Verletzter WM-Sturm England bangt um Owen und Rooney

Die Meisterschaft des FC Chelsea wurde zur Nebensache. Von nationalem Interesse ist seit gestern die schwere Verletzung von Nationalstürmer Wayne Rooney. Ein weiterer Schock folgte: Auch Michael Owen klagt über Probleme mit seinem lädierten Fuß, dem englischen WM-Sturm droht das Aus.


London - Rooney brach sich beim 0:3 von Manchester United gegen den frisch gebackenen Meister FC Chelsea den vierten Knochen im rechten Mittelfuß und fällt nach ersten Angaben von "ManU" sechs Wochen aus. In sechs Wochen am 10. Juni startet England jedoch in Frankfurt gegen Paraguay bereits ins WM-Turnier.

WM-Hoffnung Rooney: Sechs Wochen Zwangspause
REUTERS

WM-Hoffnung Rooney: Sechs Wochen Zwangspause

"ManU"-Teammanager Alex Ferguson soll gegenüber Mail on Sunday bereits erklärt haben, dass der 20-Jährige bei der WM defintiv ausfallen wird. "Er ist am Boden zerstört. Er hat sich so auf die WM gefreut. Für ihn ist die Welt zusammengebrochen, aber er ist noch jung und seine Zeit wird noch kommen", wird der Trainer zitiert. Im Gegensatz zu Ferguson hat Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson Rooney noch nicht vollständig abgeschrieben: `Wir werden ihn auf jeden Fall mitnehmen, wenn nur die kleinste Chance auf eine Einwechslung in den späteren Runden besteht", sagte der Schwede.

In der 78. Minute war der Angreifer von Manchester United nach einem Zweikampf mit Chelseas Paulo Ferreira mit schmerzverzerrtem Gesicht liegengeblieben und musste vom Platz getragen werden. Auf Krücken humpelte Rooney anschließend in den Mannschaftsbus, ehe nach einer Untersuchung in Manchester Klarheit über die Schwere der Verletzung bestand.

Selbst Chelseas portugiesischer Trainer Jose Mourinho zeigte sich geschockt: "England braucht den Jungen, die Weltmeisterschaft braucht den Jungen." Rooneys Kollege in der Nationalelf, Steven Gerrard vom FC Liverpool, sagte: "Ohne Wayne zur WM zu fahren wäre eine Katastrophe. Er ist ein Held in unserem Land und unser wichtigster Mann." Das Boulevard-Blatt "The Sun" titelte: "Englands WM-Hoffnungen durch Rooneys K.o. weggeblasen." Die Zeitung "The Observer" schrieb: "Ein Ausfall von Rooney, der Englands wichtigster Spieler ist, würde die Chancen ernsthaft minimieren. England hält den Atem an."

Rooney galt nicht nur bei Teammanager Sven-Göran Eriksson als einer der großen Hoffnungsträger. Der 29-malige Nationalspieler (11 Tore) hatte schon bei der Euro 2004 seine Klasse gezeigt, brach sich dort aber ebenfalls den Fuß - und England schied im Viertelfinale gegen Gastgeber Portugal aus.

Auch die Rückkehr von Michael Owen nach viermonatiger Verletzungspause bot keinen Trost für die englische Fan-Seele. Nach seinem 30-minütigen Einsatz gegen Birmingham klagte der Stürmer von Newcastle United erneut über Schmerzen im Fuß, den er sich Ende 2005 gebrochen hatte. Ob der Stürmer zur WM voll einsatzfähig ist, bleibt daher weiter fraglich.

kob/sid



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.