Niederlande-Pleite Van Gaals verpatzte Rückkehr

Drei Gegentore in fünf Minuten: Die Niederlande haben das Testspiel gegen Belgien deutlich verloren, es war die vierte Pleite in Folge. Insbesondere für Louis van Gaal war es bei seiner Rückkehr als Bondscoach ein mieser Abend. "Ich war geschockt", sagte der 61-Jährige.

Bondscoach van Gaal: Pleite im ersten Spiel
AFP

Bondscoach van Gaal: Pleite im ersten Spiel


Hamburg - Kein Geschrei, kein Rumgefuchtel, keine Ausraster: Trotz einer empfindlichen 2:4-Niederlage gegen Belgien zum Einstand blieb Bondscoach Louis van Gaal gelassen. Doch der 61-Jährige blieb nur äußerlich ruhig, zufrieden war er mit dem Auftritt von "Oranje" nicht.

"Ich war geschockt von den individuellen Fehlern. So kann man nicht gewinnen", sagte van Gaal nach der Pleite in Brüssel. Insbesondere der Spielverlauf schlug ihm aufs Gemüt.

Nach einem Rückstand durch Christian Benteke (20. Minute) hatten Luciano Narsingh (54.) und Schalkes Klaas-Jan Huntelaar (55.) die Niederlande in Führung gebracht. Doch Dries Mertens (75.), Romelu Lukaku (77.) und Jan Vertonghen (80.) drehten die Partie binnen fünf Minuten erneut.

Vier Pleiten in Serie gab es zuletzt 1954

Van Gaal, der die Nationalelf schon zwischen 2000 und 2002 trainiert hatte, machte keinen Hehl daraus, dass er sich seine Rückkehr auf die Trainerbank 16 Monate nach seiner Entlassung beim deutschen Rekordmeister Bayern München anders vorgestellt hatte. Auch Offensivstar Arjen Robben, der anders als bei den Bayern auf der linken Angriffsseite wirbelte, gab zu: "Es gibt noch viel Arbeit in unserem Laden."

Die Pleite gegen den ungeliebten Nachbarn bedeutete die vierte Niederlage in Folge für die Niederlande, die das EM-Debakel trotz Trainerwechsel noch nicht verdaut zu haben scheint. So eine Negativserie hat "Oranje" seit 1954 nicht mehr erlebt. Bis zum Auftakt der WM-Qualifikation am 7. September gegen die Türkei wartet auf van Gaal noch viel Arbeit. "Wir müssen uns verbessern, aber ich habe nur wenig Zeit", sagte der Nachfolger von Bert van Marwijk.

Grund zur Freude hatten jedoch Klaas-Jan Huntelaar und Rafael van der Vaart. Der Schalker Huntelaar erhielt von van Gaal den Vorzug vor Robin van Persie und zahlte das Vertrauen mit dem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 (55.) zurück. Der ehemalige HSV-Profi van der Vaart feierte mit seinem 100. Länderspiel ein Jubiläum.

leh/sid



insgesamt 7 Beiträge
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snoekie 16.08.2012
1. Überschrift : Die Niederlandpleite
An der Überschrift kann man erkennen wie sehr es der Spiegel freut!
frumiousobserver 16.08.2012
2. Am Punkt vorbei
Ich finde die Diskussion um das Spiel gestern abend geht am Punkt vorbei. Selbstverständlich stehen die Niederlande vor einem Umbruch und müssen speziell in der Defensive einiges tun. Im Gegensatz zu Oliver Kahn und den meisten anderen Kommentatoren zum Spiel hab ich die Holländer gestern aber nicht so schlecht sonder fand eher auffällig wie gut die Belgier gespielt haben. Im Schatten der großen Turniere hat sich dort nämlich eine fantastische Mannschaft gebildet, die in allen Mannschaftteilen ausgeglichen ist und wirklich jedem Gegner sehr gefährlich werden kann.
htg-12 16.08.2012
3. Grenzen
"Die Pleite gegen den ungeliebten Nachbarn..." Wenn ich Erdkunde halbwegs aufgepasst habe, haben die NL doch nur 2 Nachbarn - und mit beiden verfeindet?
hwolf@gmx.net 16.08.2012
4. Erdkunde
Zitat von htg-12"Die Pleite gegen den ungeliebten Nachbarn..." Wenn ich Erdkunde halbwegs aufgepasst habe, haben die NL doch nur 2 Nachbarn - und mit beiden verfeindet?
Vielleicht in Erdkunde aufgepasst, aber nicht in Deutsch. Der Plural wird allgemein genutzt, wenn eine Nation gemeint ist. Es gibt schließlich mehr als einen einzigen Belgier. Ach ja, das ist doch auch Erdkunde, oder?
timorieth 16.08.2012
5.
Zitat von frumiousobserverIch finde die Diskussion um das Spiel gestern abend geht am Punkt vorbei. Selbstverständlich stehen die Niederlande vor einem Umbruch und müssen speziell in der Defensive einiges tun. Im Gegensatz zu Oliver Kahn und den meisten anderen Kommentatoren zum Spiel hab ich die Holländer gestern aber nicht so schlecht sonder fand eher auffällig wie gut die Belgier gespielt haben. Im Schatten der großen Turniere hat sich dort nämlich eine fantastische Mannschaft gebildet, die in allen Mannschaftteilen ausgeglichen ist und wirklich jedem Gegner sehr gefährlich werden kann.
Sie haben Recht. Nur wenn sie gegen Deutschland spielen, sind es rumpelfußballer ohne können ;-)
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