Fußball-Legende Uwe Seeler ist tot

Vier Weltmeisterschaften, Ehrenspielführer der Nationalelf – und Volksheld in seiner Hamburger Heimat: Uwe Seeler ist im Alter von 85 Jahren gestorben.
Uwe Seeler

Uwe Seeler

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Christian Charisius / dpa

Der deutsche Fußball trauert um einen seiner ganz Großen: Uwe Seeler ist tot. Der 72-malige Nationalspieler und DFB-Ehrenspielführer starb am Donnerstag im Alter von 85 Jahren, wie sein früherer Verein Hamburger SV unter Berufung auf die Familie Seelers bestätigte. Zuvor hatten unter anderem die »Bild« und das »Hamburger Abendblatt« berichtet. Seeler sei demnach im engsten Kreis seiner Familie friedlich zu Hause eingeschlafen.

Der Hamburger SV stellte das schwarz-weiß-blaue Vereinswappen auf seinem Twitteraccount auf schwarz-weiß um. Auf seiner Website  schrieb der Klub, der HSV verliere mit Seeler »den größten Sportler seiner Vereinsgeschichte«. »Wir werden ihn nie vergessen und immer in Ehren halten. Jetzt gelten unsere Gedanken und unser Mitgefühl Uwes Familie, der wir unser herzliches Beileid aussprechen«, sagte HSV-Vorstand Jonas Boldt.

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Seeler spielte für Deutschland bei vier WM-Turnieren, war Weltmeisterschaftszweiter 1966 in England und WM-Dritter 1970 in Mexiko. Er galt als einer der besten Mittelstürmer seiner Zeit und als Vereinsikone des Hamburger SV, für den er seine ganze Karriere lang spielte. Die Hansestadt ernannte Seeler 2003 zum Ehrenbürger. Dreimal (1960, 1964 und 1970) wurde er zum »Fußballer des Jahres« gewählt.

Von 1954 bis 1970 bestritt Seeler 72 Länderspiele und erzielte dabei 43 Tore. Mit dem HSV wurde er 1960 deutscher Meister, drei Jahre später folgte der Gewinn des DFB-Pokals. In 476 Pflichtspielen für den HSV erzielte der Torjäger aus Hamburg-Eppendorf 404 Tore. In Erinnerung werden die Kopfbälle des nimmermüden Angreifers bleiben, besonders das Hinterkopftor 1970 im WM-Viertelfinale in Mexiko zum 2:2 für Deutschland gegen England.

Seeler kämpfte zuletzt mit gesundheitlichen Problemen

Seeler galt als Inbegriff an Bodenständigkeit, Bescheidenheit, Ehrlichkeit und Treue. Die Popularität des einstigen Torjägers par excellence gründete sich nicht nur auf dem sportlichen Ruhm mit Hinterkopftoren und Fallrückziehern, sondern auch auf seinen menschlichen Qualitäten. »Das Schönste auf der Welt ist doch, normal zu sein«, meinte der Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes vor seinem 85. Geburtstag im November 2021.

Deutschlands erster Fußballer des Jahres hatte zuletzt mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Seit einem Autounfall 2010 war er auf dem rechten Ohr taub und beklagte Gleichgewichtsprobleme. Zudem bekam Seeler einen Herzschrittmacher und musste sich einen Tumor in der Schulter entfernen lassen. Mehrmals war er zuletzt in seinem Haus in Norderstedt gestürzt. Einmal hatte er sich dabei die rechte Hüfte und drei Rippen gebrochen. Ihm war daraufhin ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt worden. Danach musste er einen Gehstock nutzen. Termine und Einladungen konnte er zuletzt immer seltener wahrnehmen.

Uwe Seeler hinterlässt seine Frau Ilka sowie drei Töchter und sieben Enkelkinder.

ara/kko/sid/dpa
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