Fußballbundesliga Sané schießt VfB noch tiefer in die Krise

Es sollte der Befreiungsschlag für den VfB Stuttgart werden, stattdessen hat sich die Krise bei der Elf von Alexander Zorniger nochmals verschärft. Auch gegen Schalke gab es eine Niederlage, die Schwaben bleiben ohne Punkt.
VfB-Kapitän Gentner: Machen Sie eine typische Handbewegung

VfB-Kapitän Gentner: Machen Sie eine typische Handbewegung

Foto: Bongarts/Getty Images

Der VfB Stuttgart hat in dieser Spielzeit bisher fast immer gute Partien abgeliefert, viele Torchancen herausgespielt - Punkte sind dabei aber nicht herumgekommen. Das Problem schleppte der VfB auch in das Heimspiel gegen den FC Schalke 04. Der VfB war wieder einmal hoch überlegen, Chancen gab es im Dutzend und am Ende stand es doch wieder 0:1. Leroy Sané versetzte den Gastgebern in der 53. Minute den K.o.-Schlag.

Von Beginn an machte der VfB viel Druck, wie es ihr Trainer verlangt. Torgelegenheiten ergaben sich in den ersten 45 Minuten fast im Minutentakt. Befördert durch eine unsichere Schalker Defensive hatten Daniel Ginczek, Timo Werner und Christian Gentner mehrfach die Chance, den Führungstreffer zu erzielen.

Manchmal war es Unvermögen wie bei der Szene, als Gentner im Strafraum die Wahl zwischen Flanke und Torschuss hatte und den Mittelweg zwischen beiden erkor. Meist aber stand ein sehr starker Schalke-Keeper Ralf Fährmann den VfB-Angreifern im Weg. Allein ihm und seinen Reflexen hatten es die Königsblauen zu verdanken, dass es zur Pause noch 0:0 stand.

Die Schalker selbst, zuletzt stark gegen Mainz 05 in der Liga und auf Zypern in der Europa League, enttäuschten zunächst auf der ganzen Linie. Die Angreifer Klaas-Jan Huntelaar und Franco Di Santo waren harmlos, wurden aber auch wenig aus dem Mittelfeld unterstützt. Dort konnten die jungen und hochgelobten Johannes Geis, Max Meyer und Sané wenig Akzente setzen. Im Gegenteil: Vor allem Sané sorgte mit Fehlpässen mehrfach für Gefahr fürs eigene Team.

Das wurde erst in der zweiten Halbzeit besser. Schalke wurde aktiver und belohnte sich schnell mit dem Führungstreffer, den Sané mit einer schönen Einzelleistung herstellte. Der VfB wirkte danach geschockt, das Tempospiel war plötzlich weg, man spürte förmlich, wie die Stuttgarter Spieler nachdachte. Und es waren bestimmt keine schönen Gedanken.

Und dennoch hatten die VfBler auch dann noch ihre Möglichkeiten. Aber Werner, Klein, Ginczek und Martin Harnik vervollständigten die Serie vergebener Einschusschancen. Die größte Gelegenheit vergab Ginczek in der 75. Minute fünf Meter vor Fährmann, wieder war der Schlussmann der Sieger.

Es war wieder so ein Spiel, bei dem man dem VfB zusieht und denkt: Das kann doch nicht sein, dass so ein Team bisher keinen einzigen Zähler einfährt. Vielleicht ist gerade dies die ganz große Gefahr.

Schalke ist mit drei Siegen aus fünf Spielen im Soll. Für den VfB heißt es hingegen: Fünf Spiele, null Punkte. Damit wird die Situation auch für den erst zu Saisonbeginn verpflichteten Wunschtrainer Alexander Zorniger langsam schwierig. Und in der nun folgenden englischen Woche geht es zum Tabellennachbarn nach Hannover. Es ist erst September, und der Abstiegskampf hat bereits begonnen.

VfB Stuttgart - Schalke 04 0:1 (0:0)
0:1 Sané (53.)
Stuttgart: Tyton - Klein, Sunjic, Baumgartl, Insua (87. Rupp) - Serey Die - Werner (74. Harnik), Gentner, Maxim (65. Didavi), Kostic - Ginczek
Schalke: Fährmann - Junior Caicara, Matip, Neustädter, Aogo - Sane (60, Hojbjerg), Geis, Goretzka, Meyer (89. Höwedes) - Di Santo, Huntelaar (71. Choupo-Moting)
Schiedsrichter: Gräfe
Zuschauer: 50.000
Gelbe Karten: Klein, Sunjic

aha