Verein bestätigt HSV feuert Doll

Erst Jupp Heynckes, dann Felix Magath, jetzt Thomas Doll. Bundesliga-Schlusslicht Hamburger SV hat seinen Trainer entlassen. Gegen Cottbus hatte es nur zu einem 1:1 gereicht, danach zog die Clubführung die Konsequenzen.


Hamburg - Doll sei der Beschluss über seine Entlassung gestern Abend um 23.40 Uhr kurz vor seiner Abfahrt aus dem Stadion mitgeteilt worden, hatte die "Bild"-Zeitung zuvor bereits gemeldet. Auch der NDR berichtete unter Berufung auf eigene Quellen über die Entlassung Dolls. Als mögliche Doll-Nachfolger werden bereits der gestern beim FC Bayern entlassene Felix Magath sowie Jörg Berger gehandelt.

Doll, 40, hatte den Cheftrainer-Posten in Hamburg am 18. Oktober 2004 als Nachfolger von Klaus Toppmöller angetreten. Der HSV war damals Letzter und ist es nach dem 1:1 im Heimspiel gegen Energie Cottbus erneut. "Ich sage jetzt nichts, wir sehen uns morgen", lautete der Kommentar von Doll beim Verlassen der AOL Arena.

"Wir bedauern diese Entscheidung", sagte Vorstandsvorsitzender Bernd Hoffmann heute vormittag: "Wir waren überzeugt, die Wende mit Thomas Doll zu schaffen. Nach den Eindrücken und Ergebnissen der vergangenen beiden Spiele mussten wir jetzt aber reagieren." Doll war am Morgen in der AOL-Arena erschienen, um sich von der Mannschaft zu verabschieden. "Natürlich bin ich sehr traurig. Ich hatte zweieinhalb schöne Jahre beim HSV. Ich hoffe, dass die Mannschaft schnell die Kurve bekommt", sagte der scheidende Coach.

Am Mittwochvormittag war bereits Jupp Heynckes als Trainer von Borussia Mönchengladbach zurückgetreten, am Nachmittag trennte sich zudem Rekordmeister und Titelverteidiger Bayern München von seinem Coach Felix Magath und holte dafür dessen Vorgänger Ottmar Hitzfeld vorerst bis zum Saisonende zurück.

Durch die Trennung von Doll ist der sechste Trainerwechsel in dieser Saison und der 301. in der Bundesliga-Geschichte seit 1963 perfekt. In dieser Spielzeit hatten außer Magath noch Peter Neururer (Hannover 96) und Bert van Marwijk (Borussia Dortmund) gehen müssen. Dieter Hecking (Alemannia Aachen) hatte um Vertragsauflösung gebeten, um zu seinem Wunschverein Hannover wechseln zu können. Auch Heynckes trat von sich aus zurück.

als/pav/dpa

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Seite 1
Umberto, 30.01.2006
1.
---Zitat von sysop--- Die Auswechslung des Trainers gilt als Allheilmittel im Profifußball. Doch was bringt das Feuern der Übungsleiter wirklich? Lenken die Maßnahmen oft nur von den wirklichen Problemen innerhalb einer Mannschaft oder eines Vereines ab? ---Zitatende--- Das geht doch immer nach dem altbewährten Motto: Der Sieg hat viele Väter, die Niederlage nur einen. Es ist doch viel einfacher nur einen, den Trainer, auszutauschen, als wesentliche, den Ansprüchen nicht genügende Teile der Mannschaft. Ist auch wohl eine Frage der Finanzierung. Denn wenn es auf dem Platz nicht läuft, tröpfelt es nur noch in die Kasse (statt zu fliessen). Der Mißerfolg eines Trainers kann doch auch damit zusammenhängen, dass man den "Richtigen" gar nicht erst bekommen hat, sondern nehmen mußte, was übrig war und zur Vereinsfinanzlage paßte.
Paolo, 31.01.2006
2.
---Zitat von Umberto--- Das geht doch immer nach dem altbewährten Motto: Der Sieg hat viele Väter, die Niederlage nur einen. Es ist doch viel einfacher nur einen, den Trainer, auszutauschen, als wesentliche, den Ansprüchen nicht genügende Teile der Mannschaft. Ist auch wohl eine Frage der Finanzierung. Denn wenn es auf dem Platz nicht läuft, tröpfelt es nur noch in die Kasse (statt zu fliessen). Der Mißerfolg eines Trainers kann doch auch damit zusammenhängen, dass man den "Richtigen" gar nicht erst bekommen hat, sondern nehmen mußte, was übrig war und zur Vereinsfinanzlage paßte. ---Zitatende--- In der Tat. Wenn Mannschaften gewinnen, schieben sich die dicklichen, zigarrerauchenden, sesselpupsenden Funktionäre in den Vordergrund. Wird mal verloren, muß der Trainer seinen Hut nehmen. Und schaut man sich den 1. FC Köln an, sieht man, dass ein Trainerwechsel gar nichts bringt. Seit mehr als 6 Jahren krebsen die zwischen 2. und 1. Liga hin und her. Das kann ja wohl nicht am Trainer liegen. Die Jungs haben Beine, die sie kaum noch zum Laufen verwenden. Im übrigen bringen diese eine Kontinuität entgegenstehenden Wechsel nur Unruhe in den Betrieb.
Dr. Gonzo, 10.02.2006
3.
"Den größten Fehler, den wir jetzt machen könnten, wäre, die Schuld beim Trainer zu suchen." Karl-Heinz Körbel (als Trainer von Eintracht Frankfurt) "Tagsüber, wenn die Sonne scheint, ist es hier noch wärmer!" Heribert Faßbender (auf Teneriffa)
Umberto, 10.02.2006
4. Armer VfB ???
---Zitat von Umberto--- Ist auch wohl eine Frage der Finanzierung. Denn wenn es auf dem Platz nicht läuft, tröpfelt es nur noch in die Kasse (statt zu fliessen). ---Zitatende--- Der "teure" Trapattoni geht, der "billigere" Armin Veh kommt. Na, wenn das mal gut geht.
Gosch, 10.02.2006
5.
---Zitat von sysop--- Die Auswechslung des Trainers gilt als Allheilmittel im Profifußball. Doch was bringt das Feuern der Übungsleiter wirklich? Lenken die Maßnahmen oft nur von den wirklichen Problemen innerhalb einer Mannschaft oder eines Vereines ab? Welche Beispiele gab es in den vergangenen Jahren für sinnvolle Neuverpflichtungen, wo führte ein Trainerwechsel trotzdem zur sportlichen Katastrophe? ---Zitatende--- Im Zusammenhang mit Trainerentlassungen klingt oft so ein mitleidiger Unterton mit: der arme Kerl, hat es nicht verdient, Schuld ist doch dieses und jenes... Ich meine, man darf eine Trainerentlassung nicht mit der Entlassung eines "normalen" Arbeitnehmers gleichsetzen. Jeder Trainer wird wegen Erfolgslosigkeit das eine oder andere Mal entlassen. Vermutlich kommen auf jeden erfüllten Trainervertrag 20 Verträge, die vorzeitig aufgelöst werden. Eine Entlassung ist für einen Trainer eine ebenso unvermeidliche Sache wie eine Zerrung für einen Spieler, Berufsrisiko halt. Die Gründe für Trainerentlassungen sind ja nu auch nicht über einen Kamm zu scheren - wenn das Verhältnis zur Mannschaft erschüttert ist, bleibt den Verantwortlichen kaum etwas anderes übrig, als den Trainer zu entlassen. In den meisten Fällen allerdings ist es schlicht ein Akt der Verzweiflung, nämlich der einzige Impuls, den das Management mitten in einer Saison noch anbringen kann, um eine sportliche Trendwende herbeizuführen. Statistisch gesehen Unfug, aber zur Demonstration von "Entschlossenheit" und "aktiver Krisenbewältigung", sprich: zur Beruhigung der Öffentlichkeit durchaus wirksam.
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