Vertragsverlängerung Weltmeister-Coach Lippi will Bedenkzeit

Marcello Lippi behielt auch in der Stunde des Triumphs kühlen Kopf. Der italienische Nationaltrainer verfiel nicht der Euphorie um den WM-Sieg und ließ offen, ob er die Squadra Azzurra auch weiterhin trainieren wird.

Hamburg - "Ich werde mir Gedanken machen und eine Meinung bilden. Dann werde ich sie verkünden", sagte Lippi, dessen Vertrag beim italienischen Verband am 15. Juli endet. "Es ist nicht die Zeit, darüber zu reden", so Lippi nach dem Endspielsieg gegen Frankreich (6:4 n.E.) in Berlin

Vielmehr wollte der Coach den Triumph seiner Mannschaft genießen. Als Fabio Grosso am Sonntag den fünften Elfmeter sicher verwandelt und Italien somit zum Weltmeister gemacht hatte, war es aus dem freudetrunkenen Lippi herausgesprudelt: "Italien kann stolz auf diese Spieler sein. Das ist der schönste Moment in meinem Leben", erklärte er.

"Wir hatten schwere Momente, aber eine tolle Beziehung. Wir wollten der Welt nach dem Skandal das wahre Gesicht des italienischen Fußballs zeigen." Das gelang eindrucksvoll.

Mit Juventus Turin gewann Lippi vor zehn Jahren schon die Champions League, derm WM-Erfolg bedeutet ihm aber mehr. "Der Titel mit einem Verein - das ist Tagesgeschäft. Aber einen Titel mit der Nationalmannschaft zu gewinnen, ist etwas ganz Außergewöhnliches", erklärte der Mann, dem es gelungen war, seine Elf trotz des Manipulationsskandals ins Finale zu führen.

Dieser wird nun auch als Auslöser für das Zögern Lippis gewertet. Im Zuge des Skandals war der Trainer ins Fadenkreuz von Ermittlern und Medien geraten. "Da wurden auch mein Sohn und ich hart angegriffen", erklärte Lippi. Vielleicht gibt das jetzt den Ausschlag für seinen möglichen Rückzug.

thr/sid/ap

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