VfB Stuttgart Lehmann hängt ein Jahr dran

Bald 40 und kein bisschen müde: Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann wird auch in der kommenden Saison beim VfB Stuttgart im Tor stehen. Nach überaus harten Verhandlungen loben sich die Beteiligten gegenseitig - und sprechen von hohen Zielen. Auch die WM 2010 gehört dazu.


Hamburg - Die Verhandlungen sind zu Ende. Und sie waren erfolgreich. Nach monatelangem Feilschen haben sich Torwart Jens Lehmann und der VfB Stuttgart auf eine gemeinsame Zukunft geeinigt. Der 39-Jährige hat seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag bis Juni 2010 verlängert. Das gab der VfB bei einer eigens anberaumten Pressekonferenz am Freitag bekannt.

VfB-Keeper Lehmann: "Gut geführter Verein, positives Umfeld"
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VfB-Keeper Lehmann: "Gut geführter Verein, positives Umfeld"

Ein großes Ziel hat Lehmannder WM-Dritte von 2006 in der kommenden Saison vor Augen. Die Rückkehr in die Nationalmannschaft "wäre für mich sicher ein Anreiz", sagte Lehmann: "Ich versuche, mich anzubieten." Er wisse zwar nicht, ob der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Bedarf auf der Torhüterposition habe, ergänzte Lehmann - er selbst fühlt sich aber nach wie vor auch den größten Herausforderungen gewachsen. "Ich spiele nicht zum Spaß, ich will Erfolg haben", sagte er mit Blick auf seine wohl endgültig letzte Saison im Profi-Fußball.

In den zähen Verhandlungen wurde zuletzt offenbar vor allem um das üppige Gehalt des früheren Nationaltorhüters gerungen. Ursprünglich hatte Lehmann auf eine Gehaltserhöhung spekuliert - nun soll er künftig wie schon zuvor etwa 2,5 Millionen Euro verdienen.

Die sportliche Perspektive spielte in Lehmanns Überlegungen auch eine wichtige Rolle. Dem wurde von Seiten des VfB offenbar Rechnung getragen: Lehmann soll im Falle einer Qualifikation für die Champions League eine Sonderprämie erhalten. "Die Vertragsverlängerung von Jens Lehmann ist ein wichtiges Signal für den gesamten Verein und verdeutlicht, dass wir weiterhin hohe Ziele verfolgen", sagte VfB-Sportdirektor Horst Heldt.

Dieser dementierte, dass Lehmann zudem Sonderrechte eingeräumt wurden. Auch den Vertragspoker als solchen spielte Heldt herunter. "Das war keine große Sache", sagte er über die drei persönlichen Treffen, "da hatte ich schon viel längere Gespräche zu führen." Dass Lehmann wie bislang auch in der kommenden Spielzeit mal sonntags frei machen darf, sieht Heldt gelassen. "Es ist ein Unterschied, ob man 39 oder 29 ist. Er hat genug Eigenverantwortung, um sich fit zu halten."

Lehmann selbst nannte den VfB einen "gut geführten Verein mit tollen Fans und positivem Umfeld". VfB-Teamchef Markus Babbel lobte Lehmann als einen "der besten Torhüter überhaupt".

Der frühere Nationaltorhüter wechselte im Sommer vom FC Arsenal aus England zurück in die Bundesliga, wo er zuvor schon für Schalke 04 (1991 bis 1998) und Borussia Dortmund (1999 bis 2003) aktiv war. Mit guten Leistungen, bisweilen aber auch mit Ausrastern hat Lehmann im Saisonverlauf mehrfach auf sich aufmerksam gemacht.

Im Ligaspiel gegen 1899 Hoffenheim warf Lehmann den Schuh des Gästespielers Sejad Salihovic hinter sich aufs Tornetz, Mitspieler Khalid Boulahrouz riss er im Uefa-Cup bei Zenit St. Petersburg das Stirnband vom Kopf.

Mit Bremens Diego lieferte sich Lehmann eine Rangelei im Kabinengang, Schiedsrichter Felix Brych zeigte er in Dortmund den Vogel, und seine Kollegen kritisierte er nach dem 1:5-Pokaldebakel gegen Bayern München ebenso wie Babbel.

fpf/sid



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