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01. Februar 2007, 06:06 Uhr

Verein bestätigt

HSV feuert Doll

Erst Jupp Heynckes, dann Felix Magath, jetzt Thomas Doll. Bundesliga-Schlusslicht Hamburger SV hat seinen Trainer entlassen. Gegen Cottbus hatte es nur zu einem 1:1 gereicht, danach zog die Clubführung die Konsequenzen.

Hamburg - Doll sei der Beschluss über seine Entlassung gestern Abend um 23.40 Uhr kurz vor seiner Abfahrt aus dem Stadion mitgeteilt worden, hatte die "Bild"-Zeitung zuvor bereits gemeldet. Auch der NDR berichtete unter Berufung auf eigene Quellen über die Entlassung Dolls. Als mögliche Doll-Nachfolger werden bereits der gestern beim FC Bayern entlassene Felix Magath sowie Jörg Berger gehandelt.

Doll, 40, hatte den Cheftrainer-Posten in Hamburg am 18. Oktober 2004 als Nachfolger von Klaus Toppmöller angetreten. Der HSV war damals Letzter und ist es nach dem 1:1 im Heimspiel gegen Energie Cottbus erneut. "Ich sage jetzt nichts, wir sehen uns morgen", lautete der Kommentar von Doll beim Verlassen der AOL Arena.

"Wir bedauern diese Entscheidung", sagte Vorstandsvorsitzender Bernd Hoffmann heute vormittag: "Wir waren überzeugt, die Wende mit Thomas Doll zu schaffen. Nach den Eindrücken und Ergebnissen der vergangenen beiden Spiele mussten wir jetzt aber reagieren." Doll war am Morgen in der AOL-Arena erschienen, um sich von der Mannschaft zu verabschieden. "Natürlich bin ich sehr traurig. Ich hatte zweieinhalb schöne Jahre beim HSV. Ich hoffe, dass die Mannschaft schnell die Kurve bekommt", sagte der scheidende Coach.

Am Mittwochvormittag war bereits Jupp Heynckes als Trainer von Borussia Mönchengladbach zurückgetreten, am Nachmittag trennte sich zudem Rekordmeister und Titelverteidiger Bayern München von seinem Coach Felix Magath und holte dafür dessen Vorgänger Ottmar Hitzfeld vorerst bis zum Saisonende zurück.

Durch die Trennung von Doll ist der sechste Trainerwechsel in dieser Saison und der 301. in der Bundesliga-Geschichte seit 1963 perfekt. In dieser Spielzeit hatten außer Magath noch Peter Neururer (Hannover 96) und Bert van Marwijk (Borussia Dortmund) gehen müssen. Dieter Hecking (Alemannia Aachen) hatte um Vertragsauflösung gebeten, um zu seinem Wunschverein Hannover wechseln zu können. Auch Heynckes trat von sich aus zurück.

als/pav/dpa

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