Fußballbundesliga Wolfsburg siegt auch ohne De Bruyne

Es geht auch ohne den Spieler des Jahres: In der ersten Partie nach der Ära Kevin De Bruyne zeigte sich der VfL Wolfsburg komplett unbeeindruckt. Schalke 04 wurde deutlich besiegt.

Wolfsburg jubelt: Schalke wurde deutlich geschlagen
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Wolfsburg jubelt: Schalke wurde deutlich geschlagen


Selten ist über einen Spieler so viel gesprochen worden, der gar nicht mitgespielt hat. Kevin De Bruyne sah sich die Partie des VfL Wolfsburg gegen FC Schalke von der Tribüne aus an, und was er zu seinem bevorstehenden Abschied aus Wolfsburg sah, dürfte dem Belgier durchaus gefallen haben. Er darf die Gewissheit mit nach England nehmen, dass das Team auch ohne ihn starken Fußball spielt: Der VfL besiegte den FC Schalke 04 deutlich 3:0 (1:0) und ist vorerst Tabellenführer.

Das erste Tor des Abends erzielte Mittelstürmer Bas Dost bereits nach 14 Minuten. Der Schweizer Ricardo Rodriguez sorgte mit einem Foulelfmeter nach einer Stunde für das zweite Tor. Nur zwei Minuten später machte Timm Klose im Anschluss an einen Eckball alles klar. Für Schalke war es die erste Niederlage unter Trainer André Breitenreiter.

Im Vorfeld musste VfL-Manager Klaus Allofs wieder und wieder betonen, dass der De-Bruyne-Rekordtransfer zu Manchester City noch nicht perfekt sei, man werde sich aber entweder noch am Abend oder am Samstag über die letzten Kleinigkeiten verständigen.

Dann wurde endlich auch gespielt: Wolfsburg, das neben De Bruyne auch den zu Inter Mailand wechselnden Ivan Perisic velieren wird, war von Beginn an wach und übernahm gleich die Initiative. Belohnt wurde dies Engagement schon in der 14. Minute. Christian Träsch konnte relativ ungehindert flanken, Dost stand in der Mitte relativ frei und nutzte dies zum Führungstreffer.

Träsch und Vieirinha überzeugten

Eine in der Anfangsphase hochverdiente Führung. Wolfsburg war dominant, machte Tempo. Es war, als wollte jeder Spieler zeigen: Seht, es geht auch ohne den 75-Millionen-Mann aus Belgien. Auf dem Flügel entwickelten Vieirinha und Außenverteidiger Christian Träsch erheblichen Druck, Schalke wirkte überrascht.

Das änderte sich erst nach gut 25 Minuten, als sich die Gäste erst zögernd, dann zwingender in die Offensive einschalteten. Dabei war es vor allem der junge Leroy Sané, der Akzente setzte. Aber auch Julian Draxler, der im Unterschied zu De Bruyne auflief, obwohl auch er vielumworben ist, bemühte sich um Struktur im Angriff.

Dennoch war die 1:0-Führung zur Halbzeitpause absolut gerechtfertigt, die Niedersachsen waren das geordnetere Team.

Nach dem Wechsel erhöhten die Schalker zunächst das Bemühen um den Ausgleich und wurden schnell kalt erwischt. Ein ungeschicktes Einsteigen von Kolasinac wurde mit Recht von Schiedsrichter Felix Brych mit Elfmeter geahndet. Rodriguez verwandelte humorlos. Und als der Schalker Schockzustand noch anhielt, sorgte Timm Klose für die Entscheidung.

Danach war das Spiel gelaufen, und in Wolfsburg konnten sie sich wieder dem Geschäft zuwenden. Es gibt bis zum Ende der Transferperiode am Montag schließlich noch ein paar kleinere Dinge zu regeln.

VfL Wolfsburg - FC Schalke 04 3:0 (1:0)
Tore:
1:0 Dost (14.)
2:0 Rodriguez (59. Foulelfmeter)
3:0 Klose (61.)

Wolfsburg: Casteels - Träsch, Naldo, Klose, Rodriguez - Gustavo, Guilavogui - Vieirinha, Kruse (87. Arnold), Caligiuri (75. Schürrle) - Dost (80. Bendtner)
Schalke: Fährmann - Riether, Matip, Neustädter, Kolasinac - Geis, Aogo - Choupo-Moting (61. Di Santo), Draxler (73. Meyer) - Sané (70. Goretzka), Huntelaar
Schiedsrichter: Brych
Zuschauer: 25.000
Gelbe Karten: Gustavo / Riether, Aogo

aha



insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
CobCom 28.08.2015
1.
30.000, lieber Spiegel, 30.000 Zuschauer. Die Hütte war voll.
PowlPoods 29.08.2015
2. Schalke
im freien Fall? Man kann es nur hoffen. Der Verein ist ein einziges Desaster und erntet dieses Jahr hoffendlich die Früchte des Abstiegs, die das desolate Personal des Clubs sich eifrigst verdient haben. Ein Manager, für den der Begriff Hasenhirn verharmlosend ist. Ein Trainer, der eigentlich eine Mannschaft von Sackhüpfern trainieren sollte. Ein Präsident. Ja, einen Präsidenten haben sie auch. Wozu der Nutze ist? Ich weiss es nicht. Und dann noch die Spieler. Graupen und Krummfüsse aller Vereine versammelt euch muss das Motto bei der Verpflichtung dieser Gurkentruppe gewesen sein. Der ganze Haufen ist selbst für Liga 2 zu schwach.
experte1305 29.08.2015
3. Ja,Ja, die Schalker Tristesse ist wieder da!
Nach einem völlig überbewerteten 1. Sieg gegen einen Abstiegskanditaten von der Küste ist der Alltag zurück- gekehrt! Breitenreiter und Heldt werden am Ende der Hinserie natürlich Geschichte sein und einen völlig rat- losen Kotelettkönig zurücklassen!
black-mamba 29.08.2015
4. Fußball ist ein Mannschaftssport
Ich halte diesen Personenkult sowieso für total überzogen. Nucht einzelne Spieler entscheiden ein Match sondern die Mannschaftsleistung. Und kein einzelner Spieler bringt im Vergleich zu seinen Mannachaftskollegen sovuel Mehrleistung, dass due exorbitanten Gehaltsunterschiede gerechtfertigt wären.
ge1234 29.08.2015
5. Trotzdem!
... seh ich schwarz für Wolfsburg. De Bruyne ist ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann. Und so einen braucht man spätestens ab dem Achtelfinale der CL. De Bruyne hätte der Schlüssel für WOB sein können, sich dauerhaft an der Ligaspitze und in der CL zu etablieren. ich verstehe nicht, wie man ihn verkaufen kann, auch nicht für 75 Mio., sofern man nicht gerade hoch verschuldet ist.
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