Vertragsverlängerung Schaaf überzeugte Frings von Bremen

Überraschende Wende in Bremen: Nationalspieler Torsten Frings schlägt das Angebot von Juventus Turin aus und wird auch in Zukunft für Werder Bremen auflaufen. Ein Gespräch Trainer Thomas Schaaf soll entscheidend gewesen sein. Im Gegenzug wird der Kapitän zu Bremens Spitzenverdiener.

Bremen - Frings unterschrieb bei Werder einen Vertrag bis zum 30. Juni 2011. Dies bestätigte der Verein in einer Pressemitteilung. Nach wochenlangem Poker habe sich der Mittelfeldspieler, der intensiv von Juventus Turin umworben wurde und ein lukratives Angebot des italienischen Rekordmeisters vorliegen hatte, für einen Verbleib bei den Norddeutschen entschieden. "Ich hatte ein tolles Angebot von Juventus und es war eine große Gelegenheit. Aber ich habe gemerkt, dass Werder für mich eine Herzensangelegenheit ist», begründete Frings heute die Unterschrift unter einen neuen Zweijahresvertrag.

Werder-Kapitän Frings: "Trage das Trikot eines Superclubs"

Werder-Kapitän Frings: "Trage das Trikot eines Superclubs"

Foto: AP

"Ich habe am Montag noch ein Gespräch mit Thomas Schaaf geführt. Es war ein sehr inniges Gespräch, sicherlich nicht üblich zwischen Spieler und Trainer. Es war sehr wichtig für die Entscheidung", sagte Frings und fügte an: "Es gibt wichtigere Dinge als Geld oder das eigene Ego zu befriedigen. Ob ich nun das Trikot eines Superclubs trage oder nicht, ist egal. Wobei: ich trage bereits das Trikot eines Superclubs."

Gestern teilte er Sportdirektor Klaus Allofs seine Entscheidung mit. "Wir konnten einen hervorragenden Spieler weiter an uns binden", sagte Allofs und freute sich über den Coup. Die Entscheidung sei "ein Signal, dass Spieler trotz des Werbens der großen Clubs sich für Werder entscheiden". Trainer Schaaf ergänzte: "Es ist eine schöne Sache, dass solch ein Spieler seine Ziele bei Werder verfolgen wird. Torsten weiß, was er an Werder hat", sagte Schaaf.

Frings setzte damit drei Tage vor dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) ein Signal auch im Hinblick auf den Meisterschaftskampf. Mit der Vertragsverlängerung soll eine Gehaltserhöhung verbunden sein. Der Nationalspieler soll nun geschätzte vier Millionen Euro im Jahr verdienen.

Frings war im Sommer 2005 vom FC Bayern München nach Bremen zurückgekehrt. Vor seinem einjährigen Engagement in München war er für Borussia Dortmund (2002 bis 2004) aktiv. Davor spielte er bereits fünf Jahre lang für die Bremer.

Bereits in der vergangenen Woche gab Bremen die Zusammenarbeit mit Miroslav Klose für die kommende Saison bekannt. Der Stürmer wird von Bayern München umworben. Der Verbleib der Nationalspieler erleichtert auch die Arbeit von Manager Allofs, der nun kaum nennenswerte Umgruppierungen im Kader vornehmen muss.

Allenfalls Akteure wie Daniel Jensen (Angebote von CA Osasuna und Espanyol Barcelona), Jurica Vranjes (Angebote von Tottenham Hotspur, FC Everton, Bolton Wanderers) sowie Petri Pasanen stehen eventuell vor Transfers.

Im Falle eines Abstiegs von Mainz 05 wird der ausgeliehene Leon Andreasen an die Weser zurückkehren. Sein Interesse an einen Wechsel nach Bremen bekräftigte auch der Frankfurter Albert Streit. Der "Frankfurter Rundschau" sagte er: "Werder Bremen hat eine Mannschaft von sehr hoher Qualität. Dort zu spielen, wäre reizvoll."

fpf/dpa

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