Verbeek vs. Streich "Unverschämt, brutal, respektlos!"

Der Abstiegskampf tobt - auch am Spielfeldrand. Nach der Schlappe gegen den SC Freiburg knöpfte sich Nürnbergs Coach Verbeek seinen Kollegen Christian Streich vor und boykottierte die gemeinsame Pressekonferenz.

DPA

SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Das packende Duell im Abstiegskampf war am Ende offenbar auch für die Nerven der beiden Trainer zu viel. Nach dem 3:2 (2:1)-Sieg des SC Freiburg gegen den 1. FC Nürnberg am Samstagabend richtete "Club"-Coach Gertjan Verbeek heftige Vorwürfe an seinen Freiburger Kollegen Christian Streich. "Wenn man sieht, wie der Trainer mich beschimpft hat, das ist unverschämt, brutal, respektlos!" Hier finden Sie Verbeeks Wutrede im Wortlaut.

"Das habe ich noch nie mitgemacht", sagte Verbeek dem TV-Sender Sky - und boykottierte anschließend die Pressekonferenz. Verbeek kritisierte Streichs Verhalten am Spielfeldrand und begründete sein Fernbleiben so: "Ich will mich nicht neben meinen Kollegen setzen. Das ist für mich kein Kollege. Wie ein Verrückter hat er agiert, bei jedem Mal, wenn etwas passiert ist." Eine Entschuldigung Streichs würde er nicht akzeptieren, so der Niederländer. Allerdings sollte er auch nicht mit einer rechnen.

Denn der Freiburger Coach wollte die Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen. "Unglaublich, so eine Unterstellung. Das ist Wahnsinn, so etwas zu sagen", sagte Streich: "Das ist mir völlig unerklärlich. Ich bin emotional - aber null gegen ihn."

Verbeek kritisierte auch Schiedsrichter Jochen Drees und sogar den Deutschen Fußballbund. "Freiburg versucht, mit der Atmosphäre einen Vorteil rauszuholen", spielte er auf das ständige Reklamieren des Freiburger Trainerteams und Publikums nach strittigen Entscheidungen an. "Wenn der Schiedsrichter nicht dagegen besteht, dann muss er was anderes machen. Da muss der DFB Maßnahmen ergreifen, aber die machen das nicht, die verteidigen immer", so Verbeek.

Freiburg hatte mit dem Erfolg die Abstiegssorgen des "Clubs" verschärft. Nürnberg hat als 15. zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang, könnte aber bei einem Sieg des Hamburger SV am Sonntag auf Platz 16 rutschen. Die Freiburger haben als 13. fünf Punkte Vorsprung auf Rang 16.

SC Freiburg - 1. FC Nürnberg 3:2 (1:2)
0:1 Pogatetz (6.)
1:1 Krmas (23.)
1:2 Drmic (45., Foulelfmeter)
2:2 Mehmedi (53., Foulelfmeter)
3:2 Klaus (65.)
Freiburg: Baumann - Sorg, Krmas, Ginter, Günter - Klaus, Darida, Schuster, Schmid (90.+2 Kerk) - Guédé (81. Fernandes), Mehmedi (89. Zulechner)
Nürnberg: Schäfer - Angha, Stark (46. Petrak, 76. Pinola), Pogatetz, Plattenhardt - Frantz (71. Pekhart) - Feulner, Campaña, Kiyotake, Hlousek - Drmic
Schiedsrichter: Drees
Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)
Gelb-Rote Karte: Pogatetz (90.+3) wegen wiederholten Foulspiels
Gelbe Karten: Stark (5), Campana (3), Angha (3) - Schuster (5)
Ballbesitz in Prozent: 52 / 48
Zweikämpfe in Prozent: 44 / 56
Schüsse: 14 /9

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mon/dpa/sid

insgesamt 93 Beiträge
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Seite 1
Trainspotter 29.03.2014
1. Verbeek
Das hat er noch nie mitgemacht? Bis heute frag ich mich, wer der Herr auf der Nürnberger Trainerbank überhaupt ist.
widower+2 29.03.2014
2. Verständnisprobleme?
Vielleicht hat Verbeek den Kollegen Streich einfach nicht verstanden. Immerhin spricht der keine linguistisch anerkannte Sprache. Der kann also gar nicht sprechen und man kann ihn nicht verstehen. Zudem ist Streich auch noch derart unsympathisch, dass man Verbeek Glauben schenken möchte.
buffaloroam 29.03.2014
3. Streich sollte sich würdig zu benehmen lernen.
Saugut Gertjan Verbeek! Wenn ich Schauspieler sehen will schaue ich einen Film an. Verbeek mahnt Sportsgeist und verbietet seiner Mannschaft das dramatische und anlasslose Fallen mit Bankandrohung. Ihm kommt sicher auch die Erfahrung sowie das sportmansship als neben dem Fußball ebenso lizenzierter Judo-, Box-, Fecht- und Schwimmtrainer zu Gute. Freiburgs Trainer scheint eher einem gegensätzlichen Charakterspektrum zugehörig. Streich hat permanent alle Schiris in Reichweite zugeschwätzt - mit Erfolg. Es war sogar aus den Fernsehbildern deutlich, dass er sich aufgeführt hat wie sonst noch was. Die BL braucht mehr Verbeeks die Repekt und Sportsgeist tatsächlich leben. Erfrischende Ausnahme in der schwalben- und falldurchseuchten BL. Absolut gute und aufrichte Reaktion.
buffaloroam 29.03.2014
4. Streich sollte sich würdig zu benehmen lernen.
Saugut Gertjan Verbeek! Wenn ich Schauspieler sehen will schaue ich einen Film an. Verbeek mahnt Sportsgeist und verbietet seiner Mannschaft das dramatische und anlasslose Fallen mit Bankandrohung. Ihm kommt sicher auch die Erfahrung sowie das sportmansship als neben dem Fußball ebenso lizenzierter Judo-, Box-, Fecht- und Schwimmtrainer zu Gute. Freiburgs Trainer scheint eher einem gegensätzlichen Charakterspektrum zugehörig. Streich hat permanent alle Schiris in Reichweite zugeschwätzt - mit Erfolg. Es war sogar aus den Fernsehbildern deutlich, dass er sich aufgeführt hat wie sonst noch was. Die BL braucht mehr Verbeeks die Repekt und Sportsgeist tatsächlich leben. Erfrischende Ausnahme in der schwalben- und falldurchseuchten BL. Absolut gute und aufrichte Reaktion.
gopferklemmi 29.03.2014
5. Nicht sehr glaubhaft
Also ich war im Stadion und ich glaube nicht dass der Schiedsrichter "für" Freiburg gepfiffen hat. Die gelb-rote Karte war wohl nicht wirklich korrekt, aber in der 93. auch nicht entscheidend. Ob jetzt Streich etwas gesagt hat weiß ich natürlich nicht, aber wenn Verbeek sich über den Schiedsrichter, den DFB, und das Heimpublikum beschwert anstatt bei seiner Mannschaft die Fehler zu suchen, ist für mich seine Kritik an Streich nicht sehr glaubhaft !
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