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21. Oktober 2014, 09:04 Uhr

Öffentlicher Druck

VfL Bochum zieht Schließung seiner Frauenfußball-Abteilung zurück

Um Geld zu sparen, wollte der VfL Bochum seine Abteilung Frauenfußball schließen. Doch der Klub hat die öffentliche Reaktion darauf komplett unterschätzt. Nun folgte der Rückzieher - die wirtschaftlichen Zahlen sind nach wie vor schlecht.

Hamburg - Nach heftigen Protesten hat der VfL Bochum die Schließung seiner Frauenfußball-Abteilung zurückgenommen. Bei der Jahreshauptversammlung am Montagabend erhielt ein Antrag von ehemaligen Aufsichtsratsmitgliedern auf Weiterführung der weiblichen Teams eine Mehrheit von 270 zu 203 Stimmen. Man arbeite ab sofort an "einer neuen, gesellschaftspolitischen Lösung", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Peter Villis.

Eine große Rolle bei der Entscheidung spielte die öffentliche Meinung. Die betroffenen Spielerinnen hatten die am 3. Oktober angekündigte Schließung ihrer Abteilung stark kritisiert und dabei viel Zuspruch aus der Politik erhalten. Unter anderem äußerte sich Bundestagspräsident Norbert Lammert, ein gebürtiger Bochumer, kritisch. Auch Steffi Jones, die Direktorin für Frauenfußball im Deutschen Fußball-Bund (DFB), sagte ihre Unterstützung zu.

"Wir haben die öffentliche Resonanz, die mit dieser Entscheidung einhergegangen ist, unterschätzt", sagte Villis. Die Einsparung der Frauensparte mit jeweils drei Erwachsenen- und Jugendteams, die pro Saison mit Ausgabe in Höhe von 150.000 Euro veranschlagt ist, sollte ursprünglich zur finanziellen Entlastung des Vereins beitragen.

Die wirtschaftlichen Zahlen des Klubs lesen sich nicht besonders positiv. Der VfL verzeichnete im Geschäftsjahr 2013/2014 bei einem Umsatz von 27,2 Millionen Euro einen Fehlbetrag in Höhe von 633.000 Euro. Die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich auf 7,5 Millionen Euro. "Dieser Verein ist komplett auf Kante genäht", sagte Finanzvorstand Wilken Engelbracht. Angeblich erhält der Klub keine Kredite mehr. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der VfL dennoch bei einem Umsatz von 25,3 Millionen Euro mit einem Überschuss von 1,9 Millionen.

ham/sid/dpa

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