Verdacht auf Manipulation Fußball-Profis in Italien festgenommen

Die Anschuldigungen wiegen schwer: In Italien sind mehr als ein Dutzend Fußballspieler wegen des Verdachts auf Wettmanipulation festgenommen worden. Unter ihnen befindet sich auch der ehemalige Nationalspieler Giuseppe Signori.
Sportwetten: Ermittlungen in Italien

Sportwetten: Ermittlungen in Italien

Foto: Martin Gerten/ dpa

Hamburg - Der italienische Fußball wird von einem neuen Wettskandal erschüttert. Im Rahmen einer großangelegten Ermittlung ist am Mittwoch der ehemalige Nationalspieler Giuseppe Signori festgenommen worden. Das gab die italienische Polizei am Mittwoch bekannt.

Weitere 15 Personen, darunter ehemalige Profis der Serie A, noch aktive Kicker sowie Manager, wurden von der italienischen Polizei im Rahmen einer Untersuchung festgenommen.

Den Verdächtigen wird zur Last gelegt, dass sie in den vergangenen Monaten das Ergebnis von Spielen der Serie B und der dritten italienischen Liga manipuliert haben sollen. Auf diese Spiele sei in Italien und im Ausland gewettet worden.

Einige der Verdächtigen sollen außerdem in der vergangenen Saison Profis des Drittligisten Cremonese Beruhigungsmittel verabreicht haben, um deren Leistungen zu verschlechtern. Daraufhin hätten fünf Spieler Beschwerden gemeldet.

Dieser Vorfall veranlasste die Staatsanwaltschaft der lombardischen Stadt Cremona, die Ermittlungen in die Wege zu leiten, die insgesamt 30 Personen betreffen. Der Staatsanwalt von Cremona, Guido Salvini, sprach von "beeindruckenden Manipulationen". "Bis zu fünf Spiele zugleich wurden manipuliert", sagte Salvini.

Staatsanwaltschaft hat das organisierte Verbrechen im Verdacht

Der Staatsanwalt vermutet, dass das organisierte Verbrechen hinter dem Wettskandal steht. Zu den Personen, die beträchtliche Summen auf die manipulierten Spiele setzten, zählten auch mutmaßliche Mitglieder der organisierten Kriminalität in Albanien.

Italiens Fußballverband FIGC leitete am Mittwoch eine Untersuchung über den Wettskandal in die Wege. Der FIGC-Chefermittler Stefano Palazzi nahm Kontakte zur Staatsanwaltschaft auf, die die Ermittlungen aufgenommen hatten. Verbandspräsident Giancarlo Abete zeigte sich besorgt, will aber noch auf zusätzliche Informationen aus Ermittlerkreisen warten.

Besonders gravierend sind die Vorwürfe gegen den ehemaligen Nationalspieler Signori. Er soll eine zentrale Rolle in einer Organisation gespielt haben, die hohe Summen auf manipulierte Spiele gesetzt hat. Laut Staatsanwaltschaft soll Signori auch Gelder auf das Serie-A-Meisterschaftsspiel Inter Mailand gegen Lecce am 20. März gesetzt haben. Der 43-Jährige bestreitet diese Vorwürfe.

Der Wettskandal erinnert an die große Manipulationsaffäre, die 2006 den italienischen Fußball erschüttert hatte. Damals war Juventus Turin zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilt worden. Den Turinern war der Meistertitel 2006 aberkannt und Inter zugesprochen worden.

bka/sid
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