Mutmaßliche Spielmanipulation in Spanien "Ein Teamkollege sagte mir, das Spiel sei gekauft"

Der spanische Drittligist CD Eldense hat nach einer 0:12-Niederlage gegen die zweite Mannschaft des FC Barcelona den Spielbetrieb eingestellt. Der Klub-Boss und Spieler erheben Vorwürfe gegen die eigenen Kollegen.

Eldense-Profi David Azin (Archivbild)
imago/ osnapix

Eldense-Profi David Azin (Archivbild)


Der Italiener Filippo Di Pierro, Coach des spanischen Drittligisten CD Eldense, ist von der Polizei wegen des Verdachts auf Spielmanipulation vorläufig festgenommen und verhört worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Am Samstag hatte der Klub aus der Nähe von Alicante gegen die zweite Mannschaft des FC Barcelona 0:12 verloren.

Cheick Saad, Spieler von Eldense, hatte den Verdacht mit einem Interview beim Radiosender Cadena Cope genährt. Darin hatte er behauptet, einige Teamkollegen hätten viel Geld durch Wetten auf das Spiel gemacht.

Vorwürfe erhob auch der deutsche Eldense-Profi David Azin im Interview mit der Tageszeitung "Die Welt": "Ein Teamkollege sagte mir, das Spiel sei gekauft. Unser Co-Trainer ging im Hotel zu einem anderen Spieler und hat diesem gesagt, die Partie müsse mit mehr als fünf Toren verloren gehen. Wenn er nicht dabei sei, müsse er halt auf die Bank." Azin selbst sei für das Spiel kurzfristig überraschend aus dem Kader gestrichen worden.

Klubpräsident David Aguilar hatte ebenfalls Verdacht geschöpft und die Polizei sowie den spanischen Verband eingeschaltet. "Ich gehe davon aus, dass die Partie verschoben war, ich habe verschiedene Spieler im Verdacht", sagte Aguilar laut "Welt". Die Klubverwaltung kündigte an, die Mannschaft vorläufig vom Spielbetrieb abzumelden.

"Der Trainer wusste etwas und die Spieler auch. Es sind vier Spieler, und sobald ich kann, werde ich ihre Namen nennen. In der Kabine habe ich mich fast mit ihnen geprügelt", sagte Saad der "Welt".

mru/sid

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