldorferin Ute Groth hat ihre Bewerbung als Präsidentin des weltgrößten Fußballverbandes bereits Anfang April eingereicht. "Ich möchte mit meiner Kandidatur etwas verändern, wir brauchen ehrliche, begeisternde Menschen im Ehrenamt und an der Spitze des DFB", teilte die 60 Jahre alte Vereinsvorsitzende der DJK TuSA 06 Düsseldorf in einer Mitteilung des DJK-Sportverbandes mit.

In 119 Jahren DFB-Geschichte stand noch nie eine Frau an der Spitze des rund sieben Millionen Mitglieder zählenden Verbandes. Am 2. April war Grindel von seinem Amt wegen fragwürdiger Zusatzeinkünfte und der Annahme einer teuren Uhr als Geschenk von einem Funktionärskollegen zurückgetreten. Als mögliche Nachfolger des 57-Jährigen wurden anschließend ausnahmslos männliche Fußballprominente wie Philipp Lahm, Rudi Völler, Matthias Sammer oder Christoph Metzelder gehandelt.

Aber Kandidatin Groth wirbt für eine Frau und betonte im Interview der "Rheinischen Post": "Der DFB würde damit eine Vorbildfunktion übernehmen." Dies sei jedoch nicht die Motivation ihrer Bewerbung. "Ich meine es ernst. Ich möchte auch ein Nachdenken über die Besetzung dieses Postens herbeiführen. Die letzten beiden Kandidaten haben beide keine Amtszeit überlebt. Was läuft da falsch?", sagte die 60-Jährige. Seit 2007 steht sie an der Spitze der DJK TuSA 06 Düsseldorf, der nach eigenen Angaben 1200 Mitglieder hat.

aha/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
Sibylle1969 02.05.2019
1. Gute Idee
Der DFB braucht frischen Wind. Korruption und Vetternwirtschaft braucht er nicht.
Thinal 02.05.2019
2. Super!
Ich bin wirklich kein Freund von Quote und Co, sehe da mehr Nachteile sowohl für die Sache als auch für die zu bevorzugende Gruppe. Aber eine Frau an der Spitze des DFB, die nicht Knie-tief in dem Filz eingebunden ist? Ein klares Ja!
heissSPOrN 02.05.2019
3.
Es kann nur besser werden ;-)
olicrom 02.05.2019
4. Es gibt keinen Posten....
.... der nach den Ereignissen der Vergangenheit so danach schreit, nunmehr von einer Frau besetzt zu werden. Sagt ein ebenso dezidierter Quotengegner als auch begeisterter Anhänger der Fußballkultur. Ob Frau Groth die Beste und Passendste ist, kann ich nicht beurteilen. Aber die Auswahl kompetenter Frauen im deutsche Fußball dürfte längst ausreichend genug sein. Legt man die bisherigen Kandidaten der jüngeren Vergangenheit an, allemal. Mann muss es nicht nur wollen. Nein, wir müssen es alle fordern. Es gehört ungeheurer Mut dazu, es allein schon zu versuchen. Geschweige denn zu sein. Aber es geht nur so. Viel Erfolg, Frau Groth.
Maurer 02.05.2019
5. Ein klares Ja!
Auch von mir. Frischer Wind tut not.Die letzten Beiden waren nur peinlich. Und wann war nochmal MV?
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