Abgebrochene Mitgliederversammlung Stuttgart-Präsident Dietrich tritt zurück

Stuttgarts umstrittener Präsident hat keine Lust mehr: Der 70-jährige Wolfgang Dietrich ist zurückgetreten. Am Vortag war eine Mitgliederversammlung abgebrochen worden.

Wolfgang Dietrich
Christoph Schmidt/DPA

Wolfgang Dietrich


Wolfgang Dietrich ist einen Tag nach der abgebrochenen Mitgliederversammlung als Präsident des VfB Stuttgart mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Der 70-Jährige bestätigte seine auf Facebook verkündete Entscheidung der Deutschen Presse-Agentur. Dietrich war ursprünglich bis 2020 gewählt, stand aber seit Monaten bei einem Teil der VfB-Anhänger massiv in der Kritik.

"Ich hätte auch den Grad an Feindseligkeit und Häme, wie am gestrigen Tag erlebt, nicht für möglich gehalten. Ich kann und will nicht mehr verantwortlich für alles gemacht werden, was beim VfB Stuttgart berechtigt oder unberechtigt nicht gut funktioniert", schrieb Dietrich.

Die Mitgliederversammlung war am Sonntag aufgrund von technischen Problemen abgebrochen worden. Die Mitglieder des Zweitligisten konnten sich nicht in das WLAN des Stadions einloggen und daher nicht an den vorgesehenen Abstimmungen teilnehmen.

Unter anderem konnte dadurch auch nicht die Abstimmung über eine Abwahl des umstrittenen Präsidenten Wolfgang Dietrich durchgeführt werden. In der Arena, wo die Versammlung stattfand, hatten viele Fans ihren Unmut geäußert und gepfiffen. Dietrich wurde von Personenschützern aus dem Stadion gebracht.

bka/dpa/sid

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insgesamt 31 Beiträge
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dosmundos 15.07.2019
1.
Ich war zwar kein Befürworter einer Abwahl von Dietrich, und bei so manchem Ultra-Fan muss man sich schon fragen, ob sie die Prioritäten in ihrem Leben eigentlich richtig gesetzt haben, aber nach einer solchen Pleite wie der gestrigen Hauptversammlung, verbunden mit der Aussicht, dass sich die Diskussionen bis in den Herbst hinein hinziehen, hat Herr Dietrich mit seinem Rücktritt dem VfB sicherlich den bestmöglichen Dienst erwiesen! erwiesen!
pepe_sargnagel_der_zweite 15.07.2019
2.
Ein Abbruch war nicht nötig. Zettel und Papier sollte man in 30 Minuten auch besorgen können. Dann muss man eben noch provisorisch Urnen aufstellen und den Perso bei der Stimmabgabe anschauen und auf einer Liste den Namen notieren. Ja - da hätte es auch Unregelmäßigkeiten geben können, aber dann hätte man die Wahl ja annulieren können. So aber ist und bleibt ein fader Beigeschmack. Wolfgang Dietrich war kein guter Präsident und kommt nun als Märthyrer davon. Das ist auch etwas schade - eine ordentliche Abwahl wäre "sauberer" gewesen. Dem VfB wünsch ich alles Gute und eine gute sportliche Saison.
ray05 15.07.2019
3.
Jetzt mal ganz ohn' Bemäntelung und falsche Gleißnerei: diese mitgliederstarken sogenannten Traditionsvereine leben im Gestern und haben aufgrund ihrer pusseligen Antiquiertheit im seriösen Profifußball eigentlich nichts mehr zu gewinnen. Es ist zwar schön und gut, wenn ein großer Verein tief verwurzelt ist in Region und Folklore; für's Fortkommen im komplett durchrationalisierten und -kommerzialisierten Entertainmentsektor Fußball bringt das traditionelle partizipatorische Modell jedoch nur noch Nachteile. Zeitgemäß ist das Leipzigmodell: den Pöbel kategorisch raushalten aus internen Angelegenheiten und dezidiert als Anbieter eines Freizeitangebots für diese Leute auftreten. Nur so kann überhaupt gearbeitet werden. Klubs wie VfB, Nürnberg, Kaiserslautern oder 1860 könnten sich doch in einer speziell für sie eingerichteteten Traditions- oder Heimatliga versammeln, um sich alldort unbehelligt ihrem volkstümlichen Komödienstadl und der Selbstbeweihräucherung zu widmen. :)
srbler 15.07.2019
4. vielleicht
war er kein guter präsi aber was ich widerlich finde, wie heutzutage mit personen umgegangen wird- bepöbeln, beleidigen, einfach abstoßend ist das, am ende noch bedroht- da sollen sie ihr zeug mal alleine machen, so würde ich auch denken; deshalb hat zb. hr.kind bei mir respekt, ohne das ich alles gut finde was er macht
reiher36 15.07.2019
5. Starker Abgang
Er muss sich das wirklich nicht antun. Als er Herrn Reschke präsentierte wurde er bejubelt, auch von der lokalen Presse (profunder Kenner der Fussballszene). Ich muss ray05 unbedingt Recht geben: so eine Mitgliederversammlung ist der unmöglichsten Ort für sachliche Diskussion und Entscheidungen. Fussball ist gottseidank emotional, aber doch bitte nicht bei der Führung eines millionenschweren Clubs. Wenn dann noch so genannten Legenden ihren Senf zugeben geht die Angelegenheit komplett den Bach runter.
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