Verdächtigter Ex-Profi Gattuso "Ich wäre wahnsinnig"

Der italienische Fußball steckt mitten in einem neuen Manipulationsskandal, ermittelt wird unter anderem gegen Gennaro Gattuso. Der Ex-Profi bestreitet nun jegliche Beteiligung und fordert die Staatsanwälte auf, ihn schnell zu befragen.
Ex-Profi Gattuso: "Ich habe eine Stiftung für bedürftige Kinder gegründet"

Ex-Profi Gattuso: "Ich habe eine Stiftung für bedürftige Kinder gegründet"

Foto: Giuseppe Bellini/ Getty Images

Hamburg - Der ehemalige italienische Fußball-Profi Gennaro Gattuso, gegen den im jüngsten Manipulationsskandal ermittelt wird, hat seine Unschuld beteuert. "Ich habe eine Stiftung für bedürftige Kinder gegründet, und man beschuldigt mich, Spiele zu manipulieren. Ich wäre wahnsinnig, wenn ich so etwas tun würde", sagte der 35-Jährige und richtete einen Appell an die Justiz: "Ich hoffe, dass mich die Staatsanwälte so rasch wie möglich befragen, damit ich meine Position erklären kann."

Der ehemalige Star des AC Mailand gab allerdings Kontakte zu Francesco Bazzani zu, der als illegaler Vermittler Spiele für etwa 700.000 Euro zur Manipulation angeboten haben soll. "Die halbe Serie A kennt Bazzani. Er ist ein Freund, wie viele andere", sagte Gattuso. Wie mehrere italienische Medien übereinstimmend berichten, darunter die "Gazzetta dello Sport" und der "Corriere della Sera", soll in der Nacht von Montag auf Dienstag Gattusos Haus durchsucht worden sein.

Die Staatsanwälte von Cremona setzten derweil die Ermittlungen fort. Durchsucht wurde die Wohnung eines Nachwuchstrainers und eines Ex-Spielers des FC Bologna.

Angeblich bis zu 30 Spiele der Serie A betroffen

Im Fußball-Manipulationsskandal sollen laut Staatsanwaltschaft von Cremona bis zu 30 Spiele der Serie A im Zeitraum zwischen 2011 und 2013 verschoben worden sein. "Trotz Verhaftungen und Ermittlungen in den vergangenen Jahren ist offenkundig, dass bestimmte Personen, wie schon vor dem Ausbruch des Skandals, Fußballspiele manipulieren", sagte Staatsanwalt Roberto Di Martino bei einer Pressekonferenz am vergangenen Dienstag.

Unter Manipulationsverdacht stehen mehrere Spiele zum Ende der Saison 2010/2011, darunter drei Partien des AC Mailand. Auch weitere Clubs wie Inter Mailand, Lazio Rom und Rekordmeister Juventus Turin sollen betroffen sein. Dazu kommen zahlreiche weitere Partien in der Serie B und der Lega Pro, der dritten italienischen Liga.

Insgesamt richten sich die Ermittlungen in diesem neuen Strang des Wettskandals gegen etwa 20 Verdächtige, darunter auch mehrere ehemalige und noch aktive Spieler. Ihnen wird vorgeworfen, eine kriminelle Vereinigung mit dem Ziel des Sportbetrugs gebildet zu haben.

Der Präsident des italienischen Fußballverbandes, Giancarlo Abete, hat Gattuso in Schutz genommen. "Ich habe großes Vertrauen zu Gattuso. Ich kenne ihn und bin mir sicher, dass er aus dieser Sache herauskommt", sagte Abete laut der Nachrichtenagentur Ansa.

chp/sid/dpa
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