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29. März 2014, 23:23 Uhr

Verbeek vs. Streich

"Unverschämt, brutal, respektlos!"

Der Abstiegskampf tobt - auch am Spielfeldrand. Nach der Schlappe gegen den SC Freiburg knöpfte sich Nürnbergs Coach Verbeek seinen Kollegen Christian Streich vor und boykottierte die gemeinsame Pressekonferenz.

Hamburg - Das packende Duell im Abstiegskampf war am Ende offenbar auch für die Nerven der beiden Trainer zu viel. Nach dem 3:2 (2:1)-Sieg des SC Freiburg gegen den 1. FC Nürnberg am Samstagabend richtete "Club"-Coach Gertjan Verbeek heftige Vorwürfe an seinen Freiburger Kollegen Christian Streich. "Wenn man sieht, wie der Trainer mich beschimpft hat, das ist unverschämt, brutal, respektlos!" Hier finden Sie Verbeeks Wutrede im Wortlaut.

"Das habe ich noch nie mitgemacht", sagte Verbeek dem TV-Sender Sky - und boykottierte anschließend die Pressekonferenz. Verbeek kritisierte Streichs Verhalten am Spielfeldrand und begründete sein Fernbleiben so: "Ich will mich nicht neben meinen Kollegen setzen. Das ist für mich kein Kollege. Wie ein Verrückter hat er agiert, bei jedem Mal, wenn etwas passiert ist." Eine Entschuldigung Streichs würde er nicht akzeptieren, so der Niederländer. Allerdings sollte er auch nicht mit einer rechnen.

Denn der Freiburger Coach wollte die Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen. "Unglaublich, so eine Unterstellung. Das ist Wahnsinn, so etwas zu sagen", sagte Streich: "Das ist mir völlig unerklärlich. Ich bin emotional - aber null gegen ihn."

Verbeek kritisierte auch Schiedsrichter Jochen Drees und sogar den Deutschen Fußballbund. "Freiburg versucht, mit der Atmosphäre einen Vorteil rauszuholen", spielte er auf das ständige Reklamieren des Freiburger Trainerteams und Publikums nach strittigen Entscheidungen an. "Wenn der Schiedsrichter nicht dagegen besteht, dann muss er was anderes machen. Da muss der DFB Maßnahmen ergreifen, aber die machen das nicht, die verteidigen immer", so Verbeek.

Freiburg hatte mit dem Erfolg die Abstiegssorgen des "Clubs" verschärft. Nürnberg hat als 15. zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang, könnte aber bei einem Sieg des Hamburger SV am Sonntag auf Platz 16 rutschen. Die Freiburger haben als 13. fünf Punkte Vorsprung auf Rang 16.

SC Freiburg - 1. FC Nürnberg 3:2 (1:2)
0:1 Pogatetz (6.)
1:1 Krmas (23.)
1:2 Drmic (45., Foulelfmeter)
2:2 Mehmedi (53., Foulelfmeter)
3:2 Klaus (65.)
Freiburg: Baumann - Sorg, Krmas, Ginter, Günter - Klaus, Darida, Schuster, Schmid (90.+2 Kerk) - Guédé (81. Fernandes), Mehmedi (89. Zulechner)
Nürnberg: Schäfer - Angha, Stark (46. Petrak, 76. Pinola), Pogatetz, Plattenhardt - Frantz (71. Pekhart) - Feulner, Campaña, Kiyotake, Hlousek - Drmic
Schiedsrichter: Drees
Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)
Gelb-Rote Karte: Pogatetz (90.+3) wegen wiederholten Foulspiels
Gelbe Karten: Stark (5), Campana (3), Angha (3) - Schuster (5)
Ballbesitz in Prozent: 52 / 48
Zweikämpfe in Prozent: 44 / 56
Schüsse: 14 /9

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mon/dpa/sid

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