Verletzte Bundesliga-Profis Allstar-Team im Lazarett

Die Bundesliga startet in ihre nächste Saison - viele Stars müssen erst mal zuschauen. Fast alle Clubs melden schon vor dem ersten Anpfiff  Verletzungsausfälle. Ein Überblick über die Krankenlager der Liga.

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Diese Mannschaft muss keinen Gegner der Welt fürchten: Im Tor steht Nationalspieler René Adler von Bayer Leverkusen, davor die Bremer Innenverteidiger Per Mertesacker und Naldo, unterstützt auf den Flügeln von Dortmunds Marcel Schmelzer und Wolfsburgs Arne Friedrich. In der Offensive wirbeln Franck Ribéry und Arjen Robben, davor sorgen Dortmunds Lucas Barrios, Werder-Star Claudio Pizarro und Schalkes Jefferson Fárfan für ständige Torgefahr. Ein echtes Allstar-Team mit einem Schönheitsfehler: All die genannten Profis plagen sich vor dem Liga-Start mit Verletzungen herum.

Wenn am Freitag mit der Partie Borussia Dortmund gegen den Hamburger SV (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) die Fußball-Bundesliga in ihre 49. Saison startet, sind viele Stars nur Tribünengäste. Der Branchenführer FC Bayern München hofft zumindest noch auf seine beiden ausländischen Großverdiener Ribéry und Robben. Beide sind schon fast traditionell außer Gefecht, ihre Kapselverletzungen jedoch wohl nicht so gravierend, dass ein Einsatz im Auftaktmatch gegen Borussia Mönchengladbach am Sonntag komplett ausgeschlossen wäre.

Seit Robben und Ribéry gemeinsam beim FC Bayern spielen, hätten sie theoretisch zusammen 96 Pflichtspiele für die Münchner bestreiten können - es waren aber nur 37.

Verletzungspech ist schon Werder-Folklore

Bayern-Coach Jupp Heynckes verfügt in seinem Kader immerhin über genügend Alternativen. Das kann sein Bremer Kollege Thomas Schaaf nicht von sich behaupten. Mit Mertesacker, Naldo, Außenverteidiger Mikaël Silvestre, Mittelfeldakteur Wesley und Angreifer Pizarro fehlten ihm in der Saisonvorbereitung fünf Stammkräfte. Wie nötig die gebraucht werden, hat die Pokalpleite vom vergangenen Wochenende in Heidenheim aufgezeigt. Mertesacker und Wesley können zum Saisonstart gegen den 1. FC Kaiserslautern möglicherweise auflaufen.

Bei Werder ist aber niemals auszuschließen, dass sich in den Tagen bis zum Spiel noch zwei, drei Profis Blessuren zuziehen. Das Verletzungspech gehört schließlich in Bremen seit Jahren zur Vereinsfolklore - richtig erklären kann man das nicht. Die medizinische Abteilung des Vereins weist Kritik an ihrer Arbeit zumindest regelmäßig zurück.

Beim Liga-Konkurrenten VfB Stuttgart hat man sich ebenfalls daran gewöhnt, selten das gesamte Personal gesund zur Verfügung zu haben. Aber so hart wie im Moment hat es den Verein in der Vergangenheit selten getroffen. Die Defensive weist mit Kapitän Matthieu Delpierre und seinen Innenverteidiger-Kollegen Serdar Tasci, Georg Niedermeier und Ermin Bicakcic gleich vier Patienten auf - Trainer Bruno Labbadia hofft darauf, dass sich zumindest Tasci fürs Wochenende noch einsatzfähig meldet.

Nur Gladbach ist sorgenfrei

Von allen 18 Bundesligisten meldet sich lediglich Borussia Mönchengladbach derzeit komplett sorgenfrei. Man muss sagen: Ausgerechnet Gladbach, ein Verein, den im Vorjahr das Verletzungspech in der Innenverteidigung mit den Stammkräften Dante und Roel Brouwers um ein Haar den Klassenerhalt gekostet hätte.

Die andere Borussia, der Meister aus Dortmund, weist zumindest eine Art ausgeglichene Bilanz auf: Zwar fehlen ihr gegen den HSV mit Torjäger Barrios und Nationalverteidiger Schmelzer zwei Leistungsträger aus dem Meisterjahr. Gleichzeitig bekommt Trainer Jürgen Klopp aber zwei gefühlte Zugänge hinzu. Der Japaner Shinji Kagawa, der fast die gesamte Rückrunde nicht spielen konnte, ist wieder fit. Und der frühere Nationalspieler Sebastian Kehl war in den vergangenen Jahren so häufig verletzt, dass er schon zu den Vergessenen der Liga zählte. Kehl ist zurück und hat das Pokalspiel in Sandhausen am vergangenen Samstag wundersamerweise ohne Blessur überstanden.

insgesamt 7 Beiträge
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derlabbecker 03.08.2011
1. Per Mertesacker...
... ist wieder fit, und auch Robben soll wieder fit sein. Bisserl oll, der Artikel...
pingpong 03.08.2011
2. zählen nicht vergessen...
Die genannte All-Star-Mannschaft hat noch mindestens einen weiteren "Schönheitsfehler"...sie tritt nur zu zehnt an. :D
frigor 03.08.2011
3. Und dann noch...
... zu viele Fussballspiele und übertriebene (vielfach hoch gepriesene) Härte.
emmaP10 03.08.2011
4. Kommt hin
… außerdem weiß ich von meinem Vater (Sportlehrer und ehem. Leistungssportler), dass nicht genügend Dehnungs-/Aufwärmübungen gemacht werden. Jedenfalls dürfen die Kicker sich heutzutage auskurieren, früher wurden sie "gesund gespritzt" Ich hoffe, dass Barrios bald wieder fit ist, leider soll er bis September ausfallen (Heja BVB) Aber auch allen anderen Fußballern: Baldige Genesung, ich gönn keinem, verletzt zu sein, egal in welchem Verein er spielt
Bee1976 03.08.2011
5. Umdenken erforderlich ?
Vielleicht ist auch einfach ein gewisses umdenken erforderlich ? Menschen unterscheiden sich, fussballer erst recht. Der eine spielt Körperbetont, der nächste verlässt sich lieber auf seine Kondition und wieder ein andere mag mehr "in die Knochen2 bekommen als andere. Trainiert wird aber gerne im Kollektiv, sicher gibt es individualtraining, aber viel zu wenig. Dazu kommt das gerade fussball in dem ruf stehen (vermutlich zu recht) schlampig beim aufwärmen und dehnen zu sein und mit der Ernährung schludern. Dazu kommt, das ein heutiger top Spieler, in der heutigen Zeit viel öfter "ran" muss, als vor einigen Jahren. Spielt ein Verein Ijnternational und ist erfolgreich kommen auf die guten spieler die nach Möglichkeit ja auch oft eingesetzt werden, unglaublich viele spiele zu. Als Beispiel sei mal Schalke angeführt, gleiches könnte für Bayern dieses Jahr auch gelten oder Dortmund. Championsleague: 12 Spiele DFB-Pokal: 6 Spiele Buli: 34 spiele Das alleine macht schon 52 Spiele, kommen noch Spiele wie CL-Qualifikation dazu werdens mehr. Dazu unzählige Test- und Benefiz- bzw. Werbespiele. Und damit nicht genug, Spiele für das Nationalteam sind auch noch dabei. Nimmt man die "unwichtigen" Spiele dazu, kann ein Nationalspieler in einer erfolgreichen Mannschaft locker auf 70+ Spieleinsätze kommen. Irgendwann macht der Körper das einfach nicht mehr mit. Dazu werden die Pausen und Regenerationsphase ja immer kürzer. Hier müssen Vereine wie Verbände einmal überlegen, wie man die spieler schützen kann, denn jeder top-Profi bei dem es irgendwie geht, wird eingesetzt werden zumal ja auch viele "schummeln" um ja spielen zu dürfen.
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