Mitglieder-Abstimmung VfB Stuttgart darf Fußballabteilung in eine AG ausgliedern

So viele Mitglieder wie noch nie haben beim VfB Stuttgart über die Ausgliederung der Fußballabteilung abgestimmt - und sich dafür entschieden. Der Bundesliga-Aufsteiger bekommt nun schon bald 41,5 Millionen Euro.

Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart
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Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart


Der VfB Stuttgart darf seine Fußballabteilung in eine AG ausgliedern. Die Mitglieder des Traditionsvereins stimmten bei einer emotionalen außerordentlichen Mitgliederversammlung im Stadion mit der erforderlichen Dreiviertelmehrheit für den Antrag der Vereinsführung um Präsident Wolfgang Dietrich.

"Seid gewiss, dass wir sorgsam mit eurem Vertrauen umgehen werden", sagte Dietrich. "Auch mit den Mitteln, die dem Verein zufließen." Mehrfach gab es bei den Redebeiträgen laute Pfiffe und starken Applaus.

Damit kann der Autobauer Daimler als sogenannter Ankerinvestor für 41,5 Millionen Euro 11,75 Prozent der Anteile übernehmen. "Wir sind hoffentlich heute am Ende einer Abwärtsspirale, die viele Jahre gedauert hat und viel Geld gekostet hat", sagte Dietrich in seiner Rede vor der Abstimmung. "Ein Verein, der in einer der größten Krisen seiner Geschichte 11.000 neue Mitglieder gewinnt, der kann nicht kaputtgehen."

Mehr als 14.000 Mitglieder waren der Einladung in die Mercedes-Benz Arena gefolgt, um ihre Stimme abzugeben. Noch nie zuvor waren so viele Mitglieder bei einer Mitgliederversammlung des Vereins. Gut fünf Wochen vor dem Trainingsauftakt zur neuen Saison stimmten 84,2 Prozent für Ja, 15,8 Prozent für Nein. 9099 Mitglieder beteiligten sich an der Wahl.

Die Vereinsführung kann nun maximal 24,9 Prozent der Anteile an Investoren verkaufen. Auf diesem Wege sollen 100 Millionen Euro als Anschubfinanzierung in die Kasse fließen. Die Überlegung: Mehr Mittel zum jetzigen Zeitpunkt helfen dabei, schnell sportlich erfolgreich zu sein - was wiederum mehr TV-Geld, höhere Sponsoreneinnahmen und Prämien generiert. In den kommenden vier Jahren soll der VfB so 250 Millionen Euro einnehmen, um das Ziel oberes Tabellendrittel in der Bundesliga zu erreichen.

kry/dpa



insgesamt 24 Beiträge
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TheDude71 02.06.2017
1. Das heisst überhaupt nix
Der Gurkenverein schafft es auch diese Summe sinnlos zu verballern, so wie damals die 30 Millionen vom Gomez-Verkauf an Bayern. (Und das sage ich als Stuttgarter.)
egonk 02.06.2017
2. So weit, so gut.
Wer freut sich nicht ueber viel Geld? Doch nun wird es darum gehen, was der VfB mit den Millionen anstellen wird. Das kann gelingen. Oder auch nicht. Doch die Voraussetzungen in Stuttgart sind gut. Ich wuensche dem VfB gutes Gelingen! Schoen, dass der Verein wieder in der 1.Liga ist.
scooby11568 02.06.2017
3. Schönes Zeichen vom Daimler...
Der immer mehr reguläre Arbeitsplätze auslagern an Sub-Unternehmer. Die sollten sich lieber um vernünftige Bezahlung und angemessene Arbeitsbedingungen kümmern.
Alm Öhi 02.06.2017
4. DaimlerS Spende
Die Spende fließt an einen gemeinnützigen Verein, somit verliert der Staat diesen Betrag, Super!
rainer_daeschler 02.06.2017
5. Keine Spende, zumindest steuerlich
Zitat von Alm ÖhiDie Spende fließt an einen gemeinnützigen Verein, somit verliert der Staat diesen Betrag, Super!
Als Spende ist das nicht zu deklarieren. Es handelt sich um eine Firmenbeteiligung. Der Gesetzgeber unterscheidet hier nicht zwischen einem Fußballverein oder einem Zulieferer im Falle einer AG. Auch wenn diese Firmenbeteiligung wie eine Spende ist, steuerlich ist sie es nicht.
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